Von Marcus, Benni und der weiten Welt

28Sep/110

Tuerkei – Iran 2011

Benni, in Mashhad / Eastern Iran, Sept. 2011

Auferweckung

Da ich beschlossen hatte, dass sich fuer die diesmalige Reise von der Tuerkei bis in den Iran und zurueck das Schreiben eines Blogs nicht lohnt, gab es einen solchen bisher auch nicht.

Doch ich habe mich entschlossen, zumindest ein paar Eindruecke, Notizen und Informationen hier im Netz zu konservieren – moegen sie irgendjemanden nuetzen, unterhalten oder auch nicht.

Im Folgenden also kein exakter Reisebericht, sondern lediglich einige Impressionen und Beobachtungen aus besagten Laendern waehrend Arezous und meiner Reise in September / Oktober 2011. Hier wird kein Anspruch auf Struktur oder Sinnhaftigkeit gelegt – es soll nicht mehr als eine lose Gedankensammlung sein.

ISTANBUL

Der zweite Aufenthalt in dieser interkontinentalen Metropole sollte mich diese mit schaerferen Blick erfassen lassen. Mit allen Sinnen bemuehte ich mich, die geschichtstraechtige Stadt am Bosporus nicht nur wahrzunehmen, sondern sie auch in ihrem Facettenreichtum aufzugliedern. Das dies in lediglich fuenf Tagen nur sehr beschraenkt moeglich ist, kann nicht geleugnet werden.

Dennoch war in nahezu  jedem Moment der krasse Kontrast zwischen Geschichte und Gegenwart – Tradition und Moderne zu spueren.

Fast befremdlich ragen die liebevoll verzierten Minarette der eindrucksvollen Moscheen ueber die mit Satellitenschuesseln uebersaehten Flachdaecher der maroden Mietsbaracken hinweg, waehrend sich dieses Spiel in der  Ferne in groesserem Stil vollzieht: Dort, wo die Skyline des historischen Zentrums mit den vielen Tuermen der Hagia Sophia, der gewaltigen Kuppel der Sultan Ahmed Moschee und dem weiten Raum des Topkapi Palasts lediglich durch etwas Dunst und Moewengeschrei von den glaesernen Tuermen der Nobelhotels, und Cooperative Headquarters einer aufstrebenden Tuerkei, die hier ihr Epizentrum hat, getrennt werden.

Dazwischen und ueberall drum herum findet das Leben unbeeindruckt davon, in den vielen mehr oder weniger steilen, doch stets engen und lebendigen Gassen statt. Die alten Maenner, mit Gesicht und Augen, in denen sich die ganze Haerte und Weite Anatoliens widerspiegelt und einem Laecheln, das die gesamte Herzlichkeit desselben Landes ausstrahlt, Frauen, mit bunt gebluemten Kopftuechern, die in aufgeregter Unterhaltung vor Obst- und Gemuesestaenden entlang spazieren,auf denen die reifen Wassermelonen so hoch wie irgendmoeglich getuermt liegen.

Brennt noch in einem Moment die Sonne gnadenlos herab, waehrend man sich schwitzend durch die Menschenmassen auf staubigen Gehwegen vorarbeitet, stets begleitet vom hektischen Gehupe des Verkehr gennanten Chaoses auf der Strasse, reicht ein einziger Schwenk und vor einem eroeffnet sich das tiefe Blau des Bosporus. Mit Betreten der Faehre wird die Stadt eine andere. Staub und Hitze weichen frischer Seeluft und der Gischt am Bug zerschellender Wellen, das nervoese Gehupe dem majestaetischen Hoernern der Schiffe und die Enge und das Gedraenge dem erhabenen Gefuehl von Freiheit auf der Fahrt von Europa nach Asien.

Fruehstueck bei Emin

Fruehstueck bei Emin

Hagia Sophia

Hagia Sophia

Noch einmal

Noch einmal

Auf dem Bosporus

Auf dem Bosporus

Abendstimmung

Abendstimmung

Marktstimmung

Marktstimmung

Trubel am Ufer

Trubel am Ufer

Blick von Asien nach Europa

Blick von Asien nach Europa

TUERKISCHE  ZUEGE

Abgesehen von der krassen, aber eigentlich relativ berechenbaren Unpuenktlichkeit und einigen anderen Unannehmlichkeiten, sind Zuege ein wundervolles Reisemittel in der Tuerkei.

Die Preise sind wirklich vertraeglich, es gibt verschiedene Moeglichkeiten einen Discount zu bekommen und selbst der Aufpreis zu einer Couchette Schlafnische ist aufzubringen. Eben diese bedeutet insbesondere auf laengeren Strecken einen erheblichen Gewinn an Bequemlichkeit. Sollte man einen normalen Sitz gebucht haben, kann die Fahrt am Tag von Vorteil sein, auch wenn gemeinhin eine Uebernachtfahrt als erste Wahl gilt, da man (Tages-)Zeit und Uebernachtungsgeld spart. Denn eigentlich ist es ein schweres Vergehen, die erhabene, monotone Weite Anatoliens im Dunkeln an sich vorbeiziehen zu lassen. Doch auch die recht unangenehme Schlafsituation im Sitzabteil, gekennzeichnet durch viel Laerm, Bewegung, haeufige Ticketkontrollen und Dauerbeleuchtung, kann fuer Reisende mit empfindlichen und leichten Schlaf ein guter Grund fuer die Fahrt am Tage sein.

Die groessten Beschwerlichkeiten stellen jedoch die generellen Unzuverlaessigkeiten des Betriebs da, die ueber die gewohnten Unpuenktlichkeiten hinaus gehen. So kann es sehr gut sein, dass ein ganzer Streckenabschnitt zeitweise komplett gesperrt ist oder ein Fahrkarte im Voraus nicht erhaeltlich ist, weil der zustaendige Beamte krank oder das System ausgefallen ist. So wird man nur all zu schnell auf “irgendwann morgen” vertroestet, was natuerlich so manche Reiseplanung erheblich erschwert.

