Von Marcus, Benni und der weiten Welt

30Mrz/105

Vom Suchen und Finden des Paradieses

Sued Luzon - Aerger im Paradies

An einem recht heissen Tag sassen wir mit einem Haufen Filipinos dicht gedraengt im unheimlich lauten und bunten Jeepney nach Sabang, einem kleinen Kuestendoerfchen mit Banca-Verbindung zur Caramoan Halbinsel, auf der Jagd nach dem perfekten Strand.

Angekommen, die Ohren schmerzend und die Kehle staubig, erfuhren wir, dass heute kein Boot mehr abfaehrt, wir also bis morgen warten muessen - oder aber einen Haufen Geld fuer eine private Fahrt bezahlen. Danke sehr, wir bleiben dann mal. In einer kleinen Kneipe gibts erstmal einen Drink. Als ich den Laden nach hinten heraus zum Pinkeln verlassen will stehe ich ploetzlich auf einem kilometerlangen Strand und Wellen brechen sich krachend im Sand. Das Meer! Wir sind da!

Der erste Blick aufs Meer nach vielen Wochen!

Der erste Blick aufs Meer nach vielen Wochen!

Es war zwar noch lange nicht der perfekte Strand, aber fuer den Anfang sehr brauchbar. Gesaeumt war der Kuestenabschnitt von Palmen und den kleinen Huetten des Dorfes Sabang. Unter neugieriger Beobachtung von einem guten Dutzend Kinder warfen wir uns in die tosende Brandung und fuehlten den Schweiss der letzten Tage verfliegen. Das Dutzend Kinder wuchs schnell an - den ganzen Nachmittag spielten wir am Strand und unterhielten uns. Ja...genau! Wir unterhielten uns! Weil selbst in diesem Doerfchen die Kinder schon ab Klasse 1 Englisch lernen und dies nur zu gern austesten!

Als es dann abends ans Aufbauen der Zelte ging, waren wir (nach meiner groben Zaehlung) von ueber 30 Leuten umgeben. Unser Nachbar brachte uns eine Lampe, einige der Kinder machen ein Feuer und sangen den Abend lang philippinische Lieder oder englischen Pop fuer uns.

Zeltaufbau als Publikumssport

Zeltaufbau als Publikumssport

Die Nacht war uns jedoch weniger freundlich gesonnen. Wie schon an einigen der letzten Tage gab es am fruehen Morgen Regen. Als der staerker wurde, lud uns unser Nachbar, ein alter Mann von ueber 70 (natuerlich mit sehr guten Englischkenntnissen!) zum Kaffee ein. Den brauchten wir auch! Die Brandung war wieder heftig...und wir vermissten den Anleger fuer unsere Banca! Die ankerte ca. 30 Meter im Wasser, das dort fast schulterhoch war. Die ganze Fracht wurde von Maennern durch die Wellen getragen bis zum Schiff, wofuer einiges an Kraft und Timing noetig war! Besonders als einige ganz ordentlich dicke Frauen nicht nass werden wollten und auf Schultern geschleppt wurden!

Der feuchte Marsch zum Boot

Der feuchte Marsch zum Boot

So hievte auch ich unsere Rucksaecke auf die Schulter und stemmte mich gegen die Wellen, um alles einigermassen trocken ins Boot zu befoerdern - keuch! Die Fahrt an der wundervollen, unglaublich gruenen Kueste entlang liess uns auf das Beste hoffen. Auf der Halbinsel angekommen wanderten wir ueber schoenste Huegel und Palmenwaelder, umgeben von 100m hohen Kalkfelsen in Richtung Gota Beach, der in Sachen Schoenheit hier das Mass der Dinge sein sollte.

Diese Farben!!!

Diese Farben!!!

In den Huegeln mit Kokosnuss

In den Huegeln mit Kokosnuss

Kein fliessend Wasser - aber eine 3000W Bassmachine im Garten. Das ganze Tal bebte!

Kein fliessend Wasser - aber eine 3000W Bassmachine im Garten. Das ganze Tal bebte!

Am Abend erreichten wir schwitzend die Felsformationen vor dem Strand - und eine Schranke! Mit Polizisten! Diese versuchten uns so freundlich und mitfuehlend wie moeglich zu erklaeren, dass der Strand fuer 3 (!) Monate von der israelischen Staffel der TV-Show "Survivor" gemietet wurde...und die keinen anderen Leute dort haben wollen! Damnit! Voellig frustriert schimpften wir auf Israel wie es seit Jahren kein Deutscher mehr tat! Ein filipinisches Ehepaar, das die Israelis im Hotel bewirtschaftet, bekam das alles mit und teilte sogar unseren Aerger. Nett und freundlich seien die meisten der TV Heinis anscheinend nicht. Angesichts der Dunkelheit nahmen wir ihr Angebot, in ihrer Huette zu naechtigen dankend an. Die Huette war echt nur eine Huette, mit Feuerstelle davor als Kueche und einem Holzgestell mit Planen drum herum als "Badezimmer". Das sollte nicht stoeren, einen zwar leicht frustrierten, dank der netten Leute aber schoenen Abend zu haben.

Kochen an der frischen Luft

Kochen an der frischen Luft

Weite, wilde Kuesten

Weite, wilde Kuesten

Am folgenden Tag erkundeten wir noch einen anderen Kuestenabschnitt, um zu dem Resultat zu kommen, dass es auf der Halbinsel einfach zu regnerisch, stuermisch ist und die Straende auch nicht so richtig ueberzeugend. Zurueck nach Sabang!

Wir trampten weiter nach Sueden, wo wir im stuermischen Abendwind mal wieder graue Wolken ankommen sahen. Schutz suchten wir in einer offenen Strandhuette. Ein netter aelterer Filipino von Wohlstand sah uns und versuchte uns zu ueberzeugen, zu sich ins Haus zu kommen. Falls nicht, wuerde er auch draussen schlafen muessen, aus Sorge um uns! Ja, ja, dachten wir, wir kommen schon klar, aber trotzdem danke!

Und abends....lag der alte Mann tatsaechlich mit einem seiner Gehilfen und Hund in der Nachbarhuette....und liess sich nun von uns nicht ueberzeugen reinzugehen! Nach der regnerischen Nacht fruehstueckten wir zusammen und er fuhr uns im Jeep sogar ins naechste Staedtchen.

Unser Beschuetzer vom Nato Beach

Unser Beschuetzer vom Nato Beach

Wir waren den ganzen Tag unterwegs...nur um ueberall zu erfahren, dass es kein Boof auf die Visayas (unser naechstes Ziel) gibt. Abgenervt und geschlaucht kamen wir in der Kuestenstadt Bulan an, wo wir im 2 Euro teuren Lodging Haus nachts gegen Kakerlaken kaempften und am naechsten Tag per Faehre nach Masbate (vorgelagerte Insel) fuhren.

Resignation unter Kakerlaken

Resignation unter Kakerlaken

WIr verlassen Luzon am fruehen Morgen, auf der Flucht vor den dunklen Wolken

WIr verlassen Luzon am fruehen Morgen, auf der Flucht vor den dunklen Wolken

Von dort konnten wir dann nach einer Nacht weiter auf die Insel Cebu....und von dort aus hiess es nach einer weiteren Nacht:

Wir fahren nach Malapascua!

Malapascua Island...ca. 3 KM lang und eventuell 1 KM breit. Man sagt, es sei ein kleines Paradies. Wir sind vorsichtig geworden....

Doch als uns das kleine Holzboot schwankend durch glasklares Wasser in schimmerndenTuerkis- und Blautoenen bis zu dem strahlen weissen Strand dieses Eilands brachte, waren alle Bedenken wie fortgewischt!

Auf der Banca vor Malapascua

Auf der Banca vor Malapascua

Es schien, als haetten wir unser Paradies gefunden! Der atemberaubend schoene Bounty Beach (Klischee pur! Sand so weiss wie Schnee, Palmen und Kokosnuesse, Wasser wie....schaut einfach auf die Bilder!) liess uns in Erfurcht vor dieser Schoenheit dort etwas verweilen, bevor wir beschlossen, nach einer etwas abgelegenderen Ecke zu Suchen, da die Bungalows hinterm Strand und die Tauchshops den Eindruck etwas truebten und zumindest das Zelten erschwerten.

Bounty Beach....

Bounty Beach....

