Schwimmende Doerfer in Kambodscha
Ahoi!
Nach einigen tagen im Khao Yan Nationalpark mit lustigen Affen und randalierenden Elefanten zog es mich Richtung Osten, nach Kambodscha. Hier erhoffte ich mir mehr Abenteuer, empfand ich Thailand doch als zu durchorganisiert und touristisch erschlossen, zumindest im Sueden.
Kambodscha jedenfalls ist das genaue Gegenteil! Alles ist total durcheinander hier und die Menschen freuen sich noch wirklich ueber Fremde. Jeder gruesst und das Essen ist unglaublich billig. Vor deinen Augen schaben die hier an jeder Strassenecke Eisbloecke zu Crushed-Ice und versehen es mit roten Bohnen, Zucker und Sirup. Das Produkt ist ein unglaublich leckerer Eisshake fuer 7 Cent.
Gleich zu Beginn traff ich den Chef des CSCN, das Cambodian Children Safe Network. Lustiger typ. Die Nacht verbringe ich im Hauptquatier in Pursat, die Anreise erfolgt im Taxi. Gleich drei Dinge sind hier neu fuer mich.
Erstens: vorne sitzten ist teuerer.
Zweitens: ja, man kann mit 8 Leuten in einem Fuenfsitzer fahren. Vier Vorne, Vier hinten. Diese Taxis sind billiger als der Bus.
Drittens: scheint kein Problem zu sein bei Rechtverkehr den Fahrersitz rechts zu haben.
Wie dem auch sei, es folgt eine Einladung zum Kinderheim im Sueden, dass ich vielleicht die naechsten Tage besuchen werde um Englisch zu unterrichten und viel wichtiger, der gute Tipp, dass hier in 30 km Entfernung gerade ein schwimmendes Dorf vor Anker liegt.
Als ich neugierig der Strasse Richtung Tonle Sap See folgte, war ich doch sehr ueberrascht, dass sie ploetzlich im Wasser endete. Ich dachte ich koennte von hier aus bequem eines der beruehmten schwimmenden Doerfer besuchen aber die Hausboote lagen schon eineige hundert Meter weit weg vom Ufer. Also musste ich doch ein kleines Boot mit Fahrer mieten. Im Boot sitzend gruessen mich die Leute freundlich aus ihren “hauesern”, doch so richtig wohl fuehle ich mich nicht, das Ganze hat etwas von einem Besuch im Zoo. Dann der entscheidende Moment; ein paar Maenner sitzen gerade zusammen und scheinen auf irgendetwas anzustossen. Als sie mich erblicken winken sie mich her, ich ordere sofort den Kurswechsel an und springe ueber die Reeling. Englisch…Nix da! Aber zum Trinken ist das auch nicht noetig. Die Jungs geben mir zu verstehen, dass ich noch einen Schnaps (serviert aus einen Plastikeimer, abgefuellt aus einer Plastiktuete) mittrinken soll aber mein Fahrer will zurueck. Kurzer Wortwechsel und man gibt mir zu verstehen, dass ich gerne hierbleiben kann. Im naechsten Augenblick jagd mein Boot in den Gassen davon. Da bin ich nun, alleine, mitten auf dem Tonle Sap See. Die Gitarre musste ich zerbrochen vor 2 Wochen auf einer Insel zuruecklasssen und so versetzte ich die Runde mit einiegn billigen Zaubertricks in Staunen und kassiere kurze Zeit spaeter eine Einladung zum Essen .

Das Dorf vom Kirchdach aus gesehen

Hier leben 5 Menschen drin!

Da habe ich zwar mitgespielt und auch gewonnen, die Regeln kapiere ich aber bis jetzt nicht!

Kraeftemessen! Die waren so begeistert von meiner hellen Haut!
Es gibt Gans. Vielleicht war das der Grund, dass man sich um 15 Uhr gnadenlos betrinkt. Also alle in ein Schiffchen und drei Ecken weiter, zum naechsten Hausboot. Dort wird dann aufgetischt und weitergezecht, bis ich muede und betrunken in eine Haengematte sinke, allerdings nicht ohne die ganze Zaubershow nocheinmal vor der Familie vorzufuehren und als Dank die Gedaerme extra serviert zu bekommen. Irgendwann weckt man mich auf und faehrt mich zur schwimmenden Kirche mit angekoppeltem Schulgebauede. Dort gewaehrt man mir Asyl und endlich treffe ich den einzigen englischsprechenden Menschen in dem ganzen 7000 Seelen Dorf. Ich bekome sogar meinen eigenen Raum, die Schulbuecherei. Die besteht allerdings nur aus ein paar alten Zeitschriften und wird daher sowieso nie ganutzt. Den naechsten Tag verbringe ich damit das Dorf zu erkunden. Das ist allerdings gar nicht so einfach, da man ohne Boot hier naemlich nirgends hinkommt. Eigentlich ist es hier wie ueberall: Laeden, Schule Kirche, Handyshops, Gemeinschaftsplatz, Schweine und Huehner, Tankstellen und natuerlich die Wohnhaueser…nur halt alles schwimmend. Ohne Boot geht also nix und bei dem Verkehr hier traue ich mir auch nicht unbedingt zu alleine rumzufahren aber das ist auch gar nicht noetig, da erstens die Kinder grosse Freude daran habe mich rumzukutschieren und zweitens um die Schulkirche ( das groesste Schiff) herum genug los ist. Morgens habe ich die wunderbare Gelegenheit, das Schulbusschiff ankommen zu sehen und wie ueberall gibt es ersteinmal riesigen Krawall. Die Kinder rennen umher und pruegeln sich, lachen und spielen miteinander. Ausserdem kommt sofort ein Imbissboot angefahren. Aehnlich wie der Eismann einst bei uns, passt er genau den Schulbeginn und die Pausen ab um die Kinder mit seinen Leckereien zu verfuehren Der beste Kunde bin allerdings ich.Beim Umrunden der Schule werde ich zweimal zum Essen, Schnaps und Tee eingeladen und benoetige daher ueber 3 Stunden dafuer. Ausserdem hat es sich bereits rumgesprochen, dass ich heir bin und so stroemen Kinder herbei und wir spielen fangen, Wretsling und Fussball auf einem geraumigen Floss.

