Von Marcus, Benni und der weiten Welt

30Dez/094

Emergency Update vom Tehran Airport:

Nachdem wir den Flughafen gluecklich trotz Rush Hour erreicht hatten (allerdings erst 1 Stunde vor Abflug...ziemlich spaet dran  also...)  machten wir auf dem Endspurt zum Flieger erstmal Bekanntschaft mit der gefuerchteten iranischen Airport Security (regierungstreu aufs Blut). Aufgrund von Taschenmessern im aufgegebenen Gepaeck schickanierte man uns durch extra-Kontrollen, so dass der Flug weg war. 500 Eier!!

Voellig aufgebracht lieferten wir uns kleine Wortgefechte, ohne Aussicht auf Erfolg - und Glueck, keine schlimmeren Konsequenzen bekommen zu haben....

Was nun? Das war neu fuer uns im Iran. Im Buero von Gulf Air erfuhren wir dann zum GLUECK wieder gewohnte Umstaende. Das ganze Team legte sich ins Zeug, um uns umzubuchen, managten einen Erlass von Umbuchungsgebuehr und sorgten sogar dafuer, dass wir beim Zwischenstopp in Bahrain gratis in ein Hotel koennen.

Bilanz: Statt guten 500 Euro Verlust und Daueraufenthalt am Airport fehlen uns nun lediglich das Pfefferspray, eine Saege....und Sylvester, das wir im Flieger verbringen muessen.

Kein wuerdiger Abgang von diesem tollen Land, aber wir sind mit leichten Blessuren davon gekommen.

Bangkok werden wir am Morgen  des 1.1.2010 erreichen...Happy New Year im Voraus euch allen!

Marcus & Benni

p.s.: Macht euch keine Sorgen! Hat ja alles nochmal geklappt.

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30Dez/094

Unsere bisherige Route

Eine ganz grobe Skizze:

 

Von Deutschland bis Istanbul

Von Deutschland bis Istanbul

Istanbul - Tehran - Tehran

Istanbul - Tehran - Tehran

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30Dez/094

Irania Fantastica

An unserem letzten Tag im Iran soll dieser wohl auch letzte Artikel ueber das Land verfasst werden - vielleicht ganz passend, so kurz vor dem Jahreswechsel.

Es faellt uns unheimlich schwer uns zu verabschieden. So viele grossartige Erinnerungen befinden sich im Gepaeck, dass ich manchmal ein wenig Aerger verspuere, den Iran nicht als letztes Land der Reise eingeplant zu haben. Natuerlich hoffen wir, dass es so toll weiter geht - aber in gewissen Aspekten scheinen Superlative erreicht zu sein, die kaum zu toppen sind.

Aber nun erstmal zu unseren letzten Tagen hier!

Gib' Gummi!

Gib' Gummi!

Im Weihnachtsgruss wurden schon unsere grossartigen Taucherlebnisse angerissen. Ueber Weihnachten waren wir also auf dieser echt winzigen (Durchmesser ca. 4Km) Insel und dabei auch sehr allein. Wir hatten uns auf Queshm Taucherbrillen gekauft, die wir hier nun so richtig ausreizen konnten! Da die Eindruecke schwer durch Worte zu beschreiben sind, hoffen wir, dass die Bilder und ein Video weiterhelfen (argh, sorry - Video macht Probleme, kann hoffentlich nachgereicht werden!)

Weihnachtscamp

Weihnachtscamp

Salam Mr. Fish!

Salam Mr. Fish!

Auf der Rueckfahrt von der Insel mit dem kleinen Glasfaser-Speedboat gab es dann eine fuer den Iran nicht voellig absurde Verhandlung: "How much is it?" "50 Dollar!" "50 Dollar?!? Sorry! Pul nadarrim (Kein Geld)! Maybe 5 Dollar?" "Ok,ok...for free!" "Yeah!"  :-)

Kaum am Strand des kleinen Dorfes am Festland angekommen fuhr ein Jeep vor mit einem Typen, der uns gleich erstmal ins sein Haus gebracht hat und darauf bestand, dass wir dort die Nacht verbringen sollen. Zuvor wohnten wir einen Volleyballspiel der Dorfbewohner und oertlichen Militaers bei, spielten mit den Kindern und genossen ein reichhaltiges Abendessen bei der Fischerfamilie.

Die kommenden Tage mussten wir aufgrund draengender Zeit grosse Distanzen zuruecklegen.

Sprit alle, kurz vorm Ziel

Sprit alle, kurz vorm Ziel

Wir trampten ueber 600Km an einem Tag in die Hafenstadt Bushehr, wor wir naechtigten, um am naechsten Tag die Stadt der Poeten und Gelehrten, Shiraz, erreichten. Dort sahen wir die Zeremonien anlaesslich des Gedenkens an den Tod des Imams Hossein, bei denen sich Menschen in langen Maerschen auf den Strassen bei dumpfen Paukenschlaegen mit Metallketten selbst geisseln - ziemlich strange.

Unser Kumpel Farhad hat uns in Shiraz Kontakte besorgt, so dass wir das luxurioese Anwesen einer Aerzte Familie (Mutter Zahnaerztin, Papa Orthopaede) bezogen. Die Eltern uns ihre zwei Toechter gehoeren zweifelsohne zur Upperclass und sprachen aufgrund der geplanten Auswanderung nach Kanada perfektes Englisch. Der kommende Tag wurde von erneuten blutigen Demonstrationen in den grossen iranischen Staedten ueberschattet. Zusammen mit Freunden der Familie beobachteten wir per Satelitten-TV (das nationale Fernsehen wird komplett vom Staat kontrolliert die grausamen Bilder und fuehrten unglaublich interessante Gespraeche ueber die Situation, die Zukunft und verlorene Hoffnung.