Ein Paradies unter Palmen

Ein Paradies unter Palmen

Zufriedenheit!

Zufriedenheit!

Doch auf dem Weg durch Palmenwaelder und kleine Doerfchen war jede Spur von Tourismus nach kuerzester Zeit weggewischt! Freundliche Leute begruessten uns ueberall und boten uns sogar Gratis-Schlafplaetze an, als sie hoerten, dass wir kein Bock auf teure Bungalows haben!

Julia mit der Dorfaeltesten :-)

Julia mit der Dorfaeltesten :-)

Doch wir fanden eine kleine, von Fischern benutzte Bucht, wo wir die Zelte errichteten. Von der Bucht aus liessen sich Korallenformationen erreichen und am Abend versank die Sonne direkt vor uns auf spektakulaere Art und Weise in der See.

Unsere kleine Bucht

Unsere kleine Bucht

Abendsonne ueber dem Pazifik

Abendsonne ueber dem Pazifik

Reflektionen zum traeumen

Reflektionen zum traeumen

Nur wo kriegen wir was zu futtern her? Ein Besuch im nahen Dorf loeste das Problem. Wir lernten Loen und Beth kennen, die uns abends zu Reis einluden. Auch zum Fruehstueck sollten wir doch wiederkommen! Erwarten taten sie dafuer nichts. Wir freundeten uns mit der Familie an und verbrachten recht viel Zeit im Dorf. Beth arbeit fuer den Hungerlohn von nichtmal 2,50 Euro pro Tag  in einem Diveshop, was vorn und hinten nicht fuer den arbeitslosen Mann und die 5 Kinder reicht. Auch das Haus ist noch nicht fertig, und die nahende Hurricane Saison bereitet Sorge. Trotz allem bleibt immer noch genug fuer uns an Reis uebrig - aus Dankbarkeit hinterlassen wir zum Schluss heimlich ein kleines Dankeschoen in Form von Pesos.

Julia vor Loens Haus

Julia vor Loens Haus

Unsere Inselfamilie :-)

Unsere Inselfamilie :-)

Morgengrauen bei steifer Brise

Morgengrauen bei steifer Brise

Im Dorf lerne ich auch Charly kennen, der mit einigen Kumpels professionell an Cockfighting Derbys (Hahnenkampf) teilnimmt.

Charly's Cockfight Crew

Charly's Cockfight Crew

Das Land der Rooster

Man denkt nicht sofort daran, aber das charakteristische Tier fuer die Philippinen ist der Rooster (Hahn). Hahnenkampf ist hier Nationalsport und die Derbys Volksfeste. Man sagt, fuer den Filipino stehen Familie und Frau zwar vor Job...aber der Hahn an Stelle 1! Jeder hat hier seinen eigenen Rooster und es gibt in jedem Dorf Rooster-Equipment Stores und zahlreiche "Bootcamps", wo haufenweise Rooster zu Kaempfern ausgebildet werden und angeleint vor ihren kleinen Baracken zum Training bereit stehen.

Die Doerfer werden den ganzen Tag ueber vom Kraehen der Haehne beglueckt und nicht nur die Doerfer! Rooster sind ueberall zu finden! In den schmutzigsten Gassen der Metropolen sind sie angeleint, und sogar auf dem Mannschaftsdeck der Faehre nach Masbate waren mehr als 8 Rooster mit an Bord...die Crew trainierte ihre Rooster dort fuer die anstehenden Derbys.

Die Boots-Rooster

Die Boots-Rooster

Manche moegen ja von mir wissen, dass ich eine gewisse Leidenschaft fuer Huehner und Haehne habe - Filipinos sind meist hocherfreut, dass ein "Westler" so empfindet - auch wenn ich nicht zugeben darf, dass ich das Gekaempfe ueberhaupt nicht gutheissen kann...

Doch eines war klar: Nie wieder wuerde ich eine bessere Chance bekommen, einen stattlichen Rooster zu erwerben! Und schneller als gedacht war alles mit Charly klar gemacht. So bin ich von nun an stolzer Besitzer eines noch 2 Monate alten Roosters, Sohn eines vierfachen Derby-Champions!

Unser neuer Reisebegleiter wurde "Tagay" getauft, das Wort auf Tagalog fuer "Prost!"

Es ist nicht immer ganz einfach, mit nem Rooster unterwegs zu sein! Tagay hat eine sehr gut laufende Verdauung, die ihm staendig und ueberall zum Scheissen bringt. Doch bringt Tagay uns bisher einen Haufen Spass! Er hat schon seine erste Nacht mit mir im Zelt gemeistert, wo er die stuermische Nacht in einem provisorischen Nest aus einer alten Hose direkt neben meinem Kopf anstandslos ueberstand! Die letzten Naechte waren wir jedoch meist in Guesthaeusern in Staedten, wo Tagay viel Spass daran hat die Zimmer vollzukacken und mir beim Aufwischen zuzusehen...grml. Aber nach den strapazioesen Trips in seiner Transportbox, verdient er den Auslauf einfach.

Mein Rooster und ich!

Mein Rooster und ich!

Charly gibt Instruktionen

Charly gibt Instruktionen

Erste Nacht im Zelt

Tagay's erste Nacht im Zelt

Der halbe Hahn im Guesthouse-Zimmer. Pause vom Rumkacken

Der halbe Hahn im Guesthouse-Zimmer. Pause vom Rumkacken

Hahnenkampf auf dem Bett

Hahnenkampf auf dem Bett

Doch nun freuen sich sowohl Tagay als auch ich und Julia auf eine winzige Insel, die wir morgen ansteuern wollen! Denn wenn hier irgendwas wirklich haesslich ist...dann die Staedte!

Abendsonne auf dem Schlafdampfer

Abendsonne auf dem Schlafdampfer

Entspannen an Bord

Entspannen an Bord

Julia macht nebenher ihre ganz persoenliche Misere durch. Resigniert und realistisch hat sie mittlerweile aufgeben nach vegetarischer Verpflegung zu suchen und ernaehrt sich schon seit geraumer Zeit von Reis mit Sojasauce immer und immer und immer wieder. Naja, zumindest sparsam ist diese Variante! Erloesung bieten zumindest zum Fruehstueck die kleinen Baeckereien, wo es allerhand verschiedender, aber meist suesser, Gebaecke gibt.

Muss schon deprimierend sein, wenn unser halbes Haehnchen mehr Auswahl an Futter hat als man selbst ;-)

In diesem Sinne: Bon Appetit - hoffentlich schon morgen wieder am Strand!

Viele Gruesse aus Tagbilaran/Bohol/Visayas/ Philippines,

Benni und Julia

Cultura Filipina - just for fun: (Oder: English for Anfaenger)


Hoffentlich findet sich die schnellgekochte Frau fuer den Job

Hoffentlich findet sich die schnellgekochte Frau fuer den Job

Super ey! Kauf 3 und bekomm einen Burger- Schnaeppchen!

Super ey! Kauf 3 und bekomm einen Burger- Schnaeppchen!

Na, will sich jemand melden?

Na, will sich jemand melden?

Zwischenresueme:

-Tourismusfaktor: In den meisten Gegenden bei fast Null. Wir blicken staunend jeden einzelnen Westler hinterher. Dagegen waren Thailand und Laos echt kleine Mallorcas.

-Preisniveau: Kaum zu glauben, aber bisher sind wir hier viel guenstiger als in Thailand und Laos unterwegs!!

-Natur: Was es hier an Vielfalt und einfach purer natuerlicher Schoenheit gibt, laesst tatsaechlich den eigentlichen Asiatischen Kontinent blass erscheinen. Man findet hier tropischeren und wilderen Dschungel, als in Laos oder Vietnam/Cambodia, Berge hoeher als in Thailand, Straende die an Qualitaet und Quantitaet Thailand in den Schatten stellen, dazu Vulkane, gewaltige Riffe und noch vieles mehr, was wir hoffentlich noch erkunden werden

-Menschen: DIE grosse Ueberraschung! Haeufig fuehe ich mich echt an den Iran erinnert, was Gastfreundschaft angeht! Das kombiniert mit der leichtlebigkeit, Froehlichkeit und Unberschwertheit der Leute + dem Drang nach Spass und Freue und als GROSSEN, GROSSEN BONUS die exzellenten Englischkenntnisse, selbst in der letzten Provinz machen es verdammt angenehm hier zu reisen!