Eine weitere Schwierigkeit liegt in der Kommunikation mit dem Bahnpersonal. Umso weiter es gen Osten geht, desto eher ist es ein Ding der Unmoeglichkeit Beamte mit Englischkenntnissen aufzutreiben. Erstaunlicherweise kann ein Gleiches jedoch selbst in Istanbul ohne Probleme widerfahren! Doch nur all zu haeufig wird in solchen Situationen an Provinzbahnhoefen das gesamte (erstaunlich zahlreiche fuer 2 – 3 Zuege pro Tag) Bahnpersonal mobilisiert und der Ticketkauf in persoenlicher Atmosphaere bei ein, zwei oder drei Glaesern Tee vollzogen. Auch wenn nicht immer das gewuenschte Ticket am Ende herauskommt, kann man zumindest auf eine gute Zeit zurueckblicken!

Allen diesen Argumenten zum Trotz, halte ich die Reise mit der tuerkischen Eisenbahn TCDD fuer den besten Kompromiss zum Ueberwinden wirklich grosser Distanzen. Sie ist billiger und so viel romantischer als Fahrten mit den modernen Reisebussen, aber weniger strapazioes, sicherer und zumindest etwas planbarer als Trampen ueber lange Distanzen.

Und wenn man erstmal mit freundlichen tuerkischen Familien im klapprigen Wagon sitzt, Essen teilt, seinen Kopf zuruecklehnt und sich der rote Sonnenball sanft in die gelb-braune Steppe hinabsenkt, kann man nicht anders, als alles hinter sich zu lassen, zu traeumen und zu reisen, wie es frueher schon so war.

Durch die Steppe Anatoliens

Durch die Steppe Anatoliens

Endlose Weiten

Endlose Weiten

Verstreutes Leben

Verstreutes Leben

Kappadokien

Selten habe ich eine Region erlebt, die sich trotz ihrer unangefochtenen touristischen Vormachtstellung in einem Radius von knapp 1000 Kilometer in so manche Richtung so viel ihres natuerlichen Charmes und Magie erhalten konnte, wie Kappadokien. Es muss daran liegen, dass Charme und Magie schlicht zu gross sind, um gebrochen zu warden.

Auch wenn das zu hoch gegriffen sein mag, bleibt es Fakt, dass selbst im Herzen dieser Landschaft um Goereme und Uchisar herum so viel Moeglichkeit zur relative Isolation und zum eigenstaendigen Erleben bleibt, dass man “sein” Kappadokien in angebrachter Distanz zu den Busladungen von Tagestouris aus Antalya, Alanya etc. finden wird.

Dieses offenbart sich in der brutalen Schoenheit und Befremdlichkeit der Natur, der bisher erhaltenen Beschaulichkeit auch der touristischeren Oertchen, aber nicht zuletzt auch darin, dass die meisten Einheimischen nichts von ihrer warmherzigen und gastfreundlichen Mentaitaet geopfert haben. Wie oft wird man beispielsweise in Alanya zur kostenlosen Uebernachtung in einem der Gaestezimmer eines gemuetlichen Cafes eingeladen? Oder von einem Motorradverleiher zu frischen Wallnuessen eingeladen und ein Motorroller gratis fuer einen kurzen Einkauf zur Verfuegung gestellt?

Sicherlich haengen aber auch hier die gemachten Erfahrungen mit dem eigenen Auftreten zusammen. Unsere illustre Reisegruppe mit Rucksack und Kind (Malin, 5 Jahre) wurde bestimmt anders wahrgenommen als die dauerfotografierenden wandelnden Modeboutiquen, die aus klimatisierten Luxusvans ausschwaermen.

In den vollen Genuss  der landschaftlichen Schoenheit kommt man am besten, indem man sich wandernd durch die zahlreichen Canyons bewegt, von denen jeder sein ganz eigenes Flair besitzt. Hervorzuheben sind hier das White Valley, welches von dem alten Festungsort Uchisar bis Cavusin reicht und durch seine schlichte Schoenheit, interessante Hoehlensysteme und ein beeindruckendes Finale aus riesigen Feenkaminen beeindruckt. Weiterhin laedt das gesamte Gebiet oestlich vom gemuetlichen Doerfchen Cavusin zum Entdecken spektakulaerer Canyons wie dem Red Valley oder dem Love Valley ein. Hier sind insbsondere die Pfade auf den Kaemmen des Canyon-Labyrinths den steilen Aufstieg wert, der durch wundervolle Panoramen ueber die unwirkliche Landschaft belohnt wird.

Anfang September ist es ein besonderes Vergnuegen, die ueberall reifenden Trauben, Aepfel, Birnen, Pflaumen und Beeren zu ernten und auch die Temperaturen halten sich im guten Gleichgewicht von ca. 30 Grad am Tage bis um die 10 Grad nachts.

Die Eindruecke, die sich jedoch fuer immer in die Seele eines jeden Reisenden einbrennen und zum Synonym fuer die Region avancieren, sind die brillianten Sonnenaufgaenge, welche die bizzare Mondlandschaft in faszinierende, weiche Farbtoene tauchen, begleitet vom majestaetischen Emporgleiten unzaehliger Heissluftballons, die schon bald hinter den unzaehligen Felsspitzen verschwinden.

Eine Gefahr mag vielleicht bestehen. Naemlich die, dass sich nach einigen Tagen des Wanderns ein „schoener-faszinierender-bizzarer“-Rausch einstellt, den auch diese Landschaft, welche ihre eigene Messlatte von der ersten Sekunden an so extrem hoch legt, irgendwann nicht mehr befriedigen kann. So ist es vielleicht am besten, diese intensive und fesselnde Droge in kleinen Portionen einzunehmen und streng zu dosieren, um jegliches Abstumpfen zu vermeiden – denn in Kappadokien waere es viel zu schade, wenn nicht alle Sinne aufs Aeusserste geschaerft sind, um alles in sich aufzusaugen!