Zu Gast in Shiraz

Zu Gast in Shiraz

Vielleicht klingt es ironisch, aber in dem Chaos mit tausenden Festnahmen und mehreren Todesopfern durch brutale Polizeigewalt sahen wir, genau wir auch einige andere Iraner, Hoffnung. Es wurde uns immer wieder der Eindruck bestaetigt, dass die Regierung kaum noch Rueckhalt im Volk besitzt und ihre Position nur durch absolute Skrupellosigkeit und brutalste Gewalt verteidigen kann - ein Konzept, das in meinen Augen zumindest, auf Dauer zum Scheitern verurteilt ist. Aber genau diese "Dauer" ist es, die den Menschen hier zu schaffen macht. Wenn man seit 30 Jahren unter solchen Umstaenden lebt, ist es kaum verwerlich an Hoffnung zu verlieren...

Der naechste Tag und leider nur dieser eine, wurde Irans wohl schoenster Stadt, Esfahan, gewidmet. Ein Poet sagte: Esfahan nesf-e jahan (Wer Esfahan sah, hat die halbe Welt gesehen). Klingt hoch gegriffen uns ist es eventuell auch, doch muss die Stadt tatsaechlich eine der allerschoensten des mittleren Ostens sein, mit ihren gruenen Parks, uralten Flussbruecken, pompoesen Bauwerken und orientalischen Flair. Als wir am Abend nach Tehran aufbrachen, bereuten wir es schon, nicht noch laenger dort geblieben zu sein. In der Stadt erlebten wir einen Moment, der in dieser Form einfach an der Tagesordnung war: Zwei Deutsche stehen am Flussufer. Zwei Iraner naeher sich neugierig und begruessen uns herzlich. Man ist zu viert. Eine Gruppe von ca. 5 Soldaten und 2 Polizisten naehrt sich und steigt freudig ins Gespraech ein, drei etwas nerdige Jugendliche stimmen ein, ein alter Mann beoachtet das ganze und ein iransicher Gangster-Iltis-Typ steckt seinen Kopf in die Runde. Innerhalb von maximal 2 Minuten ist man von einem laermenden, lachenden und gespaechigen Knaeuel von 20 Iranern umgeben :-)

Park in Esfahan

Park in Esfahan

Imam Square Esfahan

Imam Square Esfahan

Feilschen auf dem Basar

Feilschen auf dem Basar

Esfahan - Palaeste

Esfahan - Palaeste

Eine von ueber 30 Bruecken

Eine von ueber 30 Bruecken

Zurueck in Tehran wurden wir zum zweiten Mal von diesem haesslichen Moloch erschlagen. Wir waren froh, die Bude unseres Kumpels Amir zu erreichen - bis ich feststellen musste mein Daypack inkl. MP3-Player in der Mitfahrgelegenheit verpeilt zu haben - neeeeiiinn! Wo soll ich den hier Freunde des Indie- und Punkrocks finden, die mir zu neuer Musik verhelfen koennen!?

Morgenappell einer Schule in Tehran

Morgenappell einer Schule in Tehran

Den folgenden Abend verbrachten wir zuerst in einer Runde von Amirs Freunden in einem traditionellen Teehaus, bevor wir Kumpels vom Hormoz Festival besuchten...naemlich unsere Hippie / Kuenstler Freunde, die sich im Studio von Happyface versammelt hatten - zu meiner Freude war auch Fatima (Mrs. Todesstrafe :) ) aus Bandar Abbas dort, so dass man sich vor der Reise nochmal verabschieden konnte.

Mit Amir & Co. im Teehaus

Mit Amir & Co. im Teehaus

Shisha inklusive!

Shisha inklusive!

Benni, Fatima, Schnabelfrau, HappyFace, Schnabelmarcus, Typ, Mohamad, Jesus-Verschnitt

Benni, Fatima, Schnabelfrau, HappyFace, Schnabelmarcus, Typ, Mohamad, Jesus-Verschnitt

Dann ist es auch schon heute - mit einer Ueberraschung fuer einige. Wir werden naemlich nicht wie eigentlich geplant nach Pakistan weiterreisen, aufgrund strikter Visa-Restriktionen unserer Botschaft, so dass wir komplett umdisponiert haben: In wenigen Momenten schickt uns Gulf Air ueber Bahrain nach Bangkok. Sylvester wird es also fuer uns dieses Jahr geben - im Trubel der Thai-Metropole.

Doch einige abschliessende Worte zum Iran. Es ist einfach ein Land der Ueberraschungen gewesen, so ganz anders, als man es erwartet haette. In den Staedten ganz sicher genauso modern wie westliche Metropolen, auf dem Land so traditionell wie manche Entwicklungslaender. Die Landschaft abwechslungsreicher als erwartet, die Distanzen groesser als gedacht, das Leben billiger als ertraeumt und das Gefuehl von Sicherheit stets vorhanden!

Aber das alles kann man getrost vergessen, wenn man an die Menschen hier denkt, die ca. 95% der Faszination ausmachen! An Neugier, Freundlichkeit und Gastfreundschaft wohl einfach nicht zu toppen, sind es aber vor allem die echten Freundschaften, die den Abschied so schwer machen. Wir haben hier Menschen kennengelernt, die viel mehr sind als tolle Reisebekanntschaften, sondern die ohne ein Zoegern als Freunde bezeichnet werden koennen.

So ist es bisher zwar eher Traeumerei und Utopie - aber die Hoffung ist gross, nach der langen Reise moeglichst bald in den fantastischen Iran zurueckzukehren - vielleicht (und hoffentlich!) dann ja unter anderen politischen Bedingungen! Unsere Freunde und die Menschen im Iran werden bald weit weg sein, aber gedanklich stets bei uns und in allerbester Erinnerung!

Khodahafez Iran - delam baraat tangenishe!  (Good bye Iran - I will miss you!)

Mr. Benjamin (wie man mich hier gerne zu nennen pflegt :-) )

FUN SECTION: Die Geschichte vom Gesichte

Vorher: Stattlicher Vollbart

Vorher: Stattlicher Vollbart

 

Zack!

Zack!

 

Der klassische Schnauzer XXL :-D

Der klassische Schnauzer XXL :-D

 

Gestatten, Prinz Eisenherz :-)

Gestatten, Prinz Eisenherz :-)

To be continued!