-Essen: Kurz gesagt - ich find's top - fuer Julia eher Flop :-) Aber ok, an z.B. Thailand kommt es dann doch nicht ran.

-Staedte: Meist ein Graus. Schmutzig, laut, versmogt verdammt voll mit Menschen (+ Tricycles!)

-Trampen: Naja...nicht ganz so pralle. Auf vielen Inseln kaum private Fahrzeuge (ausser Mopeds) vorhanden, da jeder die Jeepneys und Public Buses nutzt. Ansonsten laeuft einfach viel ueber den Seeweg. Nur schlimm ists nicht! Man kommt superbillig (z.B. 6 Stunden auf einem Dampfer mit Schlafkoje ca. 2,50 Euro!) herum und auf den Schiffen und in den hektischen Bussen trifft man sogar mehr nette Leute als beim trampen!

Wird fortgesetzt!

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20Mrz/100

BLOGPAUSE – Internetzensur in China

Ahoi,

Bin jetzt seit einigen Tagen in China und habe gerade gluecklicherweise das erste Internetcafe gefunden, wo keine ID-Card gefordert wird. Die braucht man hier naemlich, damit man nicht von einem Interntcafe aus anonym surfen oder bloggen kann. So eine Karte haben und bekommen wir natuerlich nicht aber gerade sind wir in Kunming und im Schutze der Grossstadt war es dann doch moeglich. Es gibt hier so kleine Shops in den man etwas ausdrucken kann und da darf man dann manchmal schnell die emails checken aber fuer einen grossen Blogeintrag reichts nicht, noch weniger fuer Bilder hochladen.

Gestern wurden wir uebrigens an ca. 7 Gasthauesern abgewiesen. KEINE AUSLAENDER! POLIZEI!!!

Am Ende hat sich dann doch jemand erbarmt und uns heimlich eingeschleust, uns aber mehrfach zu vertehen gegeben, wie gefaerhlich das ganze fuer ihn ist. Die Menschen hier machen bis jetzt einen super Eindruck auf uns, ist alles westlicher als in Suedostasien und auch etwas groesser. Vor allem ist hier jeder mit irgendetwas beschaeftigt, nichts mehr zu sehen von der Tagtrauemerei des Suedens.

Gestern haben wir uns eine Gitarre gekauft, Marke Spanish Matador mit einem Bullenreitenden Cowboy vorne drauf. Die haben da irgendetwas falsch verstanden.  Am Abend haben wir auch schon unser erstes Strassenkonzert gegeben, war ein totaler Erfolg!August wird mich jetzt in die grosse Kunst des Blues einweihen, ich bin gespannt!

Also wie gesagt, den naechsten Monat ist von meiner Seite aus kein Blogeintrag zu erwarten.

Wir versuchen jetzt nach Tibet und dan nach Nepla zu gelangen, dann gibts evtl. wieder Internet.

Schoene Gruesse!

marcus

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17Mrz/103

Raus aus Laos, rein nach Thailand, rueber auf die Philippinen

Hallo verehrte Damen und Herren!

Dieser Artikel wird eine Art "Crash-Zusammenfassung" von den letzten Wochen, da diese eine Art Uebergangsphase darstellten. Allerdings eine Uebergangsphase, die in drei Laendern verbracht wurde und alles andere als langweilig war!

Entspannen und Erkunden in Laos

Die erste Station, von der hier berichtet werden soll, sind meine letzten Tage in Laos. Marcus hat ja schon von unserer gemeinsamen Motorrad Action im Artikel "Einmal Laos" berichtet. Zuvor war ich mit meiner temporaeren Reisegefaehrtin Catherine auf den 3000 Islands im Mekong, wo wir - wie auch schon von Marcus berichtet - uns wiedergetroffen haben und die Zeit ansonsten mit Relaxen und Explorieren verbracht wurde. Als die Haengematte dann doch zu sehr drueckte, machten Catherine und ich uns per Fahrrad (ja! Ich kann auch noch ohne Motor!) auf zur Nachbarinsel, die groesser und deutlich untouristischer war und ueber eine alte Bruecke aus WW2 Zeiten zu erreichen war. Auf der Insel erwarteten uns in bester Laos-Manier nette Menschen, nette Bueffel, nette Wasserfaelle und ein nettes Stueck alter Dschungel.

Doch unendlich beeindruckt war ich dann doch nicht, weshalb ich frohen Mutes nach Trennung von Catherine zur unserem Motorrad-Abenteuer mit regnerischen Beigeschmack aufbrach. Meine letzten Tage in Laos waren dann wohl auch meine unspektakulaersten. Ich wartete fast schon sprichwoertlich in Pakse darauf, dass mein Thai-Visum (14 Tage) ausreichen war, um die Zeit von Grenzueberquerung bis Abflug auf die Philippinen zu ueberbruecken. Abgesehen von viel Spass mit den Strassenkindern tat ich nicht ganz so viel. Aber ich hatte ja was zum traeumen...Philippinen....wie das schon klingt! Hach....

Abend am Mekong

Abend am Mekong

Fischer und Dschungel

Fischer und Dschungel

Schnarch...

Schnarch...

Abschiedsparty :-)

Abschiedsparty :-)

Thailand zum Zweiten - ......und....gekauft!

Was kann man dann schon von 14 Tagen Thailand erwarten? Zuerst mal zwei Tage in so gut wie gar nicht bereisten Ost-Thailand, wo ich in der Stadt Ubon Rhatchatani einen Haufen Spass hatte. Eine erwartungslose Erkundungstour der Innenstadt fuehrte mich zu einem Tempelfest, wo ich schnellstens von einer Horde Schueler einer Thai-Sportschule adoptiert wurde, sogar auf der Parade durch die Stadt stolz mitmaschierte und die Banner hielt zwischen Schuelern, Moenchen und Elefanten und letztlich im altehrwuerdigen Haupttempel der Stadt ausgiebig verkoestigt wurde.

Thai-Sportler

Thai-Sportler

VIP 1

VIP 1

VIP 2

VIP 2

Doch trotz des Spasses zog es mich wieder "nach Hause". Mit diesem Zuhause meine ich meine Traveller WG in Bangkok - waehrend meines Aufenthalts kam natuerlich kein anderer Ort in Big BKK in Frage! Peak hatte auch schon sehnsuechtig angefragt, wann ich denn wiederkaeme! Es sollte viel passieren - von Renovierungsarbeiten bis hin zur Eroeffnung einer Couchsurfer-Fruitshake-Bar im Haus....das konnte und wollte ich mir kaum entgehen lassen! Und neben der ganzen Musse kann etwas Arbeit kaum Schaden ;-)

Der Nachtzug brachte mich sicher zurueck in die Metropole und der Stadtschock blieb komplett aus, als ich in all die neuen und alten Gesichter in Peak's Place blickte. Die naechsten Tage waren gepraegt von der Arbeit am Shake-Shop, in Form von Renovierungsarbeiten des Ergeschosses, die in Farbschlachten in Unterwaesche endeten mit anschliessenden Versoehnungs-Vodkacocktail, wilden Partyabenden im Bangkok-Metro und wundervollen kulinarischen Abenteuern in der WG durch gemeinsames Kochen.

Der Hautpteil der Faszination wurde wieder durch die so unterschiedlichen Charaktere ausgemacht. In den ersten Tagen wohnten fast 15 Traveller zugleich in den schmalen Gebaeude und einige waren mir schon in kuerzester Zeit ans Herz gewachsen. Allen voran ohne Frage Olivia aus Frankreich, eine Reisende wie man sie soooo selten trifft. Sie ist schon in Laendern getrampt, die ich nichtmal aussprechen kann, hat in Communities und besetzten Hausern in verschiedenen Staedten gelebt, gelernt und gelehrt und hat dabei eine Mentalitaet und Einstellung, wie sie meiner eigenen kaum naeher sein konnte.

Als waere das nicht genug, erreichte am 3. Maerz dann auch unsere allseitsbekannte Julia "Heymchen" Heym the Big Mango und wurde selbstverstanedlich mit Deutschland-Flagge am Airport begruesst. Gemeinsam mit Olivia und oftmals auch Remy (auch aus France) hatten wir viel Spass in der Stadt. Wir sprangen durch Springbrunnen, schlichen uns in noble Hotels um den Dachpool unsicher zu machen, chillten im Park, tanzten durchs Shoppingcenter und verkoestigten uns auf dem Wochenendmarkt.

