Bier, Besen, Boule und Karaoke – Langsamkeit auf Laotisch
Sabaidee!
Seit Beginn des Monats Februar bin ich mittlerweile schon in diesem schlanken Land, eingekeilt zwischen den geschaeftigen & hektischen Nachbarn wie Thailand und China unterwegs.
Laos PDR steht offiziell fuer Laos People Democratic Republic...doch man scherzt hier gerne (und lernt nur all zu schnell wie viel Wahrheit daran ist!), dass es eigentlich fuer "Laos Please Dont Rush" (= Laos Bitte Nicht Hetzen) steht. Ich betrachte mich eigentlich als recht gechillten Menschen, doch selbst fuer mich war es anfangs nicht ganz einfach diese seelige Ruhe in absolut jeder Lage nachempfinden zu koennen.
Durch den Norden
Nachdem ich zusammen mit meiner Reiseabschnittsgefaehrtin Andrea aus Canada die Grenze bei Huay Xai ueberquert hatte, daemmerte es schon und kein guter Platz fuer's Zelt war in Sicht. So wanderten wir die Hauptstrasse entlang, als aus einem Hof ploetzlich lautes "Sabaidee! Come here!" ertoente. Schwups befanden wir uns auf einer kleinen Party gut gelaunter, da voellig betrunkener Laoten, die uns nur halbwegs erklaeren konnten, warum sie ueberhaupt feierten. Vielleicht waren sie auch zu beschaeftigt uns staendig das Nationalgetraenkt und Nationalstolz "Beerlao" einzufloessen - nach der Enthaltsamkeit in Thailand sollte damit in Laos nun wohl Schluss sein.
Die Nacht verbrachten wir in einer Baustelle, wo wir un im zweiten Stock recht sicher fuelhten. Nachts gegen 4 Uhr schreckten wir auf, Hundebellen war zu hoeren, Schritte kamen dir Treppe hinauf und Tachenlampen erhellten den rohen Beton. Scheisse! Nun sind wir faellig!
Langsam und voellig verschlafen naeherte ich mich den Eindrinlingen (die eigentlich ja wir waren!)...und wurde ueberrascht angegrinst! Ohne ein Wort zu mir schrie der sympathische Laot lachen aus dem Fenster "Hahaha, Farlang! Farlang!" (Farlang heisst so viel wie Fremder / Tourist). In dieser Nacht wurden wir nicht mehr belaestigt
Am folgenden Morgen wurde uns klar, wo die ganze Musik (schraeeeg!) am abend herkam. Statt eines Lokals zum Fruehstuecken fanden wir in einer einzigen Strasse gleich 3 Karaoke Bars, wo selbst am Tage Kinder zu schrecklicher Thai Musik singen.
Anschliessend muss ich lernen, wie schwer das Trampen in Laos ist...nicht aufgrund unfreundlicher Leute - im Gegenteil! Einfach, da es in manchen Gegenden fast keinen Verkehr ueber laengere Distanzen bzw. zur naechsten Stadt gibt! Abgesehen von den tausend Mopeds... Trotzdem erreichen wir irgendwann das Dorf Vieng Phuka, wo uns das Panorama von im Fluss badenden Kindern und waschenden Frauen, den Bergen im Hintergrund und der Stille zum Bleiben ueberzeugen.
Abends wohnen wir dem laotischen Nationalsport, Boule / Petang bei, die Matches werden selbstverstaendlich von Beerlao "gesponsort"
Wir versuchen erneut zu trampen....nach 80 Minute Warterei auf leerem Highway nimmt uns ein Bus mit - bis zum naechsten Dorf, wor dieser in den Garten einer Farm faehrt und der Busfahrer uns ins Farmhaus fuehrt. Per basaler Kommunikation erklaert man uns, dass es erst in ca. 5 Stunden weitergeht. Toll! Doch es sollte uns nicht langweilig werden! Wenig spaeter war das Essen angerichtet und mangels Moeglichkeiten zur Verstaendigung tranken wir reichlich Beerlao, sangen klatschten und lachten bis es dann auch vier Uhr war und der gut angeduselte Busfahrer uns weiterbefoerderte. Natuerlich ging die Party im Bus bei lauter Thai Musik weiter - bin noch immer verwundert, dass wir keinen der zig Abhaenge heruntergefallen sind....
Der Dank fuer die folgenden Bilder gilt meiner Ex-Reisepartnerin Andrea!

Im Einbaum ueber die Grenze nach Laos

Laos Couisine...mhhh!

Beerlao! Beerlao! Hicks!

Hinterhofparty

Daemmerung am Mekong

Huch! Was machst du denn hier!

Morgenwaesche

Warten auf den Tramp bei 35 Grad...

Musizieren mit laotischen Busfahrern
Ueber Luang Nam Tha geht es bis Oudomxai weiter, wo sich die Wege von mir und Andrea dann trennen - fuer sie gehts direkt in die Hauptstadt, fuer mich nach Niang Khiaw weiter. Dieser Ort war einfach so schoen von der Landschaft her, dass ich nur am Fluchen ueber den Verlust war. Da mir das geld ausging und kein ATM nahe war, ging es per Pick Up nach Luang Prabang - Weltkulturerbe und eine der schoensten Staedte Asiens...so sagt man. Fuer mich ein voelliger Reinfall. Die Stadt ist zwar schoen, aber ein touristisches Epizentrum, teuer und irgendwie unecht. Nur weil mich ordentliche Magenkraempfe dahinfrafften, blieb ich ueberhaupt dort. Schnellstmoeglich bestieg ich nachdem ich wieder lebensfaehig war den naechtlichen Bus in die Hauptstadt Vientiane.
Hoellenfahrt!! Auf einer Strasse mit 2000 Hoehenmetern, 3000 Kurven und 5000 Schlagloechern ging es fuer 11 Stunden ohne eine Minute Schlaf in Richtung Hauptstadt. Von den 10 Laoten um mich herum fingen 6 an zu kotzen und mein Nachbar kuschelte sich schlafen an meine Schulter. Voellig zerstoert erreichte ich Vientiane, wo ich mich vor das naechstbeste Guesthouse um 5Uhr morgens legte, um auszuschlafen.
Glueck im Unglueck. Das Guesthouse war ein Glueckstreffer! ich blieb (nicht zuletzt wegen Visa-Bemuehungen) gleich 4 Naechte in Vientiane und verbrachte eine tolle Zeit mit den Leuten im Guesthouse, Locals am Mekong Ufer oder Gesindel in irgendwelchen Bars. Ich hing viel mit Niels aus Holland herum, der die ganz besondere Mission hat, auf seiner 2,5 jaehrigen Reise durch reichlich Laender moeglichst viele Frauen abzuschleppen - bisher mit durchschlagenden Erfolg! Wurde also kaum langweilig, dank ausfuehrlicher Stories und reichlich Bildmaterial
Ergebnis soll uebrigens irgendwann ein Buch werden - Titel darf ich leider nicht verraten, aber ein Bestseller wird's sowieso!
Uebrigens bin ich in Vientiane an eine brauchbare Kamera gekommen! Ab jetzt also wieder Bilder