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26Dez/092

FROHE WEIHNACHTEN!

Auf diesem Wege ein frohes Weihnachtsfest an alle unsere Freunde und natuerlich auch die Familie!

Wir haben in Weihnachten mit einer Flasche suedafrikanischen Wein (Danke Farhad!) auf einer winzigen Insel (15 Menschen) reingefeiert - ganz allein am wundervollen Strand bei ca. 25 Grad abends sangen wir am Lagerfeuer einige Weihnachtslieder.

Die Bescherung folgte dann tatsaechlich am 24.12.! Bei super Wetter tauchten wir durch wundervolle Korallenriffe mit Schwaermen tropischer Fische, Rochen und Co, erkundeten alte Schiffswracks und genossen die Einsamkeit und Schoenheit der Insel.

Alles Weitere demnaechst - alles Gute aus Shiraz,

Benni & Marcus

Weihnachten am Golf

Weihnachten am Golf

Korallen zu Weihnachten!

Korallen zu Weihnachten!

Schoene Bescherung :-)

Schoene Bescherung :-)

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21Dez/097

Der Persische Golf

So, wir also auf Queshm, eine riesige Insel mit ueber 100km Laenge, sodass man sich gar nicht mehr  wie auf einer Insel fuehlt. Nachdem wir ueber Freunde in der WG von anderen Freunden oder so aehnlich gelandet sind und  total erschopeft gerade noch die Einladung zu einem ominoesen Besaeufnis ausschalgen konnten ( Die sind hier echt heiss drauf einem zu demonstrieren, dass man hier auch Alkohol trinkt!), fluechteten wir schnell zur naechsten kleinen Insel namens Hengam.  Doch zuvor hatten wir noch ein lustiges Erlebnis am einsam Strand von Queshm.  Truegerisch verlassen weilte morgens ein Geruest aus Netzten im flachen Wasser und aus Neugier tauchten wir mal vorsichtig rein. Ueberaschenderweise war da die Hoelle los, die Fischer sollten erst in einegn Stunden vorbeischauen um den Fang zu sichern. Wir also mit der Highsociety der Meerestiere in einem 80 Quadratmeter Netzgefaengnis.  Zusammen mit bunten Korallenfischen, eingen Rochen, Krustentieren und zwei Octopussen gabs ein Mordsspektakel und als ich gerade mit meiner frisch gefangenen Riesenkrabbe am Ufer kaempfte, hat Benni es endlich geschafft durch bestaendiges Piesacken dem Octopus eine Ladung Tinte zu entlocken!

Soviel also zu Queshm, mehr nennenswertes war da auch ersteinmal nicht.

Mit einem dieser komischen unstabilen Miniboote hupften wir also mit Highspeed ueber die Wellen gen Sueden nach Hengam. Dort finden wir in der Abenddaemmerung eine wunderbare Schlafstelle mit Panoramameeresblick. Unmengen und Korallenbruchstuecken am Ufer zeugen von einem ausgepraegten Leben im Wasser. Mit einem Laecheln auf den Lippen und voller Vorfreude sinken wir in den Schlaf, morgen endlich mal ausgiebig Tauchen.... Natuerlich stuermte und regnete es am naechsten Tag, dieses Szenario sollte sich uebrigens noch mehrmals wiederholen.  Am Folgetag allerdings schaffen wir es endlich durch bunte Fischschwaerme zu tauchen und im Wassers stehend werden wir sogar von einem Schwarm springender Fisceh attackiert, die verwirrt und aengstlich Benni an die Brille und mir an die Brust huepfen. Doch leider muessen wir auch diesen Platz aufgeben ,denn  das Trinlwasser ist leer  und das Dorf  weit. Im Dorf haben die Laeden dann geschlossen.  Siesta! Dafuer laedt uns ein Fischer zum Mittagessen und die Frau/ Tochter verpasst mir zwei Henna-Tatoos. Nicht besonders schoen aber das eine war zufaellig mein Sternzeichen: Skorpion. Zufall?

Auf Queshm dann wieder besuchen wir den riesigen Mangrovenwald. Gluecklicherweise ist unser Tramp Mangrovenfischer und auf dem Weg zu den Netzten und so duempeln wir zu viert auf einem kleinen Boot fuer 2 Stunden in der Abendsonne durch die Mangroven und sammeln die Fische aus den Netzen.

Am Uebernaechsten Tag beschliessen wir uns kurz zu trennen. Waehrend Benni Richtung Queshm-City trampt und auf einen Scheich trifft, der auch gleich eine Einladung nach Dubai ausspricht und zum Esen laedt, durchquere ich an einer schmalen Stelle fuer vier- fuenf Stunden die langgezogene und nur am Ufer bewohnte Insel. Das Inland ist hier Wueste und so komme ich mir auch vor, ganz alleine und ziemlich weit weg von allem. Im Morgengrau breche ich auf und begegne gerade noch zwei Kameltreibern, ehe die Wueste mich verschluckt. Erst Sonne und irgendwann auch einem Pfad folgend finde ich unverhofft dann auch meine erste Oase! meine eigene Oase! Davon habe ich schon als Kind getrauemt!

Eine Einladung zum Mittagessen verwirft allerdings meinen Zeitplan und so verpasse ich Benni abends am Hafen um 20 Minuten. Fuer Benni wurde vom Scheich bereits ein kleiens Boot gechartert, dass ihn zur naechten Insel Larak befoerdert. Die Faehrboote fahren nun nicht mehr, also werde ich wohl morgen folgen. Verwirrt und hilflos stehe ich noch kurz am Hafen und ueberlege, als ich auch schon von Jamal, einem Englsichelehrer fuer Hochbegabte aufgegriffen werde. Der besucht gerade seine  drei Kumpels, auch alle englsichsprachig und so gibts nach der obligatorischen Essenseinladung abends eine lustige Pyjamaparty ohne Pyjama. Ich komme gerade aus der Dusche, als schon alle lecht "bekleidet" und teils nur noch in Unterwaesche auf dem Boden hocken sich amueiseren. Ein wunderbarer Abend. Lustigerweise wohnen hier zwei Typen in einem Zimmer + Wohnzimmerkueche. Die haben auch keine Moebel wie Betten oder Sofas. Geschlafen, gessesen und gegessen wird auf dem Boden, wobei beim Essen noch ein Tischtuch drunter gelegt wird. Das uebrige Brot wird dann oft einfach am Ende wieder mit in die Decke eingerollt und kommt dann  beim naechsten Essen wieder zum Vorschein. Verrueckt!