Ein besonderes Ereignis war ein traditionelles Deutsches Fruehstueck, dank Versorgungsgueter aus dem Vaterland - danke Julia und Krusentobi! Schwarzbrot und Riesensalami stellen eine willkommene Abwechslung zu Nudelsuppen am Morgen da :-)

Bon Appetit

Bon Appetit

Arbeiten!

Arbeiten!

Ivan, Koordinator und Strange Guy

Ivan, Koordinator und Strange Guy

Southpark schauen mit Olivia :-)

Southpark schauen mit Olivia :-)

Training am Frucht-Shaker

Training am Frucht-Shaker

Extra fuer TOBI - Monsteroktopus fuer recht guenstig!

Extra fuer TOBI - Monsteroktopus fuer recht guenstig!

Man beachte Knarre & Flagge links, hehe

Man beachte Knarre & Flagge links, hehe

Julias erster Tramp in BKK

Julias erster Tramp in BKK

Bangkok zu Nacht...

Bangkok zu Nacht...

...und am Morgen

...und am Morgen

Einbruch in den Hotelpool

Einbruch in den Hotelpool

Mit Remy und Olivia auf dem Markt

Mit Remy und Olivia auf dem Markt

Highlight der letzten paar Tage in Thailand sollte eine Motorrad-Tour mit Julia, Olivia, Remy und mir in der Region um Kanchanaburi herum werden. Dort sahen wir die beruehmte Bruecke ueber den River Kwai, wundervolle See, Berg und Waldgebiete, die Thailand nochmal von einer ganz anderen Seite zeigten. Wir naechtigten zweimal in verlassen Hausern an Fluss und See und als Notloesung sogar im Hinterhof einer Dorfschule. Waehrend ich und Olivia am ersten Abend draussen zum naechsten Dorf fuhren und mit supernetten Locals Bier, Whiskey und andere Dinge tranken und essen durften, hatte Julia ganz andere sorgen: Remy musste unbedingt im naechtlichen Fluss schwimmen und es gelang ihn tatsaechlich fast sich umzubringen! Abgetrieben von der Stroemung schafften es Julia und einige der Fischer in einem kleinen Boot erst nach ueber einer Stunde ihn zufzutreiben! Willkommen in Thailand Julia! Schock ueberstanden....

Die naechsten Tage waren weniger schockierend, wenn man von der enormen Masse von Ungeziefer in diesen Gegenden am Abend mal absieht. Schonmal ne ordentliche Portion Mini-Fliegen eingeatmet? Don't try at home. Trotz einer abenteuerlichen Schlussetappe durch gebirgigen Dschungel ueberlebten wir alle die Tour ohne Crash - selbst Julia, die nun ihren Status als Moped-Newbie mit Bravour ueberwunden hat!

Der Abschied aus Bangkok am 11.3. viel mehr als schwer. Doch mitten in der Nacht ging unser Flieger auf die....

Remy und Julia im Flussboot

Remy und Julia im Flussboot

...und im (bzw. am) Zug nach Kanchanaburi

...und im (bzw. am) Zug nach Kanchanaburi

Ready to takeoff!!

Ready to takeoff!!

Die Bruecke ueber den River Kwai

Die Bruecke ueber den River Kwai

Yeehaaw I

Yeehaaw I

Yeehaaw II

Yeehaaw II

Ich bin ein Crabbit - halb Cow, halb Rabbit

Ich bin ein Crabbit - halb Cow, halb Rabbit

Capt. Benni am Steuer einer Banca

Capt. Benni am Steuer einer Banca

Abend am See

Abend am See

Fruehstueck nach mueckenreicher Nacht

Fruehstueck nach mueckenreicher Nacht

Doesen auf der Moped-Faehre

Doesen auf der Moped-Faehre

...Philipinnen - paradies now?

Voellig zerstoert erreichten wir die MEGA-City namens Manila, von der wir im Vorfeld nur mieses gehoert hatten gegen 5.00h morgens. Voellig zerstoert packten wir uns auf die erstbeste Mauer am Flughafen. Und voellig zerstoert wurden wir ca. eine Stunde spaeter von Shirley geweckt, die uns wie versprochen vom Airport abholte. Shirley habe ich ueber Couchsurfing kennengelernt. Nach der Beantwortung einiger Visa Fragen folgten einige Messages und schliesslich das wundervolle Angebot, mit ihr und ihrer GROSSEN Familie fuer einige Tage in Manila zu wohnen und sogar an der goldenen Hochzeit von Mr. und Mrs. Buenaventura teilzunehmen! Diese Chance nahmen wir war und so konnten wir diesen gewaltigen, sogar Bangkok freundlich wirken lassenden Moloch von einer GANZ anderen und exklusiven Seite kennenlernen. Wir wohnten mit der Familie in einem winzigen Haus in einen eher aermeren Viertel der Stadt, wo uns nach kuerzester Zeit die ganze (Ja...die g a n z e ! !) Strasse, vielleicht sogar das ganze Viertel kannte. Durch die Strassen folgten uns Horden von Kindern und jeder, egal wie alt, begruesste uns mit einem freundlichen "Hello Joe!" (Joe, da es amerikanische Kolonie war und natuerlich jeder Westler Joe heisst :-)

Vielleicht die groesste Offenbarung: Jeder scheint hier, wie erhofft, von 6 - 70 Jahren mittelmaessiges bis praktisch perfektes Englisch zu sprechen! Und das obwohl es einfache Leute sind - ein Kontrast der nach Thailand und Laos nicht wirklich passt aber absolute toll ist!

Und vielleicht die groesste Ueberraschung: Nach nun schon fuenf Tagen in den Philippinen, die nahezu komplett in der Hauptstadt verbracht wurden, sind uns erst ganze 2 (!) westlich wirkende Menschen (unverdaechtige Oppas) gegegnet - so viel zum Touristenparadies Philippinen! Es ist kaum zu glauben, dass so viele Menschen sich in Laos und Thailand haeufen und das wahre Paradies vor der feuchten Haustuer einfach ignorieren...na uns soll's recht sein!

Filipinos scheinen Menschen von asiatischer Gastfreundschaft in Kombination mit spanischen Temperament zu sein. Auf den bunt geschmueckten Strassen und engsten, schmutzigen Gassen scheint von frueh bis spaet eine Fiesta zu toben! Man spart hier nicht an Rum oder leckeren San Miguel Bier! Trotz der recht strengen christlichen Ausrichtung der Menschen gibts hier so viele Schwule wie sonst kaum wo. Und man sagt thailaendische Frauen sind schoen? Ha! Dann besucht man die Philippinen :-) (...Blinzler zu Tobi *g*)

So sind wir fuer die Tage in Manila wie Adoptivkinder fuer die Familie, feiern, shoppen, singen in Karaoke Bars, spielen mit den Kids und nehmen als Highlight dann an der Zeremonie der goldenen Hochzeit von Shirleys goldigen Eltern teil (beide schon ueber 70, Papa hat nur noch einen Zehn ganz vorne, Shirley ist die juengste von 8 Geschwistern). In einer Baracke die sich Church of Jesus Christ nennt wird gepredigt und es werden reichlich Traenen vergossen....und spaeter wird natuerlich gefeiert! Haben wir auch verdient, nachdem wir den halben Tag auf der Strasse Gemuese geschnippelt haben!

Und die Feier war eine Feier, die Masstaebe Deutschlands sprengt. Das halbe Viertel war am Start und machte sich ueber die mehr als 10 verschiedenen Gerichte her, bis das San Miguel geoeffnet wurde! Nur das Ende war kein schoenes, als ich unter Druck gezwungen wurde ein noch im Ei befindliches Huehner-Kueken mit Haut und Haaren zu verspeisen - Julia verzog sich wuergend nur vom Anblick ins Haus und ich folgte anschliessend nicht weniger wuergend.

