Wie helfe ich einer Hilfsorganisation….
Alle wege fuehren nach Rom, ausser in Kambodscha, da fuehrt alles nach Pnohm Penh. So kam ich nicht drum herum, zumindest einen kurzen Blick auf die Hauptsadt zu werfen. Kaum angekommen holte mich allerdings eine kleine Lebensmittelvergiftung ein und ich verschlief nahezu zwei Tage in einem Hostel. Ist echt eine seltsame Stadt. Keine oeffentlichen Verkehrmittel, nur Motorradtaxis und Unmengen von Tuk Tuks. Ausserdem will jeder dir Gras verkaufen oder dich ueberreden auf eine Shootingfarm zu fahren. Da kann man dann rumballern und fuer 200$ eine Kuh mit einer Panzerfaust abknallen oder wer es richtig derbe mag, der kann mit einem Motorrad ueber ein Minenfeld brettern, denn wenn man mit 175kmh darueber jagdt explodieren die Minen hinter und nicht unter einem. Alles ziemlich verrueckt! Aber troztdem eine hoechst angenehme Atmosphaere, denn die Menschen sind hier hoechst freundlich!
---Sunflower Orphan Centre---
Eher zufaellig entdeckte ich den kleinen Aushang eines Waisenhauses fuer Kinder mit HIV und AIDS. Besucher jederzeit willkommen, man wird sogar umsonst abgeholt. Ich mache schnellstens einen Termin fuer den naechsten Morgen aber der Fahrer erscheint nicht. Wiederwillig fahre ich mit dem Taxi zum Waisenhaus um mal ein ernstes Woertchen mit den Typen zu wechseln, mich da einfach so zu versetzten... Die beteuern allerdings, dass man ihnen an der Rezeption versicherte ich schliefe noch, weil ich mich am Vorabend krass betrunken haette. Die Masche ist diese, man versucht um alles in der Welt die Touristen im Touri-Ghetto zu halten, damit das Geld dort ausgegene wird. Wie dem auch sei. Vorort erwarten mich 17 froehliche Kinder, die seit 8 jahren wie eine Familie zusammenleben. Das ganze Projekt lauef ueber vier Freiwillige aus Kambodscha. Seit einem Jahr gibt es allerdinsg erhebliche Probleme, da ein grosser Dauerspender aus Japan abgesprungen ist und so fehlen 500$ im Monat. Daher muessen die beiden Hauptverantwortlichen, Sary und Len, jeden tag mit eienr hand voll Kindern, nach der Schule auf die Strasse um Spenden einzutreiben, allerdinsg hoechst unerfolgreich, denn gegen die professionellen Bettelkinder sehen die kein Land. ich beschliesse vorerst zu bleiben und ziehe fuer einieg Tage ins Waisenhaus. Die folgenden Nachmittage stehe ich vorm Nationalmuseum und labber den Touristen das Geld aus der Tasche. Hat ganz schoe Spass gemacht und waehrend meiner Anwesenheit, gesellen sich noche eineg weitere Reisende zu uns und helfen mit. Die ganze Sache kommt langsam ins Rollen. Nach vier Tagen haben wir 498$ eingenommen + 100 kilo Reis und einige weitere Sachspenden von Besuchern. Wenn westlich ausehende Menschen nach Spenden fragen ist es schon etwas ganz anderes, ploetzlich bleiben die Leute stehen und sind bereit sich die Sachlage erklaeren zu lassen. Die Glaubwuerdigkeit steigt! Sehr interessant war auch, dass die ganzen anderen "Bettler", also Buch- und Wasserverkauefer, Kinder und Menschen mit Behinderung mich ploetzlich nicht mehr als Touristen, sondern als einer von ihnen betrachteten. Die Tuk Tuk- Fahrer fingen an mich zu umarmen, alle gruessten mich, die Kinder spielten mit mir und mancher erzaehlte mir seine Geschichte. Da war zum Beispiel das Maedchen, das aussah, als wuerde es seit Jahren auf der Strasse leben, das aber eigentlich Vormittags in die Uni geht und Nachmittags Wasser verkauft um sich zu finanzieren. Nach vier Tagen war auf jeden Fall ersteinmal alles in trockenen Tuechern und ich goennte mir ein paar Tage Urlaub.
www.sunflowerorphanage.org/
(Falls irgendjemand mal zufaellig in Kambodscha reisen sollte, unbedingt das Waisenhaus besuchen!!!)
Battambang und Angkor Wat
Zusammen mit Falk, einem Reisenden aus Frankfurt, der dem Waisnehaus ebenfalls seit Neustem unter die Arme griff, fuhr ich nach Battambang. Eigentlich die zweitgroesste Stadt im Land, in echt aber eher so ein kleines verschlafenes Nest wie sie hier ueberall zu finden sind. Hier besuchten wir Kayne, einen Bekannten, der hier ebenfalls in einem Waisenhaus arbeitet. Die meiste Zeit mieteten wir uns allerdings Motorraeder und fuhren quer und ohne Ziel durchs Umland. Wirklich wunderbar. Jeder winkte uns zu und einmal preschten wir zufaellig in eine Hochzeit. Um 15:00 Uhr waren alle schon so besoffen und am tanzen, dass es gar kein Problem war dort Fuss zu fassen. Nach jeden Foto ernteten wir 200 "Thank you"s und ich glaube eine Dame hat mir ein obzoenes Angebot gemacht.