Den naechsten Tag begleiten mich die Jungs auf die Insel zu Benni. Hier wohnt fast niemand nur einige Soldaten und Fischer. Wir schwimmen etwas und lassen sie dann ziehen, denn wir wollen noch eine Nacht hier verbringen und am naechsten morgen zurueck aufs Festland. Ich erwaehnte ja, dass hier fast niemand wohnt und dementsprechend fahren auch die Boote. Fuer eine Strecke die sonst 2 Dollar kostet verlangt man nun 25 Dollar. Wohlwisend, dass es hier kein Hotel gibt, gibt uns noch den Rat einfach am naechsten Morgen um 6:00 uhr das Boot zu nehmen, das kostet dann auch nur 1 Dollar (???). Naja, Hotel brauchen wir nicht und so bleiben wir dann etwas angefressen auf der Insel. Augenblicklich nach der Verhandlung werden wir allerdings von 10 Rohrarbeitern in Obhut genommen, die am Hafen in einer kleinen Baracke wohnen, zusammen auf ca. 30 Quadratmetern. Nach der Arbeit haengen die Jungs den ganzen Tag rum warten, dass die Zeit vergeht, Tag ein...Tag aus...Tag ein...usw. Da sind wir natuerlich eine  willkommende Abwechslung.  Der Abend wurde echt lustig! Singen und Zaubern, Schach und Karten, Essen und Unmengen Tee und natuerlich wieder Deutsch und Farsi Sprachlektionen. So stelle ich mir eine Sammelzelle im Knast vor!

Am naechsten Tag besuchen wir noch einmal den Lehrer Jamal, der wohnt naemlich in Bandar Abbas auf dem Festland. Wir haben die einmalige Gelegenheit seine Schule zu besuchen. Mit guter Erinnerung an den Besuch in der Tuerkei werden wir morgend in den Lehrerschulbus eingeladen und sitzten dan im Buero. Nach und nach werden uns die besten Schueler vorgefuerht und einige Englischlehrer und dann gibt es irgendwelche Prrobleme und wir muessen die Schule rasch wieder verlassen. Wer hier mit Auslaendern gemeinsame Sache macht und sei es nur sie bei sich uebernachten zu lassen, begibt sich hier auf duennes Eis. Dem Rektor wurde es nach der freundlichen Begruesung dann wohl doch zu brisant.

Jetzt sitzte ich gerade wieder bei Farhad, unserem Freund vom Hormuz-Festival und warte, dass er und seine Gang vom Einkaufen wieder zurueckkommen. Heute ist die laengste Nacht im Jahr und das wird zelebriert. Mit Wassermelonen und noch irgendetwas...mal sehen. Auf jeden Fall fahren wir wieder an einen einsamen Strand und was dann kommt koennen wir uns schon denken!

Marcus

 

Unser Kumpel Omid zu Besuch im Lager

Unser Kumpel Omid zu Besuch im Lager

Streicheleinheiten fuer Elektro-Rochen

Streicheleinheiten fuer Elektro-Rochen

Riesenkrabbe aus dem Fischernetz

Riesenkrabbe aus dem Fischernetz

Zu Gast bei den Fischern auf Hengam-Island

Zu Gast bei den Fischern auf Hengam-Island

Mini-Mangrovenwald

Mini-Mangrovenwald

Woerterbuch der Fisher, Augenmerk auf das Wort oben rechts!!!

Woerterbuch der Fisher, Augenmerk auf das Wort oben rechts!!!

Mangrovenfischer auf Queshm-Island

Mangrovenfischer auf Queshm-Island

Mittagessen beim Dubai-Scheich

Mittagessen beim Dubai-Scheich

Wueste

Wueste

Kamele in der Wueste

Kamele in der Wueste

Oase, leider ohne Palmen

Oase, leider ohne Palmen

Tauchen auf Hengam-Island

Tauchen auf Hengam-Island

Bei Rohrarbeitern auf Larak

Bei Rohrarbeitern auf Larak

Das gute alte 0,0% Bavaria Bier

Das gute alte 0,0% Bavaria Bier

Schulbesuch in Bandar Abbas

Schulbesuch in Bandar AbbasSiesta!

Spontanes Schachspiel

Spontanes Schachspiel

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9Dez/0913

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?

Wie in den Erzaehlungen von Marcus schon anklang, erleben wir den Iran so GANZ anders, als wir es erwartet haetten.

Was wir vorher schon immer gesagt haben, ist allerdings in absolut ueberzeugender Form Realitaet geworden: Es gibt einen klaffenden Canyon zwischen dem, was die "politische" Fuehrung in diesem Lande darstellt und dem, was und wie die Menschen hier sind und denken.

Es ist ueberwaeltigend, was fuer ein Ausmass die Rebellion in den Koepfen der Menschen hier gegen die, sie in so vielen Bereichen unterdrueckende und voellig unrepresentative Regierung hat. Praktisch jeder sagt uns mehr oder weniger direkt, wie sehr er das Regime hasst und wie noetig ein Umbruch ist.  Die Menschen hier verlieren auf der einen Seite den Glauben an ihr Land und so viele smarte Leute die wir getroffen haben, versuchen gerade auf schnellsten Wege auszuwandern - auf der anderen Seite wird uns von ueberall her klar gemacht, dass ihr Land absolut nicht so ist, wie es nach aussen dargestellt wird.