Von diesen netten Leuten wird auch unser Selbstbild stark beeinflusst. Mir war zum Beispiel zuvor nicht klar, wie sehr ich "Jesus Christ" aehnel und ich denke Julia war sich ihres "Sexy Bodies" (O-Ton!) auch nicht staendig bewusst und besondere "Point of Attraction" war ihre entzueckende "Pointed Nose" (im Gegensatz zu den "dissapointed noses" der Pinos), fuer die sie kiloweise Komplimente einsackte. Modelkarriere kann dann nun starten ;-)

Seit gestern haben wir Manila verlassen und sind durch absolut beeindruckende tropische Berg- und Kuestenregionen gefahren, die wirklich den Klischee "Tropen" in jedem Aspekt entsprechen. Wir werden nun gleich in Richtung der wilden und schwer erreichbaren Caramoan Halbinsel starten und tun dies voller Optimismus, in der Hoffnung die Freundlichkeit der Filipinos mit den eventuell schoensten Kuestenabschnitten der bekannten Welt zu kombinieren!

Tagay! (Prost!)

Benni & Julia

Welcome to the Philippines!!!

Welcome to the Philippines!!!

Man kennt mich hier (Congressman Benny!)

Man kennt mich hier (Congressman Benny!)

Einer der Millionen Jeepneys

Einer der Millionen Jeepneys

Unser Viertel von Oben

Unser Viertel von Oben

Papa "Einzahn" Buenaventura

Papa "Einzahn" Buenaventura

Vorbereitungen fuer die goldene Hochzeit

Vorbereitungen fuer die goldene Hochzeit

Nach Karaoke und viel San Miguel

Nach Karaoke und viel San Miguel

Zeremonie in der Kirchenbaracke

Zeremonie in der Kirchenbaracke

Mum, Dad, Shirley und wir

Mum, Dad, Shirley und wir

Party!

Party!

veröffentlicht unter: Allgemein 3 Kommentare
15Mrz/102

Spass muss sein!

Reisen ist nicht Urlaub, soviel ist sicher, dasher ist es nur gerecht, dass August und ich uns auch mal eine Verschnauffpause goennen, mal nicht im Dreck wuehlen sondern etwas Tourist sein....zumindestens so tun als ob...

Nachtleben in Vientaine

Ein glaenzender Pickup sammelt uns kurz vor Sonnenuntergang ein. Unser Tagesziel waere in 30km erreicht gewesen, doch Dank des gnaedigen (und Bier spendierenden) Fahrers erreichen wir in der spaeten Nacht die Hauptstadt Vientaine. 4ookm am Stueck, das ist hier echt fast ein Ding der Unmoeglichkeit! Wir goennen uns ein Hotel und wollen noch schnelle ein Bier besorgen um auf den erfolgreichen Tag anzustossen, als wir von 10 betrunkenen Thais herangerufen werden. Einer sieht aus wie John Lennon! Nach ein paar Bier lassen wir uns ueberreden, noch mit in eine Disco zu kommen. Ist wahrscheinlich sowieso unsere einzige Nacht hier, also okay. Wir sind in eine anstrengende Unterhaltung mit Jon Lennons Freund vertieft ( Ju arr indu se bai! -Haeh?-Indu se BAI!- Haeh? BAI!!! -Ahh, Into the wild..jaja, hoeren wir oefters.-Yes, yes yes! Indu Bai! Zaenk yu!), als wir ploetzlich vor dem groessten Hotel der Stadt anhalten. Wie das riesige Hotal in Dubai, so trohnt das "Dom Chan" ueber Laos Hauptstadt, auf einer kuenstlichen Insel im Mekong. Unser Aerger ueber die Fehlinformation weicht recht fix dem Sarkasmus und noch fixer der Neugier. Pagen oeffnen die Tuere, Personal huscht durch die Lobby (?) , draussen kann man sein Auto abgeben und an der Rezeption gibt es sogar so eine goldene Klingel zum raufhauen. Im Fahrstuhl sehen wir im Spiegel, dass wir nach dem langen Tag Trampen mal wieder von oben bis unten mit Staub beschmutzt sind, ein leichtes Braun hat sich auf unsere Klamotten und die Gesichter gelegt. Das Gesicht geht vielleicht als Sonnenbrauene durch, hoffen wir. Auf dem Dach haelt der Fahrstuhl im gefuehlten 50. Stockwerk. Aus irgendeinem Grund hat jemand auf das nobelste Hotel der Stadt die groesste und einzige Ballermanndisco gepflanzt. Den einen Euro Eintritt zahlen wir gerne. Hier treffen sich die Reichen und Unschoenen, die Ladyboys und Prostituierten, die Geschaeftsleute und die "Geschaeftsleute" und sogar ein paar Touristen haben sich hierher verirrt. Wir sind einfach nur dreckig und total underdressed und geniessen das Treiben, hier ist, so sagt man uns, der einzige Platz in der Stadt, wo man mal richtig die Sau rauslassen kann, mit Fraeun tanzen und so. Wir verzichten. Nach einiger Zeit wird es langweillig und wir bekommen Angst vor den Ladyboys, also machen wir uns auf, den VIP-Bereich zu erkunden. Wir geben vor eine Kabine mieten zu wollen, wuerden uns aber gerne ersteinmal umsehen. Nix da! Bier Bestechung? Nix da! Einfach durchlaufen und den Typen ignorieren? Jepp! Wir verstecken uns in einer Kabine und inspizieren die Karaokkeanlage, als laute Partymusik von schraeg Gegenueber zu hoeren ist. Auf dem Weg dorthin werden wir wieder vom Personal eingefangen. Ich schaffe es gerade noch die Tuer zu oeffnen und in sekundenschnelle ein Gespraech zu beginnen. Wir sind eingealden. Geschafft!

Personal: 0

August und Marcus: 1

Zu unserem Verblueffen handelt es sich hier nicht um eine exklusive Festlichkeit von irgendwelchen Bonzen. Hier feiert ein Teil der internationalen Entwicklungshelferszene von Vientaine. Komischer Zufall. Noch komischer wirds spaeter. Nach einigen Liedern Karaokke loesen wir die Runde auf und begeben uns wieder unter Normalsterbliche. Auf einmal steht die Deutsch-Laotin Bi vor unserer Nase. Wir hatten uns am unserem ersten Tag in Laos zufaellig getroffen und wir haben versprochen uns zu melden, wenn wir in Vientaine sind, haettenw ir morgen auch gemacht. Wie versprochen hat sie uns einen Schlafplatz organisiert. Jakob nimmt uns auf seinem Motorrad mit zu seiner Villa. Jakob wohnt zusammen mit zwei weiteren Freiwilligen fuer ein Jahr hier und seit einigen Tagen haben sie sich eine Villa gemietet. Der Kater ist zu doll, wir bleiben noch einen Tag. Am Abend ist ausserdem die Einweihungsparty von der Deutsch-Vietnamesin Li (nicht Bi). Auch ne Villa. Hier sind noch mehr Freiwillige, so ca. 30 und ein gutes Buffet. Hate etwas von einer Sturmfreiparty aus einem amerikanischen Teeniefilm. Die Mieten hier sind so gering, dass man sich mit etwas Glueck fuer 400$ im Monat eine WG in einem Luxushaus einrichten kann und zwar mit so einem Luxus, wie man ihn wahrscheinlich nie wieder haben wird. Nach der Party haengen wir noch eine Kneipe dran und schlafen sehr sehr sehr lange. Mal richtig Tourist sein!

In der Disco auf dem Dach

In der Disco auf dem Dach neuer Haarschnitt mit Kamm und Rasierer, ganz ohen Schere

Richtig, es gibt auch gelbe Wassermelonen!

Richtig, es gibt auch gelbe Wassermelonen!

Tubing in Vang Vieng

Mal noch viel mehr Tourist sein! Das geht sehr gut in Vang Vieng, hier kann man betrunken auf einem Traktorreifen einen Fluss runtertreiben und sich in den Flusskneipen betrinken. In Laos gibts nur eine grosse Strasse und das Staedtchen, unter Fachmaennern in Touristenkreisen auch "The Chill-Out-Village" genannt, liegt nun einmal auf der Strecke in den Norden. Ausserdem ist das Ganze so absurd, dass darf man eigentlich nicht verpassen. Ploetzlich sind wir wieder im Westen. Hier gibt es Pizza und Burger, American Breakfast und Sandwiches, dass meiste auch als "Happy Menue", also mit Grass, Pilzen oder sonstigen Drogen verfeinert. Hier sieht man auschliesslich Westler und ein paar verreuckte Koreaner und Japaner. Die ist DER Platz in Laos oder vielleicht sogar in Suedostasien, den man nicht verpassen darf, wenn man etwas auf sich haelt...als Partytourist.