Erster Morgen, frueher Besuch

Erster Morgen, frueher Besuch

Fruehstueck

Fruehstueck

Uchisar mit alter Bergfestung

Uchisar mit alter Bergfestung

White Valley, Finale

White Valley, Finale

Sternenreiche Nacht in voelliger Stille

Sternenreiche Nacht in voelliger Stille

Fantastisches Erwachen

Fantastisches Erwachen

Archaische Rituale

Archaische Rituale

Mittagshitze, nahe Cavusin

Mittagshitze, nahe Cavusin

Bizarr

Bizarr

Zur freien Verfuegung

Zur freien Verfuegung

Am Abend, muede am Feuer

Am Abend, muede am Feuer

ziemlich knapp...

ziemlich knapp...

VAN

Das rauhe Juwel Ostanatoliens! Vielen mag es schwer fallen, hier Liebe auf dem ersten Blick zu empfinden, doch wenn man innehaelt und sich offen zeigt, ist es der zweite Blick, der die orientalische und vielfaeltige Coleur der Stadt freilegt. Die Landschaft ist eine besondere. Das wird schon auf der Fahrt von Tatvan am Westufer des riesigen Van Sees  deutlich, wenn sich die Berge hoch ueber den im Abendlicht schimmernden See erheben, in den kleinen kurdischen Doerfern die Ernte per Wagen und Pferd eingeholt wird, alter Frauen Reisig ueber trockene Pfade tragen und Gruppen staubiger Kinder winkend am Strassenrand hocken, bevor am Horizont das Bergmassiv auftaucht, welches Van den Ruecken deckt. Trampen dauert hier laenger – oft sind die Menschen misstrauischer. Veruebeln kann man es ihnen nicht, Misstrauen ist hier noetig um sich am Leben zu halten und der kontinuierlichen Oppression durch die tuerkische Militaermacht Stand zu halten. Wenn man jedoch in einem Wagen sitzt, ist dies ein Erlebnis. Stolz wird kurdische Musik gespielt, mit Haenden, Fuessen und Gesten kommuniziert,  zum Beten in kleinen Moscheen am Strassenrand gestoppt. Dann geht es weiter die Bergpaesse entlang, ya’allah!    (im Namen Gottes!)

Van selbst ist staubig, hektisch und direkt. Heiss im Sommer, bitterkalt im Winter. Ein Schmelztiegel verschiedener Volksgruppen, die so rauh, aber herzlich wie ihre Umgebung und ihr Leben sind. Es kann wundervoll sein, in die kleinen Seitenstrassen einzubiegen, wo die Maenner zu hunderten und mehr bei Tee und angeregter Unterhaltung auf kleinen Hockern unter bunten Girlanden sitzen,  so die gesamte Gasse unpassierbar machen und in  ein geschaeftiges, einladendes Teehaus verwandeln. Burschen flitzen gekonnt mit Silbertabletts umher, auf denen Teeglaeser schwanken, die geschwind in die umliegenden Kraemerlaeden gebracht werden, damit auch die momentan beschaeftigte Bevoelkerung nicht ohne schwarzen Tee mit viel Zucker leben muss. Fruechte liegen auf Strassenstaenden aus, werden lautstark beworben, hupend arbeiten sich voll beladene Kleinbusse durch die Mengen, die Fahrer bruellen in der Hoffnung auf noch weitere Fahrgaeste das Ziel der Fahrt aus dem Fenster.

Der kroenende Abschluss eines Tages sollte die Besteigung des Van Kalesi bilden. Von dieser in Richtung See vorgelagerten, uralten Befestigung auf einem schmalen Felsruecken aus, reicht die Sicht ueber den ganzen Van See hinweg gen Westen und ueber die Stadt hinweg bis zu den Bergen gen Osten – die letzten Sonnenstrahlen weisen die Richtung ueber die Gipfel hinweg dorthin, wo sich in nicht all zu grosser Entfernung der Iran eroeffnet.

Lebendige Strassen

Lebendige Strassen

Sonnengereift und frisch

Sonnengereift und frisch

Tee... ueberall

Tee... ueberall

Iran zum greifen nah...

Iran zum greifen nah...

Der Van See verabschiedet den Tag im Westen

Der Van See verabschiedet den Tag im Westen

TALESH - Northern Iran

Auch wenn die Region Talesh im gesamten Iran fuer ihr regnerisches und feuchtes Klima, was dort von absolut positiver Wertung ist und die Schoenheit der ueppigen, smaragdgruenen Vegetation beruehmt und beliebt ist, kann man bei seiner eigenen Ankunft nicht anders, als ueberrascht zu reagieren.

Schon wenn man auf dem Kuestenhighway von Astara, direkt an der aserbaidschanischen Grenze gelegen, in Richtung Osten unterwegs ist, fuehlt man sich Indonesien oder Malaysia erheblich naeher, als irgendeiner Region des mittleren Ostens.

Weite Reisfelder praegen das Bild, welches vom kaspischen Meer im Norden und hohen, dicht bewaldeten, meist in weiss-graue Wolkenschleier gehuellten Gipfeln im Sueden umrahmt wird. Die Staedtchen am Highway sind geschaeftig und schmucklos  - auch sie erinnern in ihrer Aermlichkeit und Austauschbarkeit an Strassenstaedte  in Sued-Ost-Asien.

Der eigentliche, ueber Jahrhunderte kaum angetastete Charme und die Magie der Region sind jedoch weit abseits der tristen, hin und wieder von schrecklichen Entertainment-Parks und Resorts fuer reiche Tehranis bespickten Kueste, in der schwer zugaenglichen Berglandschaft zu finden – dort, wo seit fernen Zeiten die Uhren immer ein wenig anders ticken und Widerstand gegen die Obrigkeit eine Tugend ist. Wo schon der beruehmte Mirza Kuchek Kahn mit seinen Djangali Rebellen fuer Gerechtigkeit und Freiheit gegen das Regime der Monarchen zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gekaempft hat. Und die Natur war im Kampf sein bester Verbuendeter.