Das Patoxai in Vientiane

Deutscher Einfluss

Ab in den Sueden!
Trotz vieler positiver Dinge fiel es mir bisher schwer Laos richtig zu geniessen. Ich fuehlte mich stellenweise zu sehr an die Hauptstrassen gebunden und einfach unfrei, da man kaum eigenstaendig in die Wildnis gehen konnte - und eine gefuehrte Tour blieb absolut ausser Frage.
Also beschloss ich ab in den Sueden zu ziehen, wo der Mekong die Grenze zu Thailand bildet und es besser als im Norden zu machen!
Beinhart wie'n Rocker!
In Pakse beschloss ich mir meine Freiheit zu erkaufen. Zusammen mit der in GB geborenen Chinesin Katherine mietete ich mir ein Motorrad, verzurrte meinen Rucksack und nachdem Katherine das gleiche getan hatte brausten wir los - in die naechstbeste Polizeikontrolle, die uns wegen Kleinigkeiten zum Revier bringen wollte. Wir grinsten und redeten uns heraus und bewahrten gleich den Franzosen J.P. vorm gleichen Schicksal. Dieser hat schon halb Laos per Motorrad durchquert und schloss sich uns an!

Sogar in rot!

Der hoechste Wasserfall Laos - 120m

Abendessen im Dschungel

Unser Badezimmer
Also bretterten wir hochmotiviert in Richtung des Bolaven Plateus und des oestlichen Hochlands. Der Plan ging tatsaechlich auf - Laos laesst sich grossartig per Motorrad erkunden! Ber der Fahrt duch winzife Doerfer winken die Kinder und die Frauen bieten uns Essen an. Bei der ersten Panne an Katherines Bike kommt sofort der 10 Jaehrige Dorfmechaniker und nach 5 Minuten laeuft die Maschine wieder! Am Abend erreichen wir einen beeindruckenden Wasserfall abseits der Piste ich dichten Gruen des Dschungels, wo wir Lager aufschlagen und uns am Feuer erstmal richtig vorstellen, was bisher eher nebensaechlich war

Auf der Suche nach Fruehstueck

J.P. & Me
Am naechsten Tag nach einem Bad im Fluss und einer Wasserfalldusche ging es ueber halsbrecherische Staubpisten weiter. Katherine stuerzte ungluecklich, dass der Reifen ihres Bikes explodierte und einiges Verbogen war. In gluehender Hitze ganz im Stile der alten Corny Werbung schob ich die demolierte Maschine zu einem Dorf, das J.P. ausgekundschaftet hatte. Dort wurde das Bike repariert, Katherine verarztet und ordentlich Wasser konsumiert.

Angeln am Wasserfall

Katherine (GB), Ich (GER) und J.P. (FR) - lustige Kombination!
Die Belohnung war spaeter am Nachmittag der wunderschoene Tad Lo Wasserfall, wo ich den ganzen Tag mit Kindern im Wasser spielte, sie mir die Haare wuschen oder ich ihnen und wir am Abend Lager bezogen, dieses Mal mit Beerlao im Handgepaeck!

Tad Lo Wasserfall

Meine Spielgefaehrten

Wisst ihr wo es lang geht?

J.P. an der "Tankstelle"

Guten Morgen!

Born to be wild!
Als Katherine am folgenden Tag ein weiteres Mal ungluecklich fiel, gaben wir die Raserei erstmal auf und genossen die Chinese New Year Feierlichkeiten bei reichlich laotischen Vodka mit den Locals am Mekong Ufer.

Mitten in der Pampa: Regatta zu Chinese New Year

Unser kleines Chinese New Year
Mit nur noch einem Motorbike fuhren Katherine und ich am naechsten Tag zu den alten Ruinen von Wat Phu, eines Tempelkomplexes, der eine Art Angkor Wat Ultralight in Laos darstellte. Das aufregendste dabei war jedoch die Ueberquerung der hier kilometerbreiten Mekong. Unser Bike wurde auf eine klappriges, motorisiertes Holzfloss geladen, mir dem wir leicht veraengstigt und seeehr gemaechlich ueber den Mekong schipperten.

Faehrhafen am Mekong

Am Fusse der Berges auf dem Wat Phu ruht

Blick von oben auf das mekong Valley

Abendstimmung am Mekong-Ufer

Ueberfahrt
Insgesamt laesst sich ueber Laos sagen, dass es ein unheimlich interessantes Land ist, wenn man es schafft die Touri-Route zu verlassen. man muss die Lebensart der Laoten akzeptieren, die fuer ein gutes Petang-Match locker mal ein Wochenende die Arbeit niederlegen - hier zaehlt Lebensfreude einfach viel mehr als Geld und Karriere!
Allerbeste Gruesse aus Pakse,
Benni
P.s.: Habe irgendwie den Bezug zu den Besen aus dem Titel des Artikels vergessen. Naja, ist ganz banal: Neben Bier sind Besen das Hauptprodukt der oertlichen "Industrie". Mit Industrie sind hier Horden von Dorfbewohnern gemeint, die den ganzen tag damit verbringen, kleine Besen aus Palmblaettern herzustellen.
Bilder aus Nordthailand
Zumindest ein paar der Bilder aus Nordthailand habe ich auf meinem USB Stick wiedergefunden - leider nur eine bescheidene Auswahl.
ABER: Ich habe eine neue Kamera!

Nachtzug nach Chiang Mai

Ackerland in der Mittagshitze

Auf in den Dschungel!

Ein Tiger?! Ohh...nur ne Biene...