Am letzten Tag auf dem Rueckweg gabs dann allerdinsg Probleme. Mitten waherend des Fahrens ging der Motor aus und sprang auch nicht mehr an. Und das im absoluten Nirgendwo. Gluecklicherweise lebte in einem der wenigen Haueser ein Hobbymechaniker, der es schaffte nach einer Stunde meine Maschine wieder zum Laufen zu bringen. Vorsichtig machten wir un sauf den Rueckweg, im Gedanken stritt ich schon mit dem Besitzer des Motorrads um den Preis fuer die Reperatur, den man ist hier nicht versichert. Zwei Tage zuvor hatte Kayne sich mit einer Maschine lang gemacht und sollte fuer zwei Kratzer 60$ zahlen ( am Ende 25$). Ein Kratzer! ich hatte einen Motorschaden verursacht! Mein Typ sagte mir ueberaschenderweise nur, dass der Dorfmechniker mich beschissen haette, da ich behauptete, dass ich ihm 5$ bezahlt haette und machte sich mit der Machine einfach aus dem Staub. Meinetwegen okay...
Wenn man schon einemal so Nahe an Angkor Wat dran ist, sollte man es vielleicht auch besuchen. Ausserdem wollte ich heimlich einbrechen und eine Nacht dort verbringen. Die Realitaet sah aber anders aus. Ich war mal wieder krank und konnte mich kaum auf den Beinen halten( das wird langsam zur Regel hier), alles voller Touristen und 20$ Eintritt. Als wir dann gerade gehen wollten verschwanden aber auch die Ticketkontrolleure und so huschten wir doch noch schnell hinein. In Windeseile lief ich den Securitys in den Ruecken und erforschte die verbotenen Bereiche des Tempels. Bis zum obersten Turm habe ichs geschafft, bis mich dann beim Runterklettern eine Patroullie einfing. Gluecklicherweise kam ich ungeschoren davon. Am naechsten Tag reisten wir sofort wieder ab. Obwohl man hier Ewigkeiten verbingen koennte, weil die ganze Landschaft mit praehistorischen Bauten uebersaeht ist, hielten uns doch keine zehn Pferde in dieser Touristenfalle.
Zurueck in Battambang liefen mir dann so ganz zufaellig zwei bekannte Pfadfinder aus Berlin ueber den Weg. Die Welt ist klein. Darauf ersteinmal ein Bier und zufaellig hatte die Kneipe eine alte Gitarre und so traellerten wir zusammen den Abend lang unsere alten Lieder. Wirklich wunderbar nach solanger Zeit!
Phnom Penh II - Abschied und Hochzeit
Sary und Len hatten uns zum Dank eine Party versprochen und so kam es dann auch. Im Waisenhaus fuehrten uns die Kinder traditionelle Taneze vor (u.a. den Affentaz, der war super!) und nach einem Festessen gabs dann Kinderdisco. Alle waren total aus dem Haueschen. Mit der Zeit stroemten auch die Kinder aus der Nachbarschaft hinzu und schon war die Bude voll! Spaeter lernte ich dann einen lustigen Tanz. Man stellt einen Tisch oder so in die Mitte und laueft oder taenzelt dann mit allen Leuten langsam im Kreis, dabei fuchtelt man mit den Haenden und kann sich auch etwas unterhalten. Das ging sicher 1,5 Std so. Ziemlich lustig!
Am naechsten Tag hiess es dann Abschied nehmen. Natuerlich hatten die Kinder sich gut an mich gewoehnt und ich noch vielmehr an sie und so trennten sich schwereen Herzens unsere Wege. zuvor wurde ich aber noch schnell zu einem Fotografen kutschiert, der noble Passbilder von mir machte, den als Dank gab es noch ein Zertifikat fuer die Unterstuezung. Am naeschten Tag ging mein Bus nach Norden und ich musste daher frueh aufstehen. Das Waisenhaus liegt allerdinsg 10km ausserhalb. Und so verbrachte ich meine letzte Nacht nocheinmal in Phnom Penh.
Glueckicherweise hat Barrie, eine Amerikanerin, die in eienr Mikrokreditbank arbeitet mir angeboten mich zu einer Hochzeit eines Kollegen mitzunehmen. Ihr glaubt nich was die hier fuer einen Aufwand betreiben! Die Frauen sehen aus wie Cinderellas und die Anzahl der Gaeste geht manchmal bis in den vierstelligen Bereich! Diese Hochzeit beschrankte sich alleridngs auch ca. 400 Gaeste und einen total verwirrten Auslaender. Alle in ihren besten Klamotten, ich in Schlabberhose, dreckigem T-Shirt und Sandalen. Troztdem gab es einen Menge Lob fuer mein cooles Outfit. Viel wichtiger, es gab eine Menge zu Essen. Neben gebratener Ente war die Currysuppe mit den Riesengarnelen mein persoenlicher Hoehepunkt. Lustigerweise hoerten die Leute an unserem Tisch immer auf von etwas zu essen, wenn sie bemerkten, das Barrie und ich daran gefallen gefunden hatten. Das nenne ich Gastfreundschaft! Komischerweise fand ich mich spaeter bei der Zeremonie in der ersten Reihe wieder, genau vorm Hochzeitskuchen und als der Braeutigam dann gerade dabei war, die Braut mit Kuchen zu fuettern, bemerkte ich, dass er zwischendurch immer zu mir rueberschielte...in diesem entscheidenden Moment... Verrueckt! Die meisten interessierten sich uebrigens gar nicht fuer die Zeremone sondern betranken sich hemmungslos. War auch viel lustiger und Hochzeiten gibts heir wie Sand am Meer, das scheint abzustumpfen! Danach gabs dann wieder den lustigen Kreistanz und ein riesiger Poebel rotierte um den Kuchentisch.
Am naechsten Morgen, also heute gings los. Ich hatte mich mit dem Daenen August verabredet. Wie mein kleiner Bruder hat er mit 17 jahren seine Weltreise begonnen, das war mir natuerlich sympathisch. Nach einigem Hin und her haben wir uns dann auch in Kampong Son gefunden und gerade jetzt schlaendert er ueber den Markt waehrend ich im Internetcafe schwitze. Fuer Morgen haben wir einen coolen Plan!