Okay, wir also mit den Schwimmringen den Fluss runter. Am Ufer konkurrieren ein Haufen Bars um die Gaeste, indem sie Pommes und Schnaps fuer umsonst anbieten. Ausserdem baut jede sowieso schon auf viel zu wackeligen Hoelzern stehende Bar, einen noch viel wackeligeren Turm, an dem man sich dann mit einem Trapez oder so runterschwingen kann. Spaeter gibts dann auch noch Bars mit Wasserrutsche und Matsch-Volleyball. Um die Kunden einzufangen werden ausserdem Anker ausgeworfen. Eine Plastikflasche mit einem Seil dran und ein gekonnter Wurf. Wenn der Tourist festhaelt kann man ihn entspannt zu seiner Bar ziehen, jede hat mind. zwei Ankerwerfer. Wenn du nicht aufpasst, dann bekommst du so eine auch mal an den Kopf! Dazu gibts natuerlich laute Musik, Moechtegern-Animatuere und viel viel Sonne. Bier 1 Euro. Und schon hat die Falle zugeschnappt. man darf mir gratulieren, ich hatte den ersten Blackout meines Lebens und bin spaeter in der Stadt irgendwo verloren gegangen und in einer Kneipe in der Haengematte eingeratzt. Allerdinsg hatte ich den Schluessel, sonst haette August mich wahrscheinlich nie gesucht udn ich wuerde da vielleicht noch immer liegen.

Am naechsten Tag beschliessen wir es mal wieder etwas anders zu machen und nehmen einen Job als Ankerwerfer an. Lohn sind Stolz, Ehre und Freibier. Wir geniesssen unsere neue Aufgabe, machen uns wichtiger als wir sind, erzaehlen falsche Geschichten ueber unsere Person und sind eifrig dabei den Leuten Flaschen an den Kopf zu werfen. Spaeter gibts noch eine Auseinandersetzung mit der Bar gegenueber, wir regeln das mit Anker werfen. Wenn du gut bist, dann fliegt dein Anker bis zur anderen Seite des Flusses und sprizt den Gegner nass. Ich denek wir wahren die eindeutigen Gewinner. Der 12 jaehrige Junge hinterm Tresen erzaehlt uns nachmittags, er haette 6 Freundinnen in der Schule und die Party konzentriert sich langsam aber sicher in einer Bar. Zeit das Feld zu rauemen. Ich weiss noch, dass wir auf dem Rueckweg unerlaubt auf das Dach des Tuk Tuks geklettert sind, dann wieder schwarz und ein unglaublicher Kater! In den bars gibt es abends den ersten Eimer mit Whiskey, Eis und Redbull oder Cola umsonst. Daran trinkt man locker ne halbe Stunde, dann in die naechste Bar und den naechsten "Free-Bucket". Das ist gemeingefaehrlich!

Mein erster "Free-Bucket"

Mein erster "Free-Bucket"

Verrueckte Tuber, man beachte den Hippi oben rechts  im Bild

Verrueckte Tuber, man beachte den Hippi oben rechts im Bild

Luang Prabang

Mit dem erwaehnten Kater im Gepaeck klettern wir auf die Ladeflaeche eines Jeeps, wieder Thailaender. Wir duerfen mit bis Luang Prabang. Die alte Koenigstadt und angeblich wunderschoen...bla...bla... Wie erwartet nur Abzocke und daher will ich auch gar nicht mehr daruber schreiben, nur dass wir ca. 6 Stunden auf dieser Ladeflaeche hockten und durch die schoensten bewaldeten Berge und Gesteinsformationen gefahren sind, die man sich vorstellen kann. Der Typ hatte es aber anscheinend eillig und so raste er wie ein Irrer die kurvige Strasse rauf und runter und kam auch einmal ganz gut ins Schliddern. Wir wurden waehrenddessen aufs uebelste hin und her gewirbelt und ich hatte ernsthafte Schwierigkeiten mich nicht zu uebergeben, August schloss sich mir nach ca. 2 Stunden an.

Nach der Koenigstadt machen wir uns schleunigst auf den Weg in den Norden. Mein Lieblingstramp war ein Zahnbuerstentransporter-Haendler. In jeden Dorf hielten wir an und zwei Jungs sprangen vond er Ladeflaeche um mit einer Tasche Zahnbuersten in den kleinen Shops hausieren zu gehen. Unterwegs dann auch noch ein uhriges Erlebnis. Wir naechtigten wie gewoehnlich in unseren Haengematten, diemal an einem schoenen Flussufer, als sich morgens ein ungewoehnliches Geraeusch naeherte...klirr...Klirr...KLIRR... Ploetzlich wurde enige Meter entfernt von uns ein Elefant zur Morgendusche getrieben, dicke Ketten um den Hals und ein Junge auf dem Ruecken. Verwirrte Blicke beiderseits und weiter gings...KLIRR ...Klirr....klirr...

Elefantbegegnung

Elefantbegegnung

Mit dem Zahnbuerstenhaendler

Mit dem Zahnbuerstenhaendler

Bergvoelker im Dschungel- Oudomxay

Von den Freiwilligen in Vientaine haben wir erfahren, dass die Entwicklungshelferin Luisa hier gerade fuer zwei Wochen Englisch lehrt, irgendwo auf dem Dorf. Wir haben uns den Namen des Dorfes aufschreiben lassen und erfahren schliesslich wie man dorthin gelangt. Ein Ueberlandbuss, also einem Pickup mit Dach und Sitzen auf der Ladeflaeche, faehrt uns 35km weit in die Berge (2 Stunden), von dort aus muessen wir 10km einer Strasse folgen und dann bei drei verlassenen Huetten 7km rechts abbiegen. Alles klappt nach Plan. Total durchgeschwitzt und mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Dorf. Problemlos finden wir Luisas Huette. Wir sind nicht die Einzigen. Seit einigen Tagen ist auch Sharif hier, ebenfalls deutscher Reisender. Das hoert sich jetzt mehr an als es ist, denn wir sind erst die Touristen Nummer 2,3 und 4, die jemals dieses Dorf besucht haben. Im Januar war auch schon einmal jemand hier, natuerlich ein Deutscher. August wirds langsam unheimlich. Wie auch immer, mit einem Schlag befinden wir uns wieder im Jahr ...keine Ahnung, auf jeden Fall gibts hier weder Strom, noch Handynetz, noch Verkehr und nur ein Motorrad. Dafuer aber 300 orginale Ureinwohner, noch nicht so wirklich von der Aussenwelt verdorben. Die meisten haben noch die die "Stadt" besucht und als Luisa einem Mann erklaert, dass die Amerikaner vor 50 Jahren auf dem Mond waren verstand er die Welt nicht mehr. Den ersten Abend platzen wir direkt in die Englischstunde fuer die Maenner rein. Im Kreis sitzen ca. 15 ausgewachsene Typen und lassen sich unterrichten, grinsen dabie und wollen eigentlich am liebsten das Englischlernlied mit dem Klatscheinsatz singen...in einer Dauerschleife wenn moeglich. Durch unsere Anwesenheit sind alle total verwirrt aber doch gleichzeitig motiviert. Das Tourismusgeschaeft ist die neue Hoffnunfg hier im Dorf. In einer Stunde Fussmarsch gibt es hier eine riiiiiiiesige Tropfsteinhoehle, erst vor kurzem vermessen und nun fuer den Tourismus freigegeben. Dafuer braucht man Guides, die Englsich koennen. Wie treffend, dass wir gerade ankommen und sie ihre ersten Woerter anweden koennen. Am naechsten Tag gehen August und ich in die Hoehle, wir bekommen gleich drei Guides, da sie unterwegs unterrichten werden wollen. Die ganze Zeit haben die Jungs ihre Bloecke dabei und notieren fleissig die neuen Vokabeln, die wir ihnen diktieren. Tree, Stone, Bamboo, be careful...usw. Ziemlich lustige Situation. In der Hoehle fanden wir dann Stalaktiten auf den man trommeln konnte und schon waren alle eifrig dabei die Steine zu klopfen. Ich weiss, dass ich manchmal sehr kindisch bin aber die Erwachsenen hier, DAS sind Kinder! Am Abend gibts dann Lao Lao, den Reisschnapps hier. Dazu wird ein Tonkrug gekoepft, in dem seit einiger Zeit Reis und Hefe gaert. Als Strohalme wird Bambus benutzt. Ein Glas Schnapps bedeutet hier, dass ein Becher Wasser in den Topf geschuettet wird, dann trinkt man solange, bis wieder ein Becher Wasser reinpasst. Nach drei Bechern wirds ernsthaft gefaehrlich! In guter Stimmung verbringen wir dann den Abend, die Maenner singen und spielen ihre Bambusfloete. Wir singen zur Gitarre, Luisa war auch mal fast Pfadfinder und kennt ne Menge Lieder.