Gruen...stundenlang

Wildpferde

Meine Huette in Pai

Abkuehlung am Wasserfall

Pai Valley
Die gruene Hoelle von Kambodscha
Das Zusammentreffen mit dem 18 jaehrigen Daenen August began eine neue Aera in meiner Kambodschareise. Der Typ war so unglaublich unbekuemmert und neugierig mal was anderes zu sehen, dass mir gleich klar wurde, dass sich das Reisen von nun an ins positiv rustikale aendern wird! Der Duft der wilden Fahrt lag wieder in der Luft! So machten August, Ich und mein Bart uns auf den Weg in den Norden. Mein Bart sei hiereigens erwaehnt, da die Leute manchmal nicht auf mich scheun, sondern nur auf meinen Bart. Auch sprechen sie mit meinem Bart, zumindets schauen sie mir beim Reden nicht in die Augen sondern auf dieses seltsame Gewaechs rund um meinen Mund.

Insektenhaendler
Militaer-Tempel
Unser erstes Ziel war der Tempel in Prasat Preah Vihear, direkt an der thailaendischen Grenze. Seit ca. 100 Jahren haben sich die Thais und Khmer wegen der Ruine in den Haaren. Eigentlich liegt der Tempel auf thailaindischen Boden, ist aber ein Bauwerk der Khmer. Deswegen haben es damals die Franzosen Kambodscha zugeschrieben. Bis heute und schon seit Jahrzehnten ist der Tempel nun Gegenstand eines gewaltsamen Militaerkonflikts. Alleine der Weg dorthin war schon abenteuerlich. Die Strasse verwandelte sich schnell in eine Staubpiste und gluecklicherweise erwischeten wir einen Supertramp. Auf dem Dach eines mit vermumten, wie Taliban aussehende, Maennern beladenen Pickups sausten wir mit Hoechstgeschwindigkeit ueber die Strasse. Wir vermuten, der Fahrer glaubte, dass wenn er schnell genug faehrt, die Schlagloecher ueberschweben kann. Unsere Hintern waren da anderer Meinung. Einige male haten wir ernstahft Probleme uns festzuhalten, um nicht vom Dach geschleudert zu werden. Als einziger ohne Tuch am Mann hatte ich nach diesem Ritt gefuehlte drei Kilo Sand im Mund. In Preah Vihear angekommen wollten wir uns mit unseren Haengematten in den Wald schlagen aber hier war die ganze Gegend weitraeumig vermint und so schliefen wir in einer Art Soldaten-Restaurant-Kneipe.

Daenische Gruesse vom Pick-Up

Staub auf den Zaehnen nach dem Pick-Up-Dach-Tramp
Die letzten grossen Gefechte sind nun wohl gute zwei Monate her und man hat sich auf Waffenstillstand geeinigt. Kein Grund nicht wachsam zu sein! Der ganze Berg, mit dem Tempel auf der Spitze strozt nur so von schwer bewaffneten Soldaten und Geschuetzen. Gleich beim Aufstieg winkte uns ein grinsender Soldat mit einer Panzerfaust auf dem Ruecken zu. Darauf folgte dann ein kleiner Tramp mit einem Soldatentransporter und schon waren wir oben. Hier offenbart sich das Ergebnis des Konflikts. Die Soldaten haben es sich gemuetlich gemacht udn inzwischen ihre Frauen und Kinder hinterhergeholt, die uebrigens auch alle in Uniform rumrennen. Mehrere kleine “Doerfer” sind so entsanden mit Restaurants, Laeden und oeffentlichem Fernsehen (Gleichzusetzten mit unserem Kino). Ausserdem gab es eine Soldatenmusikergruppe. Angefuert von Mister Lin, unserem neuen Freund, sitzen eine Hand voll halbwuechsiger jeden Tag am Rande der Klippe und machen traditionelle Musik; mal fuer Touristen, mal fuer Generaele, mal fuer Boxkaempfe und mal fuer und mit uns. Endlich ein Plazt fuer uns alleine. Die Strassenverhaeltnisse halten die herkoemmlcihen Touristen soweit fern, dass die Soldaten noch nicht total abgenervt sind und so wurden wir ueberall freundlich begruesst und geladen. Kaffetrinken, Film schauen, Musik machen… eigentlich taten wir dasselbe wie ueberall aber diesesmal waren unsere geenueber mit den dicksten Kanrren versehen.

Meine Gang

...

Die Militaerkapelle inkl. Mr Lin

Kindersoldaten?

Unser Tempel!!!

Tempel links + Knarre rechts
Weit ist der Weg….
Wir goennten uns einen weiteren Tag an diesem wunderbaren Platz und machten uns auf Richtung Stung Trenk um dann nach Laos ueberzusetzen, denn unser beider Visa neigte sich dem Ende. Wir fanden herraus, dass von Tbaeng Meanchey eine kleine Strasse existiert, die direkt nach Stung Trenk fuehrt. Wunderbar, das spart uns den riiiiiiesigen Umweg ueber Kampong Thom und Kampong Cham. Die Strasse sei allerdings in maessiger Verfassung, so sagte man uns. Die Distanz betraegt ca. 140 km. Im Notfall koennten wir also auch Laufen und so ging es dann auch los. Als wir aus der Stadt rausliefen und der Strasse folgten, mussten wir schon nach 1km einen Fluss auf einer winzigen Holzbruecke ueberqueren. Auf der Strasse konnten also nur Gelaendewagen fahren. Umso aufregender und damit besser. Wir wuerden schon einen guten Tramp finden. Tatsaechlich war man seit einem Jahr dabei die Strasse zu planieren, ueberall Baufahrzeuge. Wir trampten gleich bei so einem Wasserspritzfahrzeug mit und ruhten die Nach im erten Dorf.