Auf teils kaum erkennbaren, unheimlich schlammigen Pisten erklimmt man halsbrecherische Steilkurven passierend, langsam die Hoehenmeter. Die kleinen Doerfchen werden von Mal zu Mal einsamer und einfacher, doch jedes weitere uebertrifft die Austrahlung und Heimelichkeit des voherigen. Der Nebel ist nun so dicht, dass der Strassenrand aus dem Seitenfenster des fuer dieses Gelaende voellig ungeeigneten PKWs kaum noch zu erkennen ist. Vielleicht besser so, der staendige Blick auf die Abhaenge wuerde die Fahrt nicht erheitern.

Pause in einem kleinen Doerfchen. Mit Abschalten des Motors ploetzlich eine andere Welt. Das Gackern der Huehner, Plaetschern der unzaehligen Bachlaeufe, die sich ihre eigenen Wege schaffen, das ferne „maaaeeeh!“ der Schafherden und das unregelmaessige, verhallende Klimpern der Kuhglocken. Eine Gruppe stolzer, Brauner Pferde erklimmt wie aus dem Nichts kommend die steile Boeschung neben uns und verschwindet langsam wieder im Nebel. Alte Frauen in farbenfroher Tracht sitzen vor ihren Huetten, ueber ihnen die Waesche auf der Leine, die nur nasser statt nass wird.

Es geht weiter, auf dem im Volksmund als „Hell-Road“ bezeichneten Stueck des Weges, das durch zahlreiche, aufgrund des Nebels zum Glueck verborgenen Wracks zur Ehre dieses Titels gekommen ist. Wir erreichen Eskandars Dorf, das vorletzte mit „Strassen“anbindung und seit kurzer Zeit sogar Elektrizitaet. Die Huetten sind so einfach, wie auf ihre Weise wunderschoen. Abgewaschen, Waesche gewaschen und geduscht wird in einer im ersten Zimmer in den Boden eingelassenen Steinwanne. Geheizt mit einem Bullerofen im Wohnzimmer, welches auch Esszimmer und Kueche ist. Eskandars Haus ist noch eines der moderneren – trotzdem fuehrt der Weg zur Toilette zu einer kleinen Blechhuette im Garten, die in der Idylle aus Wallnussbaeumen und Beerenstraeuchern mit ihrem stechenden Duft fehl am Platze wirkt. Zum Telefonieren per Handy muss ein kleiner Gipfel innerhalb von 20 Minuten bestiegen werden und auch dann ist es mehr Rauschen als Sprechen. Pro Tag gibt es eine handvoll Wagen, Pferde und Motorraeder, die sich zur Stadt Talesh am Fusse der Berge bewegen. Das Ausmass der Isolation wird deutlich.

Ein Spaziergang im Dorf – zwei aeltere Maenner mit Schnauzer und Wollmuetze kommen vom Holzsammeln zurueck. Ihre Provinz haben sie nie verlassen, ihr Dorf nur selten. Ihr Sichtfeld ist ihre Lebenswelt, ihre Realitaet.

„Salam aleikum!“

„Aleikum salam!“

„Ihr muesst die Gaeste von Eskandar-Agha sein, von denen man spricht. Woher seid ihr?“

„Aus Mashhad und er ist aus Alman.“

„Alman?“

„Alman, ja.“

„Von so weit her? Nein, das kann nicht sein.“

Wir sprechen auf Deutsch, muessen lachen. Die Maenner schauen sich an.

„Mash’allah! Sie sprechen eine fremde Sprache – er muss wirklich Auslaender sein.“

Ueberfordert durch die Erkenntnis und schweigend stapfen sie langsam weiter bergauf.

In den naechsten Tagen geht es ohne Wege, nur mit grober Richtung ueber alle Gipfel hinweg auf einem schwer zu beschreibenen Abenteuer zu der auf der trockenen Seite der Berge gelegenen Provinz Khalkhal. Aus in Eskandars Dorf geschaetzten 8-10 Stunden werden 3 Tage. Wir verlieren uns im komplett vernebelten Urwald, erklimmen die Haenge zwischen den steinalten Baumriesen, wissen nicht weiter, laufen nach Gehoer, bis wir auf zwei Kinder mit einem vollbepackten Esel treffen, der schlitternd den Hang erklimmt. Sie bringen Nahrung in ihre am Ende des Waldes gelegende Berghuette. Die voellige Aussichtslosigkeit des Weiterlaufens auf eigene Faust erkennend, schliessen wir uns den beiden an. Wir werden von der liebevollen und so herzlichen Gastfreundschaft der Hirtenfamilien ueberwaeltigt, die hier in unheimlicher Abgeschiedenheit, der Naturgewalten ausgeliefert, leben. Zu Gast ist dort auch ein reisender Haendler, der per Pferd und unterstuetzt von seinem 13-jaehrigen Sohn Stoffe in den Bergdoerfern anbietet. Beim Abendessen in der winzigen Hirtenhuette, begreifen wir, dass wir alleine nicht weiter kommen. Ueber die Einschaetzung Khalkhal in einigen Stunden erreichen zu koennen, wird sich praechtig amuesiert. So schliessen wir uns am naechsten Morgen dem reisenden Haendler an. Der Nebel hat sich gelichtet und wir sehen, was wir vorher nicht vermuten konnten: Eine ueberwaeltigende Pracht aus Gipfeln, Waeldern, Taelern, Fluessen, verstreuten Huetten und am fernen Horizont der graue Strich des kaspischen Meeres.