Oeffentliches Verkehrsmittel

Oeffentliches Verkehrsmitteltraditionelle Bambusfloete

Am Nachmittag streunern wir wieder herum und finden eine spannende Partie Boule. Wir duerfen auch einmal werfen, versagen total und verschwinden wieder. Spaeter wird ein anderes Spiel gespielt. Eine Boulekugel in der Mitte und aus 5m muessen die gegenueberstehenden Gruppen die Kugel treffen und somit aus einem kleinen Kreis stossen. Wir bilden das "Falang-Team" (Falang heissen hier alle Auslaender). Wir forden die Dorfjugend...und verlieren. Trotz der Unterstuezung des Publikums mit lustigen Fangesaengen und grosser Anteilnahme versagen wir wieder. Als Verlierer muessen wir Platz machen fuer die naechsten aber die Runde drauf stehen wir wieder auf der Linie und wie ein Wunder schlagen wird die Champions. Drei Runden wiedersetzen wir uns den Dorfmatadoren, bis wir uns, durch die Menge angeheizt, uns selbstueberschaetzend und auf Wolken schwebend, zu weit aus dem Fenster lehnen. Bis auf die Knochen blamiert und wie gepruegelte Hunde rauemen wir das Feld. Doch das Publikum steht weiterhin hinter uns. Wir versuchen mit Volleyball ein Comeback, doch das geht richtig schief. Waehrend der Trockenzeit haben die Leute hier nichts zu tun und gammeln nur rum oder spielen Volleyball....

Boulematch

Boulematch Und das vernichtende Volleyballmatch

Am Abend werden wir zum Haueptling geladen. Der Mann ist ungefaehr knapp ueber ein Meter zwanzig gross und hat eine riesige voluminoese Frau. Zur Feier des Tages wird wieder ein grosser Krug Reisschnapps geoeffnet. Gut angeheitert sitzen wir ums Feuer und sollen wieder singen. Am besten etwas zum Mitklatschen, das ist hier ganz gross! Wir packen das Lied aus dem Englischunterricht aus:

"When you are happy and you know it clap your hands -CLAP CLAP! When you are happy and you know it clap your hands -CLAP CLAP! Usw." (Melodie: Meine Tante aus Marokko)

Die Maenner und Frauen kennen inzwischen zwar den Text, muessen sich aber zu doll konzentrieren um nicht den Klatscheinsatz zu verpassen bzw. ihre Lachanfaelle kontrollieren, so singen wir wiedermal alleine. Am Ende des Abends werden wir in die koengliche Familie aufgenommen. Wir drei Jungs schaffen es bis zum Status Cousin, Luisa darf sich nun Hauptlingstochter nennen. Dafuer habe ich es aber schon einmal geregelt, dass ich bei den naechsten Stammeswahlen als Spitzenkanidat der Falang-Partei gegen den werten Herren antreten werde!

Die Falangs: August, son Typ, Sharif und Luisa

Die Falangs: August, son Typ, Sharif und Luisa

Dorf

Dorf

Die Dorfaeltesten mit dem Reisschnapps

Die Dorfaeltesten mit dem Reisschnapps

Am naechsten Tag sollte Plan B greifen und der Chef des Deutschen Entwicklungsdienstes in Oudumxay Luisa abholen, wir hoffen darauf, dass er mit dem Auto kommt. Ein laaaanger Tag mit lesen und endlosen Schachspielen, am Ende noch ein Fussbalspiel gegen die Dorfauswahl mit ploetzlich 50 Zuschauern. Abends beschliessen wir am naechsten morgen um 5:00 Uhr aufzustehen und uns zu Fuss auf den Weg zu machen. Zwei Tage gefangen in einem Dorf in den Bergen sind uns allen genug. Solange man freiwillig da ist, ist es grossartig, doch wenn man sich mental schon verabschiedet hat wirds seltsam. Noch im Dunkeln brechen wir auf, einige sind extra aufgestanden um uns zu verabschieden. Nach einigen Stunden erreichen wir ein Dorf, dort steht ueberaschenderweise ein LKW, der illegal gefaelltes Holz in die Stadt bringt, wir duerfen mit, fruehstuecken aber erst noch mit dem Fahrer in seiner Bambushuette. Ueber dem Feuer hangt eine frisch gehaeutete Ratte. Fleisch ist hier draussen rar.

Dorf II

Dorf II

Zigaretten als Gastgeschenk auf dem Holztransporter

Zigaretten als Gastgeschenk auf dem Holztransporter

Am Nachmittag erreichen wir die Stadt und gehen mehr oder weniger auf direktem Weg in unser Lieblingsrestaurant. Tage ohne Internet, fliessend Wasser und Strom sind okay aber jeden Tag Sticky-Rice mit fettigem Omelette zum Fruehstueck, Mittag-, und Abendessen, das ist echt ne Folter!

Vorgeschmack auf China: NOKLA und OKIA Handys

Vorgeschmack auf China: NOKLA und OKIA Handys

Russen in der Casinostadt
Der Tramp Richtung China verlief super. Eine chinesiches Paar wollte uns sogar einige hundert Kilometer bis hinter die Grenze mitnehmen aber leider war der Grenzuebergang an dem Tag fuer Auslaender gesperrt, so mussten wir eine Nacht in der Grenzstadt Boten verbringen. Ist aber wie China hier. Hier kann man nur noch mit Yen bezahlen, die Zeit ist schon umgestellt und taeglich kommen tausende Chinesin  in die Casinostadt, weil Gluecksspiel in China verboten ist. Hier ist so ne Art Mini-Las Vegas.
Gluecklicherweise sehen wir Boris vor dem grossen Luxushotelk rumstehen. Der sichert uns zu, uns weiterzuhelfen, wenn wir kein Zimmer finden. Wir gehen los, trinken ein Bier und gehen wieder zu Boris, so eine Chance darf man sich nicht entgehen lassen. Boris betriebt ein kleines Casino und wir koenne in einem Apartment mit den Angestellten pennen. Im Casino trinken wir noch ein Kaffee zusammen, als ploetzlich der total besoffene Premierminister von Laos reinkommt mit einem Rattenschwanz von anzugtragenden Typen, die muessen ihn  sogar stuezen, da er weder laufen noch sprechenkan. Die offizielle Begruessung des (Mafia)Chefs its nur ein unverstaednliches Gemurmel.
Wir haben jetzt uebrigens ein offizielle Jobangebot hier zu arbeiten, englischsprechend und Westler, das ist eine gefragte Kombination. Wir denken mal drueber nach, vielleicht einmal wenn alles schief geht. Boris ist einer von diesen Typen, die immer etwas zu tun haben oder zumindest jemanden kennen...
Als naechstes besuchen wir die anderen Angestellten in ihrem Zimmer. Oleg, Arthur und Stalin (Spitzname, glaub ich) sitzen mehr oder weniger unbekleidet in der Kueche der verwahlosten Wohnung und trinken den ekligen chinesichen Schnapps. Wir snacken Kartoffeln, essen Eier, laestern ueber Chinesen, singen rusischen Lieder und ziehen total betrunken in einer coolen Gang in die Casinos. Allerdings warnen uns die drei, dass wir aufd keinen Fall spielen sollen. Alles drei Techniker hier und zustaendig dafuer, die Gerate zu manipulieren. Wen wir uebrigesn Probleme haben sollen wir bescheid sagen, Arthur hat ne Knarre und Stalin Tattos an den Unterarmen, das gilt hier als Mafiasymbol.
Mal sehen, ob wir es heute schaffen die Grenze zu ueberqueren. Der Kater ist mal wieder zu Besuch, wird langsam so eine Art Dauerzustand!
Howdy!