Tramp auf Benzintransporter

Einer von vielen scheinbar kontrollierten Waldbraenden
God bless America
Im naechsten Dorf begegneten wir dann einer amerikanischen Familie, die sich dort vor 7 Jahren niedergelassen hat. Ihre selbsternannte Aufgabe war es die katastrophalen Gesundheitsverhaeltnisse (Geburtensterberate von 50%) zu verbessern und so bauten sie ein Krankenhaus. Seit dem hat sich einiges verbessert aber die Leute haben es simmer noch schwer und vertrauen noch zuviel den unfaehigen Medizinmaennern. Ausserdem sind viele unbelehrbar. So kommen dauernd dehydrierte Leute vorbei um sich eine Infusion abzuholen. Man erklaert ihnen zwar, dass sie einfach mehr trinken sollten aber zutief sitzt die Ueberzeugung, dass man von zuviel Wassertrinken nachts auf Toilette muss, mehr schwitzt und ausserdem fett(!!!) wird. Wie auch immer, wir holten uns ein traditionell amerikanisches Fruehstueck ab mit Pancakes, Sirup und Erdnussbutter. Wirklich eine stereotypische Familie erster Klasse. Die Mutter hatte einen fetten Hintern, zwei Jungen und zwei Maedchen, auf den Familienfotos mit glattem Scheitel, der Vater im Sessel mit Zeitung und Kaffee, ein kleiner Paris Hilton Hund und ein dicker Schaeferhund und als Fahrzeug….natuerlich ein dicker Gelaendewagen! Super!
Neujahr
Wir zogen weiter und nach diversen Tramps mit Baurbeitern, einem Kokusnusstraktor und Bauingeingeneuren, Versorgungs-LKW und stundenlangem Marsch gelangten wir nach Chebb Kandal. Das Oertchen lag so ziemlich in der Mitte der Strecke, von hier aus nur noch schlappe 80km. Zufaellig wurde an diesem Abend das neue Jahr zelebriert und da wir zu den weniger als 5 Touristen der letzten sieben Jahre gehoerten (laut amerikanischer Statistk) war man ganz ausser sich, dass wir an diesem Zeitpunkt eintraffen udn zerte uns zu den Festlichkeiten. Als erstes gab es eine wiederlich Runde warmen Reisschnapps aus einem Benzinkanister und dann ging das Tanzen los. Hauptsaechlich die Maenner waren erpocht darauf mit uns die Hueften zu schwingen, die Frauen hielten sich dezent zurueck. Die Kinder dagegen waren total ausser Kontrolle und so hatten wir bei jedem Tanzschritt einen kleinen Poebel Kinder um uns herum. Wirklich grossartig. Das war mein erster naeherer Kontakt zu Kindern seit Tagen. Die haben hier maechtig Angst vor meinem Bart und fangen manchmal schon beim ersten Augenkontakt an zu weinen oder verstecken sich hinter ihren Eltern. Mit Suessigkeiten bestochen und in guter Tanzlaune konnte ich allerdings ihr Vertrauen gewinnen. Zwischenzeitlich goennten wir uns ein Bier an einen kleinen Stand. Mit Eiswuerfeln gekuehltes Bier aus dem Strohalm. Mitten im Nichts! Ein Hoch auf die Globalisierung! Unsere letzten zwei Runden Bier hat August uebrigens vergessen zu bezahlen und als wir gerade zum Schlafen in der Haengematte legen wollten, kam schuechtern das Maedchen vom Stand angetappst um ihm einen Zettel zu ueberreichen (Siehe Bild). Statt erwarteten Liebesbrief gabs dann die Rechnung.

August mit verwirrten Kindern

Draussendusche im Dorf, an der einzigen Wasserpumpe

Die Abrechnung
Strasse???
Aprupt endeten die Bauarbeiten hinter dem Dorf und jetzt verstanden wir auch, warum die Strasse nicht einmal bei Googlemaps zu sehen ist. Mehr Schlagloecher als Strasse und mit unzaehligen Kurven und Matschloechern, so offenbarte sich uns der weitere Weg. Wir ahnten, dass hier selbst ein Gelaendewagen passen muss. 80km…zu spaet um umzukehren. Die Leute warnten uns zwar noch aber wir kaufetn nur soviel Wasser wie moeglich und machten uns auf den Weg. Um uns herum nur Djungel und diverse Waldbraende. Scheinbar kontrollierte Waldbraende aber niemand da, der da etwas kontrollierte. Nach einigen Studne wandern, dann der erste Tramp. Ein Motorroller versucht uns mitzunehmen aber am Vorabend bin ich aud der Haengematte auf den steinharten Boden geplumpst und habe mir das Steissbein geprellt. Nach einigen schmerzhaften Minuten musste ich passen und das Machieren ging weiter. Voellig am Ende unserer Kraefte erreichten wir am fruehen Nachmittag das naechste Dorf. Wir ahnten inzwischn, das wir ganz schoen in der Tinte sitzen. Ich konnte wegen meinem Hintern kaum Laufen und hatte mir den Rucksack hoeher geschnallt, sodass ich nun zusaetlich Schuerfwunden am Ruecken hatte und August war mit seinen Halbschuhen ebenfalls sehr schlecht bedient. Und diese Sonne! Wir hatten gerade unser Wasser aufgefrischt dun wollten einen Platz fuer ein Mittagsschlaefchen suchen, denn die Nacht ist schoen kuehl udn gut zum wandern, als ploetzlich ein Gerumpel aus der Ferne zu vernehmen war. Ein Konvoi naeherte sich rasant. Drei Laster, vollbepackt mit Maennern und Waren aller Art kaempfte sich durch den Pfad. Wir sprangen zurueck auf die Strasse und fanden uns Minuten spaeter auf der Ladeflaeche wieder. Nun gings fixer voran. Nicht schnell aber schneller als zuvor. Dafuer schmerzte mein Hintern wieder, da wir bei jedem Schlagloch rumgewirbelt wurden, manchmal so doll, dass man sich nicht mehr fetshalten konnte. Ausserdem legte sich das Gerae teils so schraeg in den tiefen Loechern, dass wir uns bereit machen mussten im Notfall abzuspringen, falls das Fahrzeug kippt. Dazu kam noch dass die ganze Zeit Aeste ueber uns hinweg flogen, so musste man immer auf der Hut sein, nicht getroffen zu warden. Einmal nicht aufgepasst und schon hat mir eine Liane die Nase blutig gepeischt. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, als wir nach drei Stunden in einem indianeraehnlichen anhielten um das Nachtlager aufzuschlagen. Am naechsten Morgen ging es weiter, Richtung Stug Trenk doch 20km vorher gab es einen Abzweigung. Hier bog der Konvoi ab, Richtuing Laos, wie man uns erklaerte, wir keonnten gerne mitkommen aber leider musste ich mir noch ein Visum besorgen. Erst im Nachhinein verstanden wir, dass es Schmuggler gewesen sind, da der Konvoi in Tbaeng Meanchey, ein groesseres Staedtchen, gestartet ist und kurz vor Stunk Trenk, der naechsten grossen Stadt immer noch alle Waren an Bord hatte. Ausserdem war die Strasse, in die sie einbogen, nicht eingezeichnet und eine Grenze diesseits des Mekongs erst recht nicht.