Die Reise durch alpines, baumloses Gelaende mit Steigungen, die kaum toleriebar waren, ist kaum zu beschreiben. Wir begegneten einsamen Hirten mit ihren Herden, Hunden, die uns angriffen, erlebten Passagen, die fast unpassierbar waren. Drei Mal rutschte das schwerst beladene Pferd ab, zwei Mal davon fast in die Tiefe. Mit drei Leuten stuetzten wir das sich nicht mehr wehrende Tier und schoben es zurueck. Das Gruen von Talesh wich immer mehr dem Ocker von Khalkhal. Zuletzt maschierten wir in der Mittagssonne durch felsige Canyons, durch Flusslaeufe und Doerfer bis zum Hause des Haendlers, Agha-Rahmani. Unsere Hacken waren blutig, die Beine schmerzten, das Pferd am Ende aller Kraefte, doch Agha-Rahmani und sein Sohn Reza nach Abschluss der sechstaegigen Reise bei bester Laune. Voller Erinnerungen an die Abenteuer der letzten Tage waren wir, voller Traenen beim Abschied die kranke Frau Rahmani, deren Leben voll harter Arbeit ihre Knie schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte. Die Traenen kamen ihr, als sie von Ari’s Herkunft aus Mashhad, wo der heilige Emam Reza begraben liegt, zu dem Schiiten aus aller Welt pilgern um zu beten und zu wuenschen, erfuhr. Wir versprachen ihr, bei Emam Reza um Besserung ihrer Leiden und Segen fuer ihre Familie zu bitten und hiessen ihre Familie stets im Hause von Ari’s Familie in Mashhad willkommen. Ueber unsere Fussspuren vom Hause bis hin zur Strasse vergoss sie Wasser und betete in einem fort, um unsere Schritte zu segnen und eine baldige Rueckkehr zu erwirken. Zuvor mussten wir beide im Hauseingang drei Mal unter dem Koran hergehen und diesen anschliessend Kuessen. So sollten wir im sicheren „Schatten“ von Gottes Wort unter dessen Aufsicht unser Ziel wohlbehalten erreichen.

Frauen im Nebel

Frauen im Nebel

Mit Eskandar im Nebel und Schlamm

Mit Eskandar im Nebel und Schlamm

Stolze Pferde

Stolze Pferde

Sonst nur ein Baechlein...

Sonst nur ein Baechlein...

Einsame Huetten

Einsame Huetten

Zu Gast bei den Hirten, traditionelle Kleidung extra fuer uns

Zu Gast bei den Hirten, traditionelle Kleidung extra fuer uns

Eskandars Dorf

Eskandars Dorf

Verloren in Wald und Nebel

Verloren in Wald und Nebel

Unglaublicher Morgen, freie Sicht!

Unglaublicher Morgen, freie Sicht!

Fruehstueck mit Hirten und Haendlern

Fruehstueck mit Hirten und Haendlern

Auf zu den Gipfeln!

Auf zu den Gipfeln!

Aufstieg

Aufstieg

Bis die Pflanzen spaerlich werden

Bis die Pflanzen spaerlich werden

Sturz des Pferdes, neu verzurren

Sturz des Pferdes, neu verzurren

Khalkhal in Sicht, gruen weicht ocker

Khalkhal in Sicht, gruen weicht ocker

Weit oben

Weit oben

Die Beine schmerzen

Die Beine schmerzen

Das Land wird trockener

Das Land wird trockener

Pause mit einigen Hirten und vielen Schafen

Pause mit einigen Hirten und vielen Schafen

Am Ende der Kraefte

Am Ende der Kraefte

Letzte Staerkung vor der letzten Etappe

Letzte Staerkung vor der letzten Etappe

veröffentlicht unter: Allgemein keine Kommentare
28Jul/100

So, hier noch ein willkuerlicher Bildernachtrag der letzten ein oder zwei Monate.  Von Islamabad ueber Belutschistan in den Iran, hoch nach Aserbaidschan, rueber nach Georgien und dann mit der Faehre nach Odessa.

Ist ein ganz netter und notwendiger Aklimatisierungsprozess, den wir hier gerade durchmachen aber um die Laender noch richtig zu erkunden, dazu fehlt uns die Kraft, daher treiben wir uns eher in den Staedten rum und seit neustem auch in International Hostels. Ist also alles nicht mehr so spannend, macht aber troztdem Spass! Vor allem sich mit den seltsamen europareisenden hier zu unterhalten ("Hey, ich habe ein Interrailticket und fahre durch halb europa in einem Monat, jedes Land 2 oder 3 Tage! Geil, oder?"). Vor allem wieder Bier trinken und mit Frauen reden und oben ohne und ohne Schuhe rumlatschen! Hach....Europa!

Wir sind jetzt in Lviv und machen uns morgen auf den weg nach Polen, ist also nur noch ein Steinwurf bis Deutschland. Das duerfte es dannvon meiner Seite aus also gewesen sein mit Blogeintraegen, vermute ich zumindest.

Danke fuers Lesen und bitte fuers Schreiben!

Horridoh!

Marcus

In Belutschistan

In Belutschistan

nach Wochen funktioniert endlich wieder die scheiss Geldkarte in Pakistan...dann aber richtig!

nach Wochen funktioniert endlich wieder die scheiss Geldkarte in Pakistan...dann aber richtig!
Gebetsstunde im Zug nach Quetta

Gebetsstunde im Zug nach Quetta

Tiertransport im Reisebus

Tiertransport im Reisebus

Der Typ war laut seinem Personalausweis erst 35 Jahre alt...

Der Typ war laut seinem Personalausweis erst 35 Jahre alt...

Unser Bodyguard schleppt in Hoffnung auf Trinkgeld auch unsere Klamotten zur Grenze

Unser Bodyguard schleppt in Hoffnung auf Trinkgeld auch unsere Klamotten zur Grenze

In Bandar e Abbas dann das Wiedersehen mit Farhad und seinem Kumpel

In Bandar e Abbas dann das Wiedersehen mit Farhad und seinem Kumpel

Exkursion zur Vulkaninsel Hormuz! Ich folge den ausgetrockneten Salzfluessen

Exkursion zur Vulkaninsel Hormuz! Ich folge den ausgetrockneten Salzfluessen

Mitbringsel aus meiner frisch entdeckten Wasserfallhoehle

Mitbringsel aus meiner frisch entdeckten Wasserfallhoehle

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Und dann war da auch noch so ein komisches goldenes Flussbett

Und dann war da auch noch so ein komisches goldenes Flussbett

Beweisfoto!

Beweisfoto!

Auf Wiedersehen Farhad!

Auf Wiedersehen Farhad!

Im Bahnhof waren dann leider Koffer, Feuer und Billiard verboten

Im Bahnhof waren dann leider Koffer, Feuer und Billiard verboten

Riesenbrotfladen in Aserbaidschan

Riesenbrotfladen in Aserbaidschan

Und die guten alten Negro Schokokekse

Und die guten alten Negro Schokokekse

Und natuerlich Sahne aus Oldenburg!

Und natuerlich Sahne aus Oldenburg!

Unsere Freunde in Georgien, Giga und Guri. Das war ein Spass!

Unsere Freunde in Georgien, Giga und Guri. Das war ein Spass!

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Mathias findet nachts auf dem Heimweg eine Melone auf der Strasse!

Mathias findet nachts auf dem Heimweg eine Melone auf der Strasse!

Zu Gast bei Georgi aus Georgien. Er entschuldigte sich ernsthaft noch fuer die viel zu kleine Auswahl an Essen. Normalerweise stappeln sich die Teller bis zu vier Schichten hoch.

Zu Gast bei Georgi aus Georgien. Er entschuldigte sich ernsthaft noch fuer die viel zu kleine Auswahl an Essen. Normalerweise stappeln sich die Teller bis zu vier Schichten hoch.

Der verflixte Selbstausloeser!

Der verflixte Selbstausloeser!

Psychowerbung auf Orangensaft Tetrapak. Ich hoffe man kann diese verrueckten Augen hier erkennen!

Psychowerbung auf Orangensaft Tetrapak. Ich hoffe man kann diese verrueckten Augen hier erkennen!

Im Bahnhof in Lviv (Ukraine) gibts eine Schiessbude!

Im Bahnhof in Lviv (Ukraine) gibts eine Schiessbude!

veröffentlicht unter: Allgemein keine Kommentare
9Jul/103

Iran-Aserbaidschan-Georgien

Ahoi,

Ich habe ind er letzten Zeit ein wenig Hackengas gegeben und bin nun wieder im gefuehlten Europa.

Die Higlights der Reise nun hier:

Pakistan-Iran

Um in den Iran zu gelangen muss man durch Belutschistan durchreisen. Reisen ist eigentlich ein falscher Ausdruck,da es nur erlaubt ist mit einem Zug zur Provinzhauptstadt Quetta zu fahren. Belutschistan war letztes mal auch der Grund,warum wir nicht ueber Land vom Iran aus einreisen durften. Ist wohl irgendwie ein Talibannest oder so und da wurden in den letzten Jahren 1-2 Touristen entfuehrt.Wie dem auch sei, fuer mich wares auch der unangenehmste Teil der Pakistanreise. Allem voran stand die ueberlange Zugfahrt, ich glaube es waren 32 Std. oder so auf nem viel zu kleinem Sitzplatz. Hier wurden die Leute auchschon etwas verschlossener und misstrauischer, sogar frech. Im internationalem Standard verglichen zwar immer noch sehr freundlich aber im nationalen Standard der Abschaum. Die ganze Zeit patrollierten Soldaten mit Maschinengewehren im Zug und sicherten die Lage, als wir in die Stadteinfuhren wurden dann Metall- Fenstervorhaenge runtergelassen, damit niemand reinschiessen kann und ein Kumpel erklaerte uns auf einer Stadtkarte wo in letzter Zeit die meisten, fast taeglichen, Bomben hochgehen. In Quetta selbst war es dann wieder ganz okay. Irgendwann wurden wir von den Bullen aufgegriffen, die uns dann ein Busticket gekauft haben und froh waren, dass wir die Stadt nur einen Tag spaeter wieder verliessen. Im Polizeiwagen habe ich dann waehrend der Fahrt einmal meinen Kopf durch die Dachluke gesteckt und wurde sofort wieder runtergerissen. Mit ernstem Gesicht simulierte der Soladt einen Schuss in den Kopf und sagte: " Very Dangerous City!".

Im Bus zur Grenze hatten wir dann wieder Solaten dabei bzw. Polizisten oder Securitys, die extra fuer uns mit Kalaschnikows bewaffnet den Weg zur Grenze machten. Sogar in den Pausen stelzten die uns hinterher, wenn wir uns zum Pinkeln zu weit entfernten und pfiffen uns zurueck. Der ganze Bus hasste uns nach dieser Nacht, da wir wieder durch tausend Checkpoints durchmussten und es jedesmal Verzoegerungen gab,da unsere Paesse genauer gecheckt wurden.Im Morgengrauen erreichten wir die Grenze, gingen mit unseren Bodyguards fruehstuecken und verabschiedeten uns von Pakistan. Ein etwas seltsames und und vor allen unwuerdige Ende.

Wieder in Bander -e- Abbas

Mein zweiter Iranbesuch sollte etwas kuerzer ausfallen. Statt der Erkundung neuer Gefilde bevorzugte ich es alte Freunde zu besuchen.  Mein erster Weg fuehrte somit wieder an den persichen Golf nach Bandar e Abbas zu meinem Freund Farhad. Ich glaube ich war am Ende 4-5 tage dort. Eine wunderbare Pause nach den letzten hektischen Tagen. Zufaellig stand gerade eine moebilierte Wohnung frei, die erst in enigen Tagen von den neuen Mietern bezogen wurde. Das bedeutete ersteinmal eine eigene Bude fuer mich und Farhad hat auch nicht gezoegert mir ersteinmal als Erstes den Kuehlschrank aufzufeullen ( u.a. it Nutella!!!!).