veröffentlicht unter: Allgemein 2 Kommentare
5Mrz/101

Einmal Laos

Ohne Ziel und Karte trampten August und ich ueber die laotische Grenze. Irgendwo hier liegen die "4000 Islands" im Mekong. Schliesslich erreichen wir ein Dorf mit Hafen. Ein Blick auf die Preistafel, die billigste Fahrt soll es sein, der Name der Insel ist uns unbekannt aber vor allem egal! Nach dem aufreibenden Djungeltrip wollen wir uns etwas ausruhe, mit den Einheimischen anfreunden und vielleicht ein Boot leihen oder kaufen. Hauptsache ersteinmal Ruhe.
Ein kleines Holzboot manoevriert uns durch gruene kleine Inseln, wir fuehlen uns wohl. Einige Einheimische winken und die Sonne verschwindet langsam am Horizont. Wir fuehlen uns sehr wohl. Dann die Ernuechterung: Hinter einer Kurve taucht eine Insel auf, mit Bungalows am ganzen Ufer, ein kleiner Strand zum anlegen, wo sich glatzkoepfige, krebsrote Maenner in der Sonne aalen und neben uns treibt ein Mann mit Bier in der Hand auf einem Schwimmring vorbei. Dumm gelaufen! Voll in die Touristenfalle getappt! Aber okay, wir sind guter Dinge und werden die Zeit damit verbringen komische Touristen zu beobachten. In einem ausgebuchten Guesthouse duerfen wir umsonst in unseren Haengematten im Garten naechtigen. Abends zelebrieren wir  Augusts drei monatiges Reisejubilaeum in einer Kneipe, als auf einmal Benni vorbeistiefelt. Wie der Zufall es so will, kruezen sich unsere Wege auf dieser fuer uns beide so untypischen Insel. Ein Abend mit Bier am Strand und Berichten der letzten Wochen folgt. Wir beschliessen nocheinmal zusammen eine kleine Motorradtour zu unternehmen, bevor Benni in den Sueden abzieht und ich  in den Norden reise.

Benni bleibt noch einen Tag, waehrend august und ich nach Pakxe, der naechsten grossen Stadt trampen. Unser Ziel ist es in Laos komplett auf oeffentliche Verkehrsmittel zu verzichten. Bis heute hats wunderbar geklappt!
Aus der dreitaegigen Motorradtor werden am Ende fuenf. Heilos selbstueberschaetzt und die schlechten Strasen unterschaetzt, ausserdem eine uebele Strassenkarte. Den Weg zieren Wegweiser zu Wasserfaellen, so finden wir auch unser erstes Nchtquartier.  Den naechsten Tag versuchen wir in ein Dorf auf einem Berg zu fahren aber am Ende kommt raus, dass wir auf einer total falschen Strasse waren. Nix mit Dorf, dafuer ein abenteuerlicher Weg. Anstatt einer sanften Steigung erwartete uns so eine Art Achterbahnfahrt. Kurz bergauf, dann weit runter und viel weiter wieder rauf. Das mit schwerem Rucksack und riesen Loechern in der Strasse. Das Fazit waren nach drei Tagen diverse kleine Stuerze und mal wieder ein schmerzender Hintern fuer mich.
Am vierten Tag dann Pause hinter einem groesseren Dorf. Vor uns nur noch 60km schlechte Strasse und eine Stunde Hauptstrasse. Gut zu erledigen an einem Tag. Allerdinsg nicht mit Regen. In der Nacht werden wir von dicken Tropfen geweckt, die rasant zu einem derben Unwetter werden, dass  bis zum spaeten Nachmittag andauern wird. Benni entkommt zuerst und flieht Richtung Dorf, August und ich folgen zeitversetzt und werden gleich vom ersten Einwohner aufgenommen. Der ist zufaellig Mechaniker und noch bevor wir uns setzen, schiebt er Augusts Motorrad rein und faengt an den Reifen zu wechslen. Zwei Loecher!
Wir trinken ein Kaffe und warten bis zum Sonnenaufgang. Dann schliddern wir mit unseren Raedern durch den Matsch und einen kleinen knoecheltiefen See auf der Strasse ins Dorf, Benni suchen. Der hat inzwischen an der Hauptstrasse ein leeres Haus besetzt. Hier werden wir den Tag verbringen. Auf der Veranda trocknen wir unser Gepaeck und lungern den Tag auf der Bank herum und beobachten das Geschehen. Scheinbar scheint es keinen so wirklich zu interessieren, dass drei Auslaender einfach ein Haus besetzten und auch nach Regenende keine Anstalten machen weiterzureisen. Irgendwann bringt uns die Nachbarfrau eine Sitzmatte, schliesst die Tuer auf und schliesst den Strom an.
Am naechsten Tag muessen wir umkehren, die Strasse ist nach den Regenfaellen nicht mehr passierbar. Den gaaaanzen verflixten Weg zurueck! Wir starten um 8:00 uhr und kommen erst um 18 Uhr in Pakxe an. Mein Hintern!!!

Die naechsten Tage verbringen wir damit, langsam Richtung Hauptstadt Vientaine zu ziehen. unterwegs sehen wir, das ein Moneky-Forest ausgeschildert ist. Wir nehemn uns die Zeit und folgen der staubigen Strasse. Fuer 30km brauchen wir ca. 2Stunden und 6 oder 7 Trecker. Den Affenwald erreichen wir ann zeitgliehc mit einem Haufen einheimische Touristen. Die wissens wies geht! Beladen mit Bananen laufen sie zum Waldrand und klatschen in die Haende. Nach 2 Minuten ist alles voller Affen, sicher an die 60 Stueck! Als das Essen leer ist fangen die Affen langsam an sich gegenseitig zu beissen und von den Bauemen zu werfen und schliesslich vershwinden sie dann auch. Wir nehmen die Einladung an, der Touristengruppe zu folgen. Tempelbesuch, Schildkrotensee und ab zur naechten Stadt. Perfekt.

Es geht  weiter nach Vientaine. Trampen ist hier echt etwas anderes! Meine drei Highlights auf der Strecke waren ein Truck mit Zuckersaecken beladen, auf denen wir es uns dann gemuetlich mahcne konnten (Mittagsschlaf), ein Pickup mit einer Sofagarnitur , die das ganze Hinterteil des Wagens ausfuellte (war wie Cabriofahren auf einem Sessel) und ein Typ, der uns kurz vor Sonnenuntergang einsammelte und unerwartet 250km bis nach Vientaine fuhr und sogar anhielt um uns Bier zu kaufen. 250km sind uebrigens eine ganze Menge hier! Hier gibt es nur eine grosse Strasse, die sich einmal durchs ganze Lang schlaengelt und eher so Dorfstrassenniveau hat. Generell ist es hier etwas schwe, den Leuten begreiflich zu machenwas man will. Wenn man den Daumen rausstreckt, dann heben sie auch ihren Daumen und winken zurueck. Wahrscheinlich wird das als eine Art Lob interpretiert. Wenn man dann agressiv ein Auto rangewunken hat, gehts nicht in den Kopf, dass ein fahrzeug in die Richtung der Zielstadt auch schon hilftm, auch wenn man dann weiterer Wagen finden muss und drittens wird einem oefters vorgeschlagen, dass man doch einfach ein taxi nehmen soll, den als Auslaender ht man schliesslich genug Geld.

Wie auch immer, Trampen ist hier ein Riesenspass!

marcus

Romantischer Mekong

Romantischer Mekong

Zu Gast beim Melonenhaendler

Zu Gast beim Melonenhaendler

Mit dem Floss in den Wasserfall

Mit dem Floss in den Wasserfall

Staub auf den Zaehnen...mal wieder

Staub auf den Zaehnen...mal wieder

Mekong

Mekong

P2200159

Verfahren in den Bergen

Verfahren in den Bergen

Tankstelle im Nirgendwo

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Unterm Wasserfall

Unterm Wasserfall

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Unsere Veranda

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Den Korb muss man sich wegdenken!

Den Korb muss man sich wegdenken!

Nickerchen im Pickup

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Mit dem Traktor uebers Land

Mit dem Traktor uebers Land

Bin uebrigens in Asien!

Bin uebrigens in Asien!

Der Affenwald

Der Affenwald

Die laufen hier in Heerscharen durch die Gegend!

Die laufen hier in Heerscharen durch die Gegend!

Frisches Essen auf dem Markt

Frisches Essen auf dem Markt

veröffentlicht unter: Allgemein 1 Kommentar
   
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