Auf dem Schmuggler-Konvoi durch den Urwald
Endspurt
Die offiziel letzten 20km waren mindestens 40, da sind wir uns sicher. Wir liefen wieder los aber ein junger Mann, den wir im letzten Dorf kennengelernt hatten ahnte schon, dass wir zu Fuss Ewigkeiten brauchen wuerden, daher folgte er uns und irgendwann sollten wir ihm auf einen kleinen Pfad folgen. Dort entdeckten wir ein Haus mit Mann, Frau und Kind. Die Menschen in der Region sind schon eine diskrimierte Minderheit aber das ist kein Grund noch kleinere Volksgruppen ebenfalls zu diskriminieren. So musste die Familie weit ab von den Doerfen im Walkd leben. Die Einladung zum Essen nahmen wir gerne an. Es gab Reis mit Hund, wie wir waehrend des Essens erfuhren. Wir liessen ein paar Dollar und wollten gerade weiterlaufen, als der junge Mann das Motorrad des Aussaetzigen auslieh und uns samt zwei Rucksaecken auflud. Schnell war wieder meine
Schmerzgrenze erreichr aber August nahm tapfer meinen Rucksack und setzte sich nach hinten, sodass ich in der Mitte sitzend, ohne Last auf den Schultern, die Schmerzen ertragen konnte. Zwischendurch hoerte ich wie hinter mir schwer ausgeatmet und die Zaehne zusammengebissen wurden. Die Strase war nun nur noch ein einziges Auf und Ab und selbst mit dem Motorrad kaum befahrbar. Und so blieb es nicht aus, dass wir einmal zur Seite in ein Loch wegkippten. Gluiecklicherweise ohne Verletzte. Grosser Jubel ertoente, als wir kurz vorm Ziel eine befestigte Strase erreichten. Wir goennten uns seine Kokusnuss (die erntet man hier noch gruen und doppelt so gross um sie dann zu trinken) in der Hafenstad Thalabavirat und setzten mit der Fahere ueber. Heute Nacht goennen wir uns ein Bett. Ich humpel immer noch vor Schmerzen aber wir haben es geschafft, die gruene Hoelle ist ueberwaeltigt. Von hier aus kostet ein Motorradritt nach Tbaeng Meanchey 70$ pro Kopf. Ein Polizist verdient im Monat 75$.

Durch den Dschungel
Bildernachtrag
Die verrueckte Hochzeit will ich euch nicht vorenthalten!, daher noch 3 Fotos. Auf dem einen sieht man uebrigens ein Strassenkind. Die sind die ganze Zeit halbnackt und in Lumpen rumgeflizt und haben PfDosen gesammelt.
Um sich erkenntlich zu zeigen hat mir das Waisenhaus noch ein Zertifikat erstellt, dazu brachte man mich vorher noch zum Fotografen, denn wenn sch eine Urkunde, dann richtig.


Um sich erkenntlich zu zeigen hat mir das Waisenhaus noch ein Zertifikat erstellt, dazu brachte man mich vorher noch zum Fotografen, denn wenn sch eine Urkunde, dann richtig.