Wie dem auch sei, ich hatte ein paar wunderbare Tage und genoss wieder die iranische absolute Gastfreundschaft, hing mit Farhads Kumpels und der Mutter rum und habe einml eine ganze Nacht durch Playstation 3 gezockt, was nach den letzten enthaltsamen Monaten definitv ein kleiner Hoehepunkt war!

Vulkaninsel Hormuz

Am Ende habe ich mich dann nocheinmal aufgemacht um meine absolute Lieblingsinsel, Hormuz, zu besuchen. Eine wilde Vulkansinsel, auf der es nur ein Dorf gibt und eine Strasse, die einmal um die Insel fuehert. Ich habe mir den ganzen Rucksack voll Wasserflaschen gefuellt und bin einen Tag und eine Nacht quer durch die Insel gewandert. Hoert sich leichter an als es war. Weder die feuchte Hitze im Djungel noch die eisige Kaelte im Hymalaya haben so an meinen Kraeften gezerrt wie die stechende Sonne am Golf. keine Ahnung wie heiss es war, fuehlte sich aber wie mind. 50 Grad an! Das machte die ganze Angelegenheit etwas kompliziert. Mehr als einmal habe ich zu wanken angefangen, vor allem weil ich schlauerwise um 12:30 Uhr gestartet bin und die Sonne so stand, das es fast keine Schatten gab. Das ganze lief dann so ab, dass ich 5 min. gewandert und geklettert bin und mich dann min. 10-15 min  ausruhen musste. War auf jeden Fall ein kanllharter Trip und am Ende habe ich in 24 Std. ca. 12 Liter Wasser gesoffen (nicht getruken!). Die Insel war auf jeden fall wieder ueberwaeltigend. Keine Ahnung was die Dorfbewohner die letzten Hundert Jahre gemacht haben, es gibt auf jeden Fall keinen Weg durch die Insel und auch nirgends Spuren von menschlicher Interaktion jenseits der Strasse. Trottel! Ich konnte gluecklicherweise ausgetrocknetetn Bachlauefen folgen und so vermeiden die ganze Zeit direkt ueber die Berge rueber zu klettern. Diese Bachlauefe  verhalfen mir auch zu meiner groessten Entdeckung. Wie eine weisse Strasse mit Salzkristallen gepflastert durchzogen die Baeche die felsige und lebendfeidliche Gegend und irgendwann verschwand einer der Baeche in einem Felsen. Auf alen vieren kroch ich in die dunkle Hoehe. Von der Decke hingen riesige Salzstalaktiten und krazten meinen Ruecken und nach einigen Metern erreichte ich einen kleinen Raum, wo ich stehen konnte. Hier troepfelte an einem Punkt wie ein kleiner Waserfall das kalte Nass die Waende runter und bildtete die schoensten Kristallformationen, die ich je gesehen habe So etwas kann man natuerlich kaum in Worte fassen aber das Ganze hatte etwas von Weihnachtsbaumschmuck aus gelbem Kristall, der die Wand runterwuchs und sich auf hoechst filigrane Weise in alle Richtungen streckte. Daran floss dann eine Salzlauge runter und verschwand unter dem Slazkristallbett um unterirdisch irgendwie nach draussen zu gelangen. Hypnotisiert von der Schoenheit bleib ich sicher eine halbe Stunde sitzen und stellte fest, dass hier alles noch unberuehrt war. Keine Ahnung wie lange diese Teile zum wachsen brauchen aber hier war definitiv seit Jaaaaahren kein Mensch mehr gewesen. Eine unglaubliche Entdeckung!

Weiter gings ueber das Vulkangestein und erschreckend musste ich irgendwann feststellen, dass ich es mir nicht eingebildet hatte, dass es sich nicht nur so anfuehlte und anhoerte, als wuerde ich ueber Hohlraueme laufen. Vor mir gaenhte ploetzlich ein ca. 15 m tiefes Loch mit einem Radius von ca. 1-2 m. Viele sollten folgen. An manchen Stellen hat einfach die Erdkruste nachgegeben und ueberall sind kleine und grossse Schlunde enstanden. Auf Zehenspitzen ging ich weiter, doch nach 1-2 Std. hatte sich noch nix geandet und ich sah ein, dass ich einfach nur Hoffen kann. Nun auch noch mit Angstschweiss auf der Stirn gings weiter und am Abend erreichte ich ein kleines Plateau und sogar etwas Buschwerk fuer ein Kochfeuer. Ohne die geringtse Lichtquelle im Umkreis von Kilometern offenbarte sich mir noch ein unglaublicher Sternenhimmel und liess mich in den so noetigen Schlaf gleiten.

Teheran

Von der Kueste gings weiter Richtung Norden und nach einigen Tagen ereichte ich Teheran. Hier konnte ich bei einer lustigen Familie wohnen, Freunde von Farhads Mutter und stiess dann auch wieder mit Mathias zusammen, wir hatten uns nach dem Grenzuebergang getrennt um hier dann am Ende wieder zusammen zu stossen. Es gibt eigentlich nicht viel darueber zu erzaehlen, Teheran ist die bescheurtste Stadt der Welt und wir brauchten ein par Tage um unser Aserbaidschan-Visa zu organisieren. natuerlich gabs wieder ne Menge lustiger Leute und Konverstationen aber ist auch egal, der Beitrag hat sowiso schon wieder Ueberlaenge. Frohen Mutes machten wir uns auf an die Grenze.

Aserbaidschan

Unsere erste Station war logischer Weise Baku. Anders als erwartet fanden wir uns in einer aufgemotzten Stadt wieder, die den europaeischen Metropolen in nix hinterherstand. Als ersten Eidnruck wurden wir dann stummer Beobachter, wie ein Typ dem andern die Faust ins Gesicht drueckte und kueze Zeit spaeter beide typen inkl. Freundin in einem Bullenwagen davonfuhren. Willkommen!