Muellproblem?

schwimmende Schweinefarm

Die Haengematte-das wichtigste Einrichtungsstueck!

Ueberall schwimmende Haendler und Imbissboote
Beim Besuchen der Familien bekam ich nun auch einen genaueren Einblick in den Aufbau so eines Hausbootes. Gepinkelt wird ueber die nicht vorhandene Reeling. Die Frauen bedienen sich einer Luke im Inneren des Hausbootes, mitten auf die Fische . Unter den Booten ist naemlcih eine Netzkonstruktion angebracht, in der ne Menge dicker Fische rumtauchen. ich weiss nicht, ob das eine geschickte Konstruktion ist um Fische zu fangen, dass sie also rein aber nicht raus koenne oder ob das so eine Art Vorratskammer sein soll. Auf jeden fall wird da raufgepinkelt. Generll schmeisst man hier alles einfach ueber Bord. Kippen, Muell, abwaschwaaser und Essensreste. Wenn das Wasserzu doll stinkt, dann fahert man einfach weiter.
Abends habe ich die Gelegenheit Englisch zu unterrichten. Eigentlich unterrichte ich nur die richtige Betonung. Die Aussprache hier ist wirklich unverstanendlich. Am naechsten Morgen kommen die Boote in Bewegung, es ist wieder mal soweit, das Dorf zieht um, in der Regel 20-30 mal im Jahr. Zeit fuer mich zu gehen. Wirklich eine wunderbare Erfahrung und erschreckend schnell habe ich mich darn gewoehnt, keine Langeweile mehr zu empfinden. Einfach nur dasitzten und rumlungern. Das machen die hier den ganzen Tag. Viel ist auch nicht zu tun, ausser die Nachbarn zu besuchen. Nicht mal Einkaufengehen ist wirklich noetig, da die ganze Zeit kleine Handelsboote rumfahren. Am Ende werde ich noch Zeuge, wie ein Hund auf ein fahrendes Boot springt und die Frau anfaellt, sogleich aber von dem Mann mit dem Paddel runtergefegt wird. Grosses Geschrei und noch ein Hieb auf den fluechtenden Hund. Ich kann mir das Lachen kaum verkneifen.

ein Kaffee im Cafe

Bis vor die Haustuer...

Abwaschwasser ins Wasser!

Meine Zechkumpanen + Familie
Nun bin ich Pnohm Peng, der Hauptsatd. Hier ist alles teuer und laut. Ich freue mich auf morgen, da geht es Richtung Sueden.
Ach und ich habe gebratene Ratte gegessen hehe
Schoenste Gruesse!
Marcus
Januar 25th, 2010 - 20:19
wie schmeckt eigentlich gebratene ratte?
schwimmen die leute auch in der brühe? und wenn die leute den ganzen tag rumlungern..wie verdienen die ihr geld? pass auf dich auf..vg bye
Januar 27th, 2010 - 11:30
Da schwimmt niemand freiwilli9g aber zum Duschen huepfen die interessanterweise manchmal ins Wasser.
Wie die ihr Geld verdienen ist mir auch ein Raetsel. Einige haben Shops, einige sind Fischer, der Rest…keine Ahnung. Konnte mir der pfarrer auch nicht erklaeren.
Ratte schmeckt nach Fisch-Huenchen!
Januar 28th, 2010 - 15:31
gebratene ratte marcus!! das ist der horror, hol dir bloß keine pest!!!!
)) liebe grüße aus frankreich und viiiiiiiel glück weiterhin auf dass du nur auf liebe menschen triffst.
franzi
Januar 28th, 2010 - 15:34
ps: ich weiß nicht wo du noch überall hinwillst, solltest du nach china fahren, mein französischer gastbruder wohnt in shanghai, da könntest du sicher mal unterkommen. sag bescheid falls du adresse brauchst!
Januar 28th, 2010 - 19:08
Hallo Benjamin liebe Grüße aus Stadthagen paßt auf euch auf.
familie Langhorst
Januar 31st, 2010 - 16:18
Ratten übertragen übrigens die Pest…. Du Fischhühnchen!
Februar 1st, 2010 - 10:43
hi dear beeni
your Photos was beautiful.There is very dirty.
Where is your next trip?I was sent an email to me.I sent the email.
Send a private message here for part no?:( I’m waiting for the answer:)
good luck
nooshin
Februar 4th, 2010 - 20:01
hej,
artikel im eisbrecher is prima!
viele grüße ausm matsch-schnee chaos
Februar 8th, 2010 - 12:09