Wie helfe ich einer Hilfsorganisation….
Alle wege fuehren nach Rom, ausser in Kambodscha, da fuehrt alles nach Pnohm Penh. So kam ich nicht drum herum, zumindest einen kurzen Blick auf die Hauptsadt zu werfen. Kaum angekommen holte mich allerdings eine kleine Lebensmittelvergiftung ein und ich verschlief nahezu zwei Tage in einem Hostel. Ist echt eine seltsame Stadt. Keine oeffentlichen Verkehrmittel, nur Motorradtaxis und Unmengen von Tuk Tuks. Ausserdem will jeder dir Gras verkaufen oder dich ueberreden auf eine Shootingfarm zu fahren. Da kann man dann rumballern und fuer 200$ eine Kuh mit einer Panzerfaust abknallen oder wer es richtig derbe mag, der kann mit einem Motorrad ueber ein Minenfeld brettern, denn wenn man mit 175kmh darueber jagdt explodieren die Minen hinter und nicht unter einem. Alles ziemlich verrueckt! Aber troztdem eine hoechst angenehme Atmosphaere, denn die Menschen sind hier hoechst freundlich!
---Sunflower Orphan Centre---
Eher zufaellig entdeckte ich den kleinen Aushang eines Waisenhauses fuer Kinder mit HIV und AIDS. Besucher jederzeit willkommen, man wird sogar umsonst abgeholt. Ich mache schnellstens einen Termin fuer den naechsten Morgen aber der Fahrer erscheint nicht. Wiederwillig fahre ich mit dem Taxi zum Waisenhaus um mal ein ernstes Woertchen mit den Typen zu wechseln, mich da einfach so zu versetzten... Die beteuern allerdings, dass man ihnen an der Rezeption versicherte ich schliefe noch, weil ich mich am Vorabend krass betrunken haette. Die Masche ist diese, man versucht um alles in der Welt die Touristen im Touri-Ghetto zu halten, damit das Geld dort ausgegene wird. Wie dem auch sei. Vorort erwarten mich 17 froehliche Kinder, die seit 8 jahren wie eine Familie zusammenleben. Das ganze Projekt lauef ueber vier Freiwillige aus Kambodscha. Seit einem Jahr gibt es allerdinsg erhebliche Probleme, da ein grosser Dauerspender aus Japan abgesprungen ist und so fehlen 500$ im Monat. Daher muessen die beiden Hauptverantwortlichen, Sary und Len, jeden tag mit eienr hand voll Kindern, nach der Schule auf die Strasse um Spenden einzutreiben, allerdinsg hoechst unerfolgreich, denn gegen die professionellen Bettelkinder sehen die kein Land. ich beschliesse vorerst zu bleiben und ziehe fuer einieg Tage ins Waisenhaus. Die folgenden Nachmittage stehe ich vorm Nationalmuseum und labber den Touristen das Geld aus der Tasche. Hat ganz schoe Spass gemacht und waehrend meiner Anwesenheit, gesellen sich noche eineg weitere Reisende zu uns und helfen mit. Die ganze Sache kommt langsam ins Rollen. Nach vier Tagen haben wir 498$ eingenommen + 100 kilo Reis und einige weitere Sachspenden von Besuchern. Wenn westlich ausehende Menschen nach Spenden fragen ist es schon etwas ganz anderes, ploetzlich bleiben die Leute stehen und sind bereit sich die Sachlage erklaeren zu lassen. Die Glaubwuerdigkeit steigt! Sehr interessant war auch, dass die ganzen anderen "Bettler", also Buch- und Wasserverkauefer, Kinder und Menschen mit Behinderung mich ploetzlich nicht mehr als Touristen, sondern als einer von ihnen betrachteten. Die Tuk Tuk- Fahrer fingen an mich zu umarmen, alle gruessten mich, die Kinder spielten mit mir und mancher erzaehlte mir seine Geschichte. Da war zum Beispiel das Maedchen, das aussah, als wuerde es seit Jahren auf der Strasse leben, das aber eigentlich Vormittags in die Uni geht und Nachmittags Wasser verkauft um sich zu finanzieren. Nach vier Tagen war auf jeden Fall ersteinmal alles in trockenen Tuechern und ich goennte mir ein paar Tage Urlaub.
www.sunflowerorphanage.org/
(Falls irgendjemand mal zufaellig in Kambodscha reisen sollte, unbedingt das Waisenhaus besuchen!!!)
Battambang und Angkor Wat
Zusammen mit Falk, einem Reisenden aus Frankfurt, der dem Waisnehaus ebenfalls seit Neustem unter die Arme griff, fuhr ich nach Battambang. Eigentlich die zweitgroesste Stadt im Land, in echt aber eher so ein kleines verschlafenes Nest wie sie hier ueberall zu finden sind. Hier besuchten wir Kayne, einen Bekannten, der hier ebenfalls in einem Waisenhaus arbeitet. Die meiste Zeit mieteten wir uns allerdings Motorraeder und fuhren quer und ohne Ziel durchs Umland. Wirklich wunderbar. Jeder winkte uns zu und einmal preschten wir zufaellig in eine Hochzeit. Um 15:00 Uhr waren alle schon so besoffen und am tanzen, dass es gar kein Problem war dort Fuss zu fassen. Nach jeden Foto ernteten wir 200 "Thank you"s und ich glaube eine Dame hat mir ein obzoenes Angebot gemacht.
Am letzten Tag auf dem Rueckweg gabs dann allerdinsg Probleme. Mitten waherend des Fahrens ging der Motor aus und sprang auch nicht mehr an. Und das im absoluten Nirgendwo. Gluecklicherweise lebte in einem der wenigen Haueser ein Hobbymechaniker, der es schaffte nach einer Stunde meine Maschine wieder zum Laufen zu bringen. Vorsichtig machten wir un sauf den Rueckweg, im Gedanken stritt ich schon mit dem Besitzer des Motorrads um den Preis fuer die Reperatur, den man ist hier nicht versichert. Zwei Tage zuvor hatte Kayne sich mit einer Maschine lang gemacht und sollte fuer zwei Kratzer 60$ zahlen ( am Ende 25$). Ein Kratzer! ich hatte einen Motorschaden verursacht! Mein Typ sagte mir ueberaschenderweise nur, dass der Dorfmechniker mich beschissen haette, da ich behauptete, dass ich ihm 5$ bezahlt haette und machte sich mit der Machine einfach aus dem Staub. Meinetwegen okay...
Wenn man schon einemal so Nahe an Angkor Wat dran ist, sollte man es vielleicht auch besuchen. Ausserdem wollte ich heimlich einbrechen und eine Nacht dort verbringen. Die Realitaet sah aber anders aus. Ich war mal wieder krank und konnte mich kaum auf den Beinen halten( das wird langsam zur Regel hier), alles voller Touristen und 20$ Eintritt. Als wir dann gerade gehen wollten verschwanden aber auch die Ticketkontrolleure und so huschten wir doch noch schnell hinein. In Windeseile lief ich den Securitys in den Ruecken und erforschte die verbotenen Bereiche des Tempels. Bis zum obersten Turm habe ichs geschafft, bis mich dann beim Runterklettern eine Patroullie einfing. Gluecklicherweise kam ich ungeschoren davon. Am naechsten Tag reisten wir sofort wieder ab. Obwohl man hier Ewigkeiten verbingen koennte, weil die ganze Landschaft mit praehistorischen Bauten uebersaeht ist, hielten uns doch keine zehn Pferde in dieser Touristenfalle.
Zurueck in Battambang liefen mir dann so ganz zufaellig zwei bekannte Pfadfinder aus Berlin ueber den Weg. Die Welt ist klein. Darauf ersteinmal ein Bier und zufaellig hatte die Kneipe eine alte Gitarre und so traellerten wir zusammen den Abend lang unsere alten Lieder. Wirklich wunderbar nach solanger Zeit!
Phnom Penh II - Abschied und Hochzeit
Sary und Len hatten uns zum Dank eine Party versprochen und so kam es dann auch. Im Waisenhaus fuehrten uns die Kinder traditionelle Taneze vor (u.a. den Affentaz, der war super!) und nach einem Festessen gabs dann Kinderdisco. Alle waren total aus dem Haueschen. Mit der Zeit stroemten auch die Kinder aus der Nachbarschaft hinzu und schon war die Bude voll! Spaeter lernte ich dann einen lustigen Tanz. Man stellt einen Tisch oder so in die Mitte und laueft oder taenzelt dann mit allen Leuten langsam im Kreis, dabei fuchtelt man mit den Haenden und kann sich auch etwas unterhalten. Das ging sicher 1,5 Std so. Ziemlich lustig!
Am naechsten Tag hiess es dann Abschied nehmen. Natuerlich hatten die Kinder sich gut an mich gewoehnt und ich noch vielmehr an sie und so trennten sich schwereen Herzens unsere Wege. zuvor wurde ich aber noch schnell zu einem Fotografen kutschiert, der noble Passbilder von mir machte, den als Dank gab es noch ein Zertifikat fuer die Unterstuezung. Am naeschten Tag ging mein Bus nach Norden und ich musste daher frueh aufstehen. Das Waisenhaus liegt allerdinsg 10km ausserhalb. Und so verbrachte ich meine letzte Nacht nocheinmal in Phnom Penh.
Glueckicherweise hat Barrie, eine Amerikanerin, die in eienr Mikrokreditbank arbeitet mir angeboten mich zu einer Hochzeit eines Kollegen mitzunehmen. Ihr glaubt nich was die hier fuer einen Aufwand betreiben! Die Frauen sehen aus wie Cinderellas und die Anzahl der Gaeste geht manchmal bis in den vierstelligen Bereich! Diese Hochzeit beschrankte sich alleridngs auch ca. 400 Gaeste und einen total verwirrten Auslaender. Alle in ihren besten Klamotten, ich in Schlabberhose, dreckigem T-Shirt und Sandalen. Troztdem gab es einen Menge Lob fuer mein cooles Outfit. Viel wichtiger, es gab eine Menge zu Essen. Neben gebratener Ente war die Currysuppe mit den Riesengarnelen mein persoenlicher Hoehepunkt. Lustigerweise hoerten die Leute an unserem Tisch immer auf von etwas zu essen, wenn sie bemerkten, das Barrie und ich daran gefallen gefunden hatten. Das nenne ich Gastfreundschaft! Komischerweise fand ich mich spaeter bei der Zeremonie in der ersten Reihe wieder, genau vorm Hochzeitskuchen und als der Braeutigam dann gerade dabei war, die Braut mit Kuchen zu fuettern, bemerkte ich, dass er zwischendurch immer zu mir rueberschielte...in diesem entscheidenden Moment... Verrueckt! Die meisten interessierten sich uebrigens gar nicht fuer die Zeremone sondern betranken sich hemmungslos. War auch viel lustiger und Hochzeiten gibts heir wie Sand am Meer, das scheint abzustumpfen! Danach gabs dann wieder den lustigen Kreistanz und ein riesiger Poebel rotierte um den Kuchentisch.
Am naechsten Morgen, also heute gings los. Ich hatte mich mit dem Daenen August verabredet. Wie mein kleiner Bruder hat er mit 17 jahren seine Weltreise begonnen, das war mir natuerlich sympathisch. Nach einigem Hin und her haben wir uns dann auch in Kampong Son gefunden und gerade jetzt schlaendert er ueber den Markt waehrend ich im Internetcafe schwitze. Fuer Morgen haben wir einen coolen Plan!