Wir werden angehalten, gebeten, ja teilweise fast angefleht (Bsp.: in einem Internetkaffee in Tehran stellt eine aeltere Frau fest, dass die Regierung eine weitere Website gesperrt hat, berichtet uns von all den Dingen und ihr kommen die Traenen als sie sagt: "You have to tell the people in Germany how things are in Iran. We are afraid, alone and we need help! Please report about our country.") unseren Eindruck und die Wahrheit nach draussen zu tragen. Die Iraner sind ein von der Aussenwelt isoliertes Volk was vor allem Solidaritaet und Verstaendnis sucht - und definitiv auch braucht! Vergesst die Vorurteile von den Menschen hier, die kennen sie selbst nur ZU gut (weiteres Bsp.: Pause einer Ueberlandbusfahrt, ein Typ in unserem alter der kaum Englisch spricht drueckt uns einen Zettel in die Hand:  )

Ohne Worte

Ohne Worte

So viel als Einleitung...das im Folgenden beschriebene Festival ist ein Paradebeispiel fuer die subtile Rebellion der geistigen Elite und jungen Generation, sowie das stetige Bestreben nach einer Normalitaet, die fuer uns nichts als Gewohnheit ist.

HORMOZ SOIL FESTIVAL

Wie schon im voherigen Artikel beschrieben, erreichten wir durch diverse Zufaelle dieses Art-Festival. Auch als nicht besonders Kunst-interessierte Person wirkten die nur aus Natursand der Insel in den leuchtendsten Farben erstellten Carpets beeindruckend, als sie eine weite Flaeche des Strandes einnahmen und von enormen Detailreichtum waren.

Die Carpets - Kunst auf Iranisch

Die Carpets - Kunst auf Iranisch

Doch war uns noch immer nicht klar, wo genau wir nun gelandet waren! Im nu wurden wir in ein in den nahen Duenen direkt vorm Meer gelegendes Camp gefuehrt, wo wir von allen Seiten aufs Allerherzlichste begruesst wurden. Bevor wir uns versahen bekamen wir ein Identitaetsschild zum Umhaengen, welches uns als Kuenstler aus Deutschland und Teilnehmer des Festivals auswies. Ich? Kuenstler?? Naja, immer mal was Neues probieren :-)

Festival Crew

Festival Crew

Hormoz Soil Festival

Hormoz Soil Festival

Der Abend selbst war der letzte des mehrtaegigen Festivals und einfach nur brilliant - definitiv etwas, was man im Iran als Letztes erwarten. Wir lernten eine oertliche Rock (!!) Band kennen, die abends noch auftrat, einen Haufen Bilderbuchhippies mit Rastalocken und Jesus-Latschen, diverse Kuenstler, Musiker, Schauspieler und Autoren aus ganz Iran - allesamt Freigeister und vehemente Kritiker der Zustaende, welche auf dieser Insel die sonst nicht existente Freiheit lebten!

Wir machten Musik, hoerten Musik, unterhielten uns ueber Politik, deutsche Kunst und Literatur (beeindruckend, was die alles wussten!) und selbst ueber Philosophie. In der Dunkelheit sassen wir dann mit einigen Leuten von 30 - 50 Jahren in einem abgelegenen Zelt wo unter grosser Zelebration eine Flasche Vodka (statt dem versprochenen Bier...) hervorgeholt wurde...die dann auch bald weg war ;-) Danach wurde im Dunkeln vorm Zelt ausgelassen getanzt, direkt darauf im Mondschein der Musik gelauscht.

Abend auf dem Festival

Abend auf dem Festival

Spaeter gab es dann Rockmusik und noch spaeter Chill Out Musik im Kreise am Lagerfeuer, wo sich das ganze Lager versammelte, bevor irgendwann alle in ihren Zelten verschwanden.  Interessant war, dass hier auch die Frauen nahezu in voelliger Gleichberechtigung agierten! Am naechsten Morgen wurden wir bevor wir richtig wach waren von der Vodka-Gruppe geschnappt, die dann mit uns in einem kleinen Speedboat die nahen Mangrovenwaelder erkundete, sehr interessant!

Mangroven

Mangroven

Das Festival loeste sich nach unserer Rueckkehr langsam auf, doch wir haben dort viele Freunde gefunden, Adressen getauscht und sogar fuer die Rueckkehr nach Bandar Abbas eine Einladung bekommen. Vor allem haben wir eine ganze Menge erfahren und gelernt!

Rockband auf dem Weg zum Hafen

Rockband auf dem Weg zum Hafen

Wir verbrachten noch zwei Naechte auf der Insel, in denen wir eigentlich Ruhe haben wollten, die aber kaum bekamen - denn fast dauerhaft meinten es einige der neuen Freunde gut mit uns, organisierten Bootstouren (bei der wir Delphine am Boot gesehen haben!!), Erkundungsfahrten um die Insel herum oder einfach Lebensmittel. Selbst als wir an einem einsamen Strand im Dunkeln am Lagerfeuer sassen, kam ploetzlich ein Boot naeher und kurz darauf sassen zwei Fischer (die kein Wort Englisch konnten) ruhig mit uns am Feuer und sponsorten frischen Fisch.

Hormoz Island von oben

Hormoz Island von oben

Strandfruehstueck

Strandfruehstueck

Strandfruehstueck?!

Strandfruehstueck?!

Fishermans Friend

Fishermans Friend

Am naechsten Morgen wurden wir von Regen und Sturm geweckt, so dass fast unser Hab und Gut ins Meer flog...nach einer moerderischen Bootsfahrt durch die Wellen waren wir wieder in...

Bandar Abbas Part II

Wir wollten eigentlich schnell weiter zur naechsten Insel, doch es kam mal wieder anders. Farhad, der Boss der Rock Gruppe lud uns zu sich nach hause ein. Wir wohtnen hier bei seinem Bruder und erfahren mal wieder unvorstellbare Gastfreundschaft. DIe Familie scheint Geld zu haben, deshalb fehlt es uns an nichts...wir essen gut, fahren mit einem Jeep in die Berge und fahren an einsame Straende, die der Regierung gehoeren, um mit Freunden Vodka zu trinken! Dazu bekommen wir gute Tipps von der Mutter, die als Tourist Guide arbeitet.