Die Nacht verbrachten wir auf dem Dach eines kleines Hauesschen von einer seltsamen Anlgae im Park. Da war halt ein Zaun drumherum und somit fuehlten wir uns etwas sicherer als im lichten Busch und Baumbestand. Am naechsten Morgen verschliefen wir natuerlich und als wir gerade uebern Zuan geklettert sind und uns eigentlich in Sichereit waegten griff uns ein Soldat aus, der uns von weitem beobachtet hatte. Der idiot nahm uns dann quasi in Gewahrsam, mit dem Finger am Abzug mussten wir uns hinsetzen und auf den Boss warten. Der Boss kam, sah und rief den naechsten Chef, der hatte inzwischen schon so eine lustige generalsmuetze auf und der wiederum holte den naechsten General. Der war dann wohl noch wichtiger und telefonierte natuerlich auch noch einmal und dann kam ein schwarzer Mercedes und zweit Typen mit weissen hemden und dunklen Sonnenbrillen stiegen aus. Die konnten dann auch endlich etwas englisch. Wir erklaerten die Sachlage, das fanden sie ein wenig unverstaendlich. man kann doch nicht einfach euber einen Zaun huepfen! Vor allem nicht als Deutscher. Wir wiederholten unsere Bedenken uns einfach so in den Park zu legen, weil hier selbst um ein Uhr noch ne Menge Leute rumgestrolcht sind. Aber man kann doch nicht einfach ueber einen Zaun klettern. Vor allem nicht als Deutscher! Die Special-Agents kamen dann aber zum Entschluss, das wir ungefaehrlich seien und erklaerten uns, dass wir auf irgendeiner militaerischen Anlage gepennt haben und daher der ganze Rummel. Wie dem auch sei, am Ende rauchten wir zusammen, lachten, die Jungs waren fasziniert von unsererm Gepaeck und meinem Bart und wir durften weiter.

Fast-Kneipenschlaegerei

Baku war echt mal ne Kackstadt. generell war Aserbaidschan sehr seltsam. Die Leute wirkten ploetzlich so aggresiv und misstrauisch, viel weniger froehlich und freundlich, so ein Mix aus russischen und tuerkischen Leuten war das. Wir gaben Hackengas um fix nach Tiflis zu kommen, um die Bude von zwei Freunden zu beschlagnahmen. Natuerlich gabs noch den einen doer anderen Zwischenfall. Am heftigesten war die Auseinandersetzung mit zwei besoffenen Barkeepern. Hier in Aserbaidschan gibts naemlich wieder Bier und wir nutzten jede Gelegenheit um Stop zu machen und im Gartenstuhl sitzen ein kuehles Getraenk zu geniessen. Auf jeden Fall waren da diese beiden Barkeeper, die letzen Atzen und echt seltsam drauf. Nachdem wir fertiggetrunken hatten wollten wir bezahlen aber statt den Preis zu sagen brachte der Typ einfach zwei weitere Bier. Wir wollten allerdinsg weiter und wiesen die Glaeser freundlich zurueck. Das ging dann etwas hin und her und nach einger Zeit wollte die Jungs dann das wir die Zeche bezahlen. Wir bezahlten fuer die zwei Bier und wolten unsere Rucksaecke satteln, wurden aber wieder unsanft in die Stuehle zurueckgedrueckt. Nach kurzem hin und her legten wir das Geld wieder auf den Tisch und machten den naechsten Ausbruchsversuch und dann wurde der eine Typ ernsthaft stinkig. Das Bier schuette er uns vor die Fuesse und fing an Mathias auf den Hinterkopf zu klapsen, mir stibitzte er die Sonnenbrille und wollte sich an meinem Rucksack zu schaffen machen, als ich ihn davon abhielt fauchte er mich mit sinen glasigen Augen an und baute sich vor mir auf und waehrenddessen schnappte sich den andere den ganzen Rucksack und verschwand damit. Wir sahen ein, dass wir entweder bezahlen oder uns mit den Jungs schlagen muessen. Noch waehrend Mathias dann das Geld zueckte, schubste der Barkeeper uns weiter und fing dann an Mathias auf den Hintern zu klapsen. Das Traurige war, das wir wahrscheinlich mit Leichtigkeit die beiden Halunken haetten vermoebeln koenne, denn noch sind wir einen Kopf groesser als der Durchschnittsmann hier aber wer weiss wo soetwas endet. Egal, wir beschlossen die Polizei zu rufen. An der Tanke um die Ecke machten wir den Versuch und die Tankwaerter waren ganz schoen angepisst, das wir so abgezogen wurde. Noch bevor ein Polizeiauto gestoppt werden konnte, kam allerdings ein Wagen angefahren mit einem englsichsprechendem Russen. Der meinte wir brauchen keine Polizei um das zu regeln. Wir rein in den Wagen, ein Tankwart kam auch noch mit und zurueck zur Kneipe. Nach 30 sekunden ein kleiner Menschenauflauf und wildes Diskutieren/Geschrei und wir bekammen von dem zaehnefletschendem Barkeeper unser Geld wieder. Die Barkeeper machten noch kurz den Versuch sich zu uns durchzuarbeiten um uns noch einen Denkzettel mitzugeben aber recht erfoglos, wahrscheinlcih zu ihrem Glueck, den unser neuer Beschuetzer hat sechs Jahre geboxt und sah auch so aus. Mit Sergei hatten wir dann aucg gleich unseren naechsten Tramp und kamen ein ganzes Stueck voran. Am Ende noch ein Tee und die Einladung zu seinem Haus mit Swimmingpool in Baku. Wir lehnten dankend ab, Aserbaidschan war echt eine Entaueschung und das erste Land, in dass wir beide nicht zurueckwollen. Hier war irgendwie alles scheisse. Klar gabs auch nette und coole Leute da aber der Grossteil der Leute war einfach hoechst unsymphatisch und sah aus als wuerde er dir eins auf die Nase geben, wenn du es wagst ihn noch