Kinderdisco

Nachbarkinderzu bereichern unser Fest

Gruppenfoto mit den frisch gekauften Kleidern

Rechts Vichet und den anderen Namen konnte ich mir nie merken

Auf der Dorfhochzeit waehrend der Motorrad-Exkursion

Nackte Indianerkinder auf dem Land..sahen zumindest so aus!

Mein erster Motorradtrip

Angkor Wat, das groesste religioese Bauwerk der Welt

Mehr davon

Buddah mit Gewand

Riesenbuddah in Battambangs Umland

Besuch der Krokodilfarm

Kuk Klux Klan - Waescherei

Eine Tankstelle wie es sie hier an jeder Strassenecke gibt

Abschiedsgruss von den Waisen...
Zwischen Wildnis und Kultur im Norden Thailands
VORWORT:
Aufgrund persoenlicher Dusselligkeit gibt es vorerst keine Bilder von mir im Blog, da sich meine Kamera von mir getrennt hat. Sollte jemand auf der Ladeflaeche eines thailaendischen Pick Ups eine Casio Kamera in schwarzen Case finden - bitte umgehend melden!
Dschungel und Berge
Nach der schoenen Zeit in Bangkok hatte ich erstmal genung von Stadt. So stieg ich in den guenstigen Nachtzug von Bangkok in die noerdliche Metropole Chiang Mai, in der Hoffnung ein wenig Schlaf mitnehmen zu koennen. Diese Hoffnung wurde uebererfuellt! Nach Einbruch der Dunkelheit ging das Zugpersonal durch das Abteil und nach viel Geschiebe, Geklappe und Geschraube hat sich der Wagen in ein Abteil voller bequemer Kojen verwandelt! Niemals haette ich gedacht fuer knappe 10 Euro eine ca. sechzehnstuendige Zugfahrt in einem Schlafzug zu verbringen!
So kam ich gut erholt in aller Fruehe in Chiang Mai an, das sich sofort erheblich relaxter als Bangkok anfuehlte. Dennoch stand meine Plan fest, die Stadt gleich wieder zu verlassen.
Im unheimlich klapprigen Local-Bus mit maximal 15 cm Beinfreiheit zum naechsten Sitz ging es in die Berge, in Richtung Pai. Die Distanz von vielleicht 150 KM benoetigte stolze 4-5 Stunden um ueberwunden zu werden - kein Wunder! Es ging hoch hinaus bis hin zu 2000m und die Kurven liessen sich nicht mehr zaehlen, meine Knie wissen am besten was gemeint ist!
Pai sollte eine alte Hippie-Zuflucht sein, verschlafen und mit vergangenen Flair der sechziger Jahre. Vergangen war der Flair (leider!) wirklich. Das Doerfchen hat sich in Sachen Tourismus anscheinend rasant entwickelt, so dass die Strassen voller Touris waren. Ich fluechtete mich also aus dem Dorf und schlug mein Zelt am Fluss auf.
Am folgenden Tag setzte ich die Flucht in den Dschungel fort. Entlang eines kleinen Flusses schlug ich mich einige Stunden durch immer spartanischer werdende Pfade, ueberquerte den Fluss unzaehlige Male um weiterzukommen bis ich gut durchnaesst war und musste schliesslich einsehen, dass hier kaum ein Weiterkommen war - vor allem nicht mit meinem Gepaeck. Also musste ich den Plan, einige Naechte an einem Wasserfall (der da irgendwo kommen musste!) zu verbringen, wieder verwerfen. Ich eilte zurueck um vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Dorf zu sein und traf dabei auf den netten Spanier Sandro, der genauso aufgegeben hatte. Er ueberzeugte mich mit in die Bambushuettensiedlung am Flussufer zu kommen, wo ich eine Unterkunft fuer knappe 3 Euro pro Nacht bekam und mich ganz gut damit abfinden konnte, in Pai Fruchtshakes und Nudelgerichte gegen die Enttaeuschung zu konsumieren
Am Abend lernte ich die halb-thai / halb-Japanerin Miko kennen, mit der ich fuer den naechsten Tag einen Motoradausflug ueber die brisanten Pisten plante. Fuer etwas mehr als 2 Euro bekam ich einen suessen Scooter fuer 24h und nach einigen Spritztouren fuehlte ich mich wie Easy Rider!
Mittels provisorischer Karte erkundete ich also mit Miko auf dem "Ruecksitz" am naechsten Tag tolle Wasserfaelle, Canyons, alte Eisenbahnbruecken, wir stiessen auf Elefanten, die ein Armdruecken klar fuer sich entscheiden konnten und beobachten den Sonnenuntergang von einem Bergtempel aus - wie gerne haette ich einige Fotos beigesteuert!
Am folgenden Morgen ging es fuer mich weiter, ohne genau zu wissen wohin. Ich traf die mir schon bekannte Oesterreicherin Ananda, die sehr ueberzeugend von einem tollen, in den Bergen gelegenden Guesthouse nahe einiger spektakulaerer Hoehlen berichtete - klingt gut, da sind wa' dabei!
Tatsaechlich war das abgelegende Haus mit vielen kleinen Holzhuetten am Berghang ein Ort von vollkommender Stille und Dschungel-Flair - echt erholsam nach dem geschaeftigen Pai. Da die Preise nicht so vollkommen waren, bezog ich mit Moskitonetz einfach die Veranda von Andandas Bungalow, um so den naechtlichen Dschungel in allen seinen (besonders akustischen.....) Facetten geniessen zu koennen. Von dem Haus aus konnte man endlich mal recht frei Wanderpfaden folgen (was ich auch tat!), die zu Doerfern der Bergstaemme fuehrten oder zu den zahlreichen Hoehlen. Die groesste dieser Hoehlen erkundeten wir mit einer Thai als Fuehrerin zu Fuss und per Bambusfloss am Abend. Die Hoehle war gute 1,5 KM lang und am Ausgang ereignete sich taeglich bei Daemmerung ein spektakulaeres Schauspiel: Waehrend Millionen von Schwalben einflogen um dort zu naechtigen, taten hunderttausende von Fledermaeusen das Gegenteil!
Es fiel schon etwas schwer den Ort nach zwei Naechten zu verlassen, nicht zuletzt wegen der interessanten und netten Menschen, die dort anzutreffen waren. Doch es ging weiter nach Mae Hong Son und von dort am folgenden Tag wieder nach Chiang Mai - dieses Mal mit Plaenen im Gepaeck.
Koerperkontakt und Citylife
In Chiang Mai sollte ich naemlich wieder zur Schule gehen!
Ich habe zwischenzeitlich die Bestaetigung von einer der renommiertesten Schulen fuer traditionelle Thai Massage (Northern Style) als Heilkunst erhalten, dort fuer das Level I angenommen worden zu sein.
Wohnhaft wurde ich im Appartment der sehr netten und interessanten Menschenrechtlerin Tulika, die eine in Holland geborene Inderin ist. Besser als jede Art von Doku versorgte sie mich mit interessantesten Geschichten ueber ihre bisherige Arbeit (z.B. fuer die UN in mehreren Regionen der Welt in Zusammenhang mit Kinderrechten) und die aktuelle (Projekt mit Bezug zu der Situation von Zwangsarbeitern in Burma). Die studierte Juristin (international Law) ist ein Musterbeispiel fuer gelebten Idealismus und Selbstlosigkeit! In einigen Jahren, wenn sie an noch mehr Konferenzen in Harvard, New York etc. teilgenommen hat und ihr Buch veroeffentlich ist, werde ich mir nachtraeglich ein Autogramm abholen
Mit ebenso viel Idealismus ging es am fruehen Montagmorgen zur Schule, wo meine, tatsaechlich nicht einfache, Ausbildung begann. Der englischsprachige Kurs wurde von Teilnehmern aus aller Welt besucht, was das Ganze nochmal viel interessanter machte! Schnell fand ich einige Leute, mit denen ich mich prima verstand und auch die (wenige) Freizeit verbringen konnte.
Denn von 9.00h morgens bis ca. 17.00h nachmittags meditierte ich zum Einstieg, um dann ueber die theoretischen Hintergruende von Thai Massage (Anatomie, Energielinien, Selbstverstaendnis der Heilkunst, Geschichte) zu erfahren, bevor die praktischen Einheiten starteten. Oh man...ich haette vorher nicht gedacht, dass man so viele unterschiedliche Griffe, Positionen und Bewegungen in eine einzige Massage-Session integrieren kann....die dann allerdings auch bis zu 2 Stunden dauern kann.
Im Gegensatz zu westlicher Massage geht es viel mehr darum, den Koerper zu dehnen und gezielt bestimmte Punkte und Linien zu bearbeiten, damit ein Ernegiefluss entsteht, der die Belastungen des Tages verschwinden laesst und den Koerper gleichzeitig entspannt und staerkt. Einige Positionen sind sowohl fuer Klient als auch fuer Masseur hoch anspruchsvoll! Bei Gelegenheit fuehre ich interessante, wie z.B. "The Cowboy rides the horse" vor (NEIN, verwerft alle schmutzigen Gedanken gleich wieder
Abends machte ich fleissig meine Hausaufgaben, genoss ab und zu die Stadt, die ich ausgiebig per Fahrrad erkunden konnte und ertraenkte mich selbst in koestlichsten Fruchtshakes! Insgesamt schon ein merkwuerdiges Gefuehl, wieder einen strukturierten Tagesablauf zu haben und sogar lernen zu muessen! Am Freitag kam der grosse Moment - das Examen! In einer zweistuendigen praktischen Pruefung musste jeder Student zeigen, dass er eine solide Thai Massage nach gelernten Gesichtspunkten durchfuehren konnte. Trotz teilweise recht schwitziger Haende bestand ich mit 93% und nach der feierlichen Uebergabe der durch das Bildungsministerium Thailands zertifizierten Zeugnisse darf ich mich nun Thai Masseur (wenn auch nur auf Level I...) nennen
Meine Hoffnung ist, dass eine seit Jahrtausenden als Heilkunst bewaehrte Technik wie Thai Massage vielleicht Potential fuer die Arbeit an deutschen Foerderschulen bietet - wo ich die suessen ADHS Kids einfach ins Delirium kneten werden, hehe. Ansonsten koennte damit zumindest ein netter Nebenverdienst rausspringen!
Zusammen mit der Kanadierin Andrea, die ich im Kurs kennengelernt hatte, sollte es nun auf nach Laos gehen! Fuer sie in die Hauptstadt zwecks Visumverlaengerung fuer Thailand - fuer mich...einfach so! Ueber Chiang Rai und Chiang Khong ging es zur Grenze....die ich leider, leider ohne Kamera erreichte. Eine Schande! Schon die Ueberfahrt ueber den gewaltigen Mekong, der die natuerliche Grenze bildet, machte den Schweregrad des Verlusts deutlich!
Zu allen Uebel werde ich aller Wahrscheinlichkeit in Laos keine neue Kamera bekommen. Das Bisschen High-Tech, das es hier gibt ist restlos ueberteuert, da komplett importiert. ich hoffe noch aufs Beste - falls nicht wird es eine bilderloses Laos
Die besten Gruesse aus Luang Prabang (bald sicher mehr aus Laos),
euer Benni