Unsere Kumpels in Bandar Abbas

Unsere Kumpels in Bandar Abbas

Marcus hat mit den Jungs eine heisse Quelle erkundet, waehrend ich mich in Lebensgefahr begeben habe - auf eine Weise die in Deutschland wahrscheinlich laecherlich wirkt. Auf dem Festival lernte ich eine der Organisatorinnen kennen...die 27 jaehrige Schauspielerin Fatima, mit der ich mich schon dort prima verstanden habe.

Todesurteil? :-)

Todesurteil? :-)

Also wollten wir uns in der Stadt nochmal treffen...auf ein Date mit einer unverheirateten Frau kann im Extremfall die Todesstrafe stehen, hooray :-) Generell ist es im Iran gesaetzlich verboten einen Girl- / Boyfriend zu haben. Mir wurde vor der Sache also kraeftig Angst gemacht, doch das ganze lief dann voellig ohne Polizeieinsatz ab...puhh! Auch fuer unseren Alkoholkonsum und die Kritik am Regime koennte man uns schon mehrfach gepeitscht und getoetet haben. In Deutschland bin ich bisher nicht ueber 10 Euro Bussgeld gekommen - im Iran auf mindestens 3 x Todestrafe. Bin nun ein schwerer Junge, gebt Acht! :-D

Morgen gehts auf eine groessere Insel hier im Golf, wo wir mit etwas Glueck sogar nach Korallen tauchen gehen! Dank der guten Connections unseres Kumpels Fahad :-)

Es lebe dieses wunderbare Land - hoffentlich schon bald in der ihm zustehenden Freiheit!

Euer Benni

veröffentlicht unter: Allgemein 13 Kommentare
8Dez/095

What do you think of Iran?

...Das fragt dich hier ungefaehr jeder! In der Regel wird dem noch ein -Welcome to Iran!- vorgeschoben und so haben die Menschen hier anscheinend die heilige Pflicht jeden Fremden zu begruessen und vor dieser Pflicht scheint sich niemand druecken zu wollen. Mehr als einmal schmerzte mir schon das Gesicht vom staendigen nett zuruecklaecheln und nach der 2653 Mini- Konversation a la - How are you? Fine? Very good!....Oohhh Allmani! Very Nice!... usw.  muss man sich dan doch manchmal beherschen um nicht wie im Wahn bruellend um sich zu schlagen.

Aber sie meinen es ja nur gut! Die Menschen hier sind wirklich die Gastfreundlichkeit in Person! Und jeder will anscheinend das so unter den westlichen Medien leidende Land in moeglichst gutem Licht dastehen lassen. Uns ist es recht! Wir haben hier wirklich schon wunderbare Menschen getroffen und wurden so freundlich empfangen und beschenkt, dass wir zwischenzeitlich in Lauerstellung die Gaben annehmen, da es bei dieser Grosszuegigkeit sicher einen Haken geben muss.

What!?

What!?

Aber von vorne: Wir erreichen Anfang Dezember Teheran, der oder das groesste Moloch, das man sich vorstellen kann! Ueberall nur graue Haueser und Strassen und dieser Smog! Dazu kostet hier das Benzin ungefaehr nix und daher sind die teils achtspurigen(!!!) Strassen durchgehend blockiert. U-Bahn ist kaum vorhanden und auch ueberfuellt. Angeblich brauch man von einem Ende der Stadt zum andern ca. 4 Stunden mit dem Auto. Wir wohnten auf jeden Fal zwei Naechte bei unserem Freund Amir, den wir ueber Couchsurfing kennengelernt hatten, trauten uns aber immer nicht so richtig aus der Bude, weil das Gewirr zu viel fuer uns war. Wen ich mal so resuemiere, haben wir uns einen Tag fast komplett bei ihm verschanzt. Egal; hier die drei einzigen nennenswerten Sachen waeren, dass wir uns auf dem groessten Basar der Welt verirrt haben, der gar nicht mal so schoen war, zweitens dass es hier eine Delikatesse ist Schafskoepfe zu kochen und dann die Haut und das Gehirn zu essen (zu meinem Schaden habe ich mich von Amir ueberreden lassen) und zu guter Letzt, dass wir Joern, einen Deutschen Weltreisenden getroffen haben. Der kam gerade mit dem Flugzeug aus China und schloss sich uns noch fuer zwei Naechte an. Zusammen zogen wir nach...

YAZD,

eine Wuestenstadt mitten im Herzen des Irans.

Mit Joern in Yazd

Mit Joern in Yazd

Nach kurzer Besichtigung und etwas Unfug gingen wir einkaufen um uns fuer eine Geisterstadt 70km suedlich zu versorgen. Ungefaehr die Haelfte gab es dann von den Haendlern oder Zivillisten geschenkt. Ja ja die gute alte Gastfreundschaft! Abends erreichten wir dann mit grossem Aufwand die Siedlung, wirklich unglaublich! eine gar nicht so kleine Flaeche von alten Hausern, mit Kuhscheisse und Lehm verputzt und wunderbaren Runddachern, in der Mitte trohnt ein(e) alter Minarett(turm). Ein wahrer Abendteuerspielplatz! Ueber mehrere Etagen erhebt sich die uralte Siedlung und glueht in der Abendsonne wie in tausend und einer Nacht. Der einzieg Wehmutstropfen sind die vielen eingestuerzten Daecher, so wagen wir uns auch nur bedingt nach ganz oben, loesen aber trotzdem hier und da ein paar Brocken. Neben dem Turm finden wir eine geeignete Bude und machen drinnen Feuer, mit wunderbarem Blick auf die Berge, diese Nacht sollte es verdammt kalt werden. Abends klettern wir noch auf den unglaublich engen Turm und als wir gerade der Dritte oben aus dem Loch lugt und seinen Hintern auf den Rand schiebt faellt uns auf, dass das ganze Teil in Schwingung geraet, unter grosser Vorsicht, immer noch wackelnd und mit einer gehoerigen Portion Angst und Adrenalin gleiten wir schnell wieder nach unten. Auf die 20 m Fall hatte keiner so recht Lust. Am naechsten Morgen treffen wir einen englischsprachigen Iraner: Und wart ihr auch auf dem Turm? Ist spannend, oder? Habt ihr es auch geschaft ihn zum wackeln zu bringen? Muesst ihr mal machen, ist echt lustig!

Geisterstadt

Geisterstadt

Wueste

Wueste

..... am Abend trennen wir uns von  Joern und wollen mit dem Zug an den persichen Golf, geht aber nicht, der ist fuer drei Wochen ausgebucht. Komisches Land. Dann halt Bus, trampen bringt hier nicht so wahnsinnig viel, da die meisten Geld verlangen.

Persischer Golf

In Bandare E- Abbas angekommen setzten wir uns fix in ein kleiens Glasfaserboot um auf die Vulkaninsel Hormuz zu gelangen. Dies ist die kleinste Insel hier und soll ziemlich ruhig sein, genau unser Fall! Mal etwas Ruhe von der Stadt, den Leuten! Aber es kommt anders, schon am Dock bezahlt man unsere Tickets und im Boot fangen die Mitfahrer an zu singen, wir machen ersteinmal mit und stimmen auch ein bis zwei Lieder an. Eigentlich ist die Truppe hier ja schon ganz lustig. Schlafsaecke dabei...die gehen sicher campen. Nach einigen Liedern und Fotos faseln die Maenner dann etwas von Bier trinken und wir sollen mitkommen. Bier im Iran? Wahrscheinlich wieder dieses Apfel- oder Ananasbier, das schmeckt zwar gut ist aber eine alkoholfreie Saftschorle und hat mit Bier wenig gemein. Oder goennen sich die Jungs etwa das gute 0,0 % Bavaria? Der Abend rueckt schon sehr nahe und wir beschliesen mitzukommen, wo auch immer es hingeht. Am Hafen werden wir dann hinten auf einen Pickup aufgeladen und den Strand langkutschiert, wie wir schliesslich herausfinden sind wir auf dem direkten  Weg zu einem kleinen Kuenstlerfestival, wir sind natuerlich eingeladen (Was auch sonst). Die streuen hier mit buntem Sand ueberdimensionale Bilder an den Strand. Das besondere dabei ist, dass der ganze farbige Sand nicht gefaerbt wurde, sondern auf der Insel gesammelt, denn wie gesagt, wir befinden uns auf einer Vulkaninsel und hier nehmen die Felsen die verschiedensten Farbtoene an. Neben typischen Farben wie Rot, Weiss und Gelb gab es sogar Gruen und Blau und der Strand beim Campinplatz war schwarz und funkelt, als waere da eine Diskokugel zersprungen. Wunderbar!

Das Festival in Einzelheiten folgt spaeter!

Marcus

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2Dez/098

Jeden Tag sitz ich am Van-See…

Ein "salam!" in die Heimat!

Nach dem kleinen Bilder Update soll hier ein Nachtrag zu unseren letzten Tagen in der Tuerkei folgen.

Wir verliessen die zuvor erwaehnte liebenswuerdige kurdische Family frueh morgens und erwischten gluecklicherweise nach kurzer Zeit einen Tramp direkt nach Van, einer Millionenstadt am riesigen tuerkischen Van-See.

Dort wollten wir 2-3 Tage bleiben und hatten zu dem Zweck einen Couchsurfer angeschrieben, der uns auch zugesagt und in der Stadt aufgespuert hat. Wir standen also vor der Ehre das im Islam so wichtige Opferfest (Bayram) mit seiner kurdischen Familie zu feiern!

Die war auch sehr nett, insbesondere die Kids bereiteten uns viel Freude. Den Abend verbrachten wir mit unserem Kumpel in einer Spielhoelle in der Stadt und zockten Fussball und Pruegelspiele...so far so good. Es war der Vorabend des Festes und in den Strassen war die Hoelle los...bei ihm zu hause dann leider auch. Wir machten uns schon bettfertig als wir Hals ueber Kopf mit unserem Kumpel die Bude verlassen mussten, mitsamt Gepaeck. Draussen erklaerte uns ein sichtlich mitgenommener Ugur, dass sein verrueckter Vater nach haus gekommen ist und tierisch Stress geschoben hat wegen uns. So streiften wir durch die naechtlichen Strassen von Van, wo alles voller Muell uns vielen Feuern inkl. feiernden Leuten war uns ueberlegten, was zu tun ist. Nachdem wir ein voellig heruntergekommenes aber billiges Hotel gefunden haben, konnte sich Ugur zu Freunden vor seinem Dad fluechten. Also auch unter Kurden gibts nicht nur Familienidylle...

Das war also Bayram fuer uns...toll! Am naechten Tag beschlossen wir erstmal etwas durch die Stadt zu streifen um irgendwo Fleisch abzugreifen als das Schicksal uns in seine Haende nahm (mal wieder...). Auf der Strasse sprach uns ein gut Englisch sprechender uns ueberaus netter afghanischer Fluechtling namens Najib an. Bevor wir uns versahen hatten wir aus der Hotel-Spelunke ausgecheckt und sassen mit ca. 20 weiteren afghanischen Fluechtlingen in einer kleinen Wohnung, die fast nur aus schmutzigen Raeumen mit Teppichen bestand. Dieser Zustand wurde aber KOMPLETT durch die unglaubliche Herzlichkeit jedes einzelnen dieser jungen Leute, die zum Teil ihre ganze Familie verloren hatten oder durch die Bombenangriffe verkrueppelt waren und in Van auf unbestimmte Zeit (teilweise schon 5 Jahre!!) auf eine Bestaetigung durch die UN fuer ein Gastland, welches sie aufnimmt, warteten. Sie leben von nichtmal 50 Euro pro Person im Monat, aber boten uns alles an, was sie hatten. Nach langen Gespraechen ueber die Schwierige Situation, Deutschland, Politik, Krieg und Frieden wurden wir durch die Stadt gefuehrt und fuer den Abend zu einer afghanischen Disko eingeladen!

Van ist durch seine Grenznaehe Auffangort fuer Fluechtlinge zahlreicher Nationen, darunter viele Afghanen. Diese nahmen uns vor der Disko noch mit, um mit ihnen Fussball zu spielen. Einige der Jungs hoffen, irgendwann in Europa professionell spielen zu koennen...moege ihr Talent ihnen diesen Weg eroeffnen!

Kicken mit Afghanen

Kicken mit Afghanen

Die Disko am Abend war eine unvergesslische Erfahrung. Ihr kennt eine deutsche Disko? Vergesst ALLES!! Zu beginn sassen in einem grossen mit Teppich ausgelegten Raum ca. 40 Maenner auf Kissen an den Waenden, beobachten den Live Saenger und unterhielten sich. Die Frauen befanden sich im Nebenraum, wo sie gesittet an einem Tisch sassen, zusammen mit einigen Kindern.

Als dann ein afghanischer Saenger loslegte gings aber richtig rund! Die Maenner forderten sich gegenseitig zum Tanzen auf und der ganze laden rockte wie das Ama in besten Tagen! Ausser den Frauen natuerlich...die sassen am Tisch und klatschten den Rhythmus ;-) Wuesste man es nicht besser wueder man glatt alle der Maenner fuer schwul halten - aber in Afghanistan ist diese Form des gemeinsamen Tanzes normal, genau wie das dreimalige Kuessen auf die Wangen zur Begruessung. Zum Schluss der Veranstaltung hatten wir unseren grossen Auftritt auf der Buehne und traellerten "Wir kamen mit dem Walfischkahn"  Kein echter Dancesong, aber der Beifall war gross! :-)

Am naechsten Tag besuchten wir mit Najib eine Uralte Burg auf einer Anhoehe direkt vor dem Van See aus vorchristlichen Zeiten. Spaeter schauten wir beim Kumpel "Mr.Rizzah" (ja, der heisst echt so oder so aehnlich!) vorbei und inspizierten seine Shischa.

Vorm Van-See

Vorm Van-See

Die Stadt Van

Die Stadt Van

Auf der Festung Sultan Suleymans

Auf der Festung Sultan Suleymans

Dann am Abend ging es zur Familie Ahmadi...bestehend aus "Big Mama", unserem Kumpel Suleyman + Frau und knuddeligen Sohnemann (8 Monate alt), Schwester und Bruder...der Vater ist im Krieg gestorben. Diese Familie nahm uns mit so einer liebe auf, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes adoptiert wurden - Big Mama bestaetigte, wir gehoerten nun zur Familie wie jedes ihrer Kinder auch. Sofort schnappten sich Mutter ud Toechter all unsere schmutzige Waesche, wahrend wir mit dem Verzehr von Suessigkeiten beschaeftigt waren, backte Big Mama einen afghanischen Reisekuchen (mhhhh!) fuer unsere Weitereise. Am Abend wurde ein absolut oppulentes Mahl aufgefahren, mit Fleisch, Reis, Salat und Obst. Als wir nach viel Musik, Tanz, Zaubertricks und Spielen am Abend einschliefen fuelhten wir uns so wohl wie kaum wo anders...diese Familie hat fast nichts, aber gab uns alles was sie hatten, besonders aber ein Gefuehl, welches beim Abschied am naechsten Morgen die Traenen in die Augen steigen lies (Big Mama lies sie sogar heraus :-)

Abendessen bei Familie Ahmadi

Abendessen bei Familie Ahmadi (Big Mama links)

Unsere afghanische Familie!

Unsere afghanische Familie!

Auf ein baldiges Wiedersehen und euch alles Gute dieser Welt, ihr Afghanen in Van...salam aleikum!

Mit Essen uns sauberer Waesche schwer bepackt traten wir die laaaaange Busreise in den Iran an.

SPECIAL MENSA EDITION FUER TOBI UND JO:

Kleiner Klo Report. Ihr moegt Klopapier? Wir eigentlich auch! Ihr nutzt es regelmaessig? Wuerden gern :-) Hier gibts nun nur noch diese super "sauberen" Kackloecher im Boden, ueber die man sich hockt. Mit viel Glueck befindet sich daneben ein kleiner Schlauch. Prozedur: Man nehme die linke (!!) Hand und wische sich vorsichtig damit die Exkremente vom Popo. Es wird empfohlen diese vorher und auch zwischendurch regelmaessig mit Wasser anzufeuchten...nach getaner Arbeit gut waschen. Ach, durch den Mund atmen nicht vergessen! Mahlzeit!

Noch ne ansehnliche Variante ;-)

Noch ne ansehnliche Variante ;-)

Allerbeste Gruesse ins Land meiner Lieblingsklos,

Benni

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1Dez/094

Die Tuerkei in Bildern

Zu Besuch bei Kanal 3

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An der Mittelmeerkueste, yeehaaw!

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Netter Rastplatz beim Bergsteigen

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Butterfly Valley

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Bucht bei Kabak - Mens Paradise!

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Haaachjaaa...

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Mens Paradise

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Strand-Snack

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Maennerabend in Turkiye

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Die Maenner-Crew vom Paradise

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Huhu! ...Kapadokien

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Unsere Wohnhoehle

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Besuch von oben!

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Spektakulaere Landschaft

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Das Oertchen Goereme

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Unser 5-Sterne Appartment

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Zimmerservice? Brauchen Klopapier

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Oh...eine Minibar!

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Fruehstueck Deluxe mit Chris und Petr

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Die Moslem WG in Erzurum

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Unsere kurdische Gastfamilie in Patnos

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Zum letzten Abschnitt der Tuerkeireise wird es noch einen Artikel geben. Ansonsten beste Gruesse aus Teheran!

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