Kinderdisco

Nachbarkinderzu bereichern unser Fest

Gruppenfoto mit den frisch gekauften Kleidern

Rechts Vichet und den anderen Namen konnte ich mir nie merken

Auf der Dorfhochzeit waehrend der Motorrad-Exkursion

Nackte Indianerkinder auf dem Land..sahen zumindest so aus!

Mein erster Motorradtrip

Angkor Wat, das groesste religioese Bauwerk der Welt

Mehr davon

Buddah mit Gewand

Riesenbuddah in Battambangs Umland

Besuch der Krokodilfarm

Kuk Klux Klan - Waescherei

Eine Tankstelle wie es sie hier an jeder Strassenecke gibt

Abschiedsgruss von den Waisen...
Februar 10th, 2010 - 15:48
einfach toll.
ich bin gerade eine halbe stunde bei minusgraden aus der stadt nach hause durch den schnee gewatschelt, weil die VWG den busbetrieb von jetzt auf gleich eingestellt hat – und dann seh ich hier, wie andere menschen auf der welt nackt durch die gegend rennen können, weil sie sonst dehydrieren würden.
ich will auch schwitzen!
aber wie heißt es doch so schön: jedes land bekommt das wetter, das es verdient!
gruß
jo
Februar 11th, 2010 - 15:31
Hey Marcus! Ich lese alle eure Beiträge und Erlebnisse und find das alles Unglaublich toll was ihr so durchlebt! Ich bin echt auf weitere Erzählungen von euch gespannt! Ich wünsch euch noch sehr viel Spaß und viele tolle Erlebnisse und Eindrücke aus der Welt!
Gut Pfad und Buörns und kalte matschige eisglatte Schneegrüße
Julia
Februar 15th, 2010 - 12:49
muhhahahahahhahaa
du und motorrad dachte ich mir. die vorstellung brachte mich ganz schön zum lachen. und dann erkannte das authentische: du machst es kaputt. hahhaaa. super. ne, echt respekt. du bist ein mann nänänä uuuuaahhh …
tolle geschichte mit der waisenhausaktion!
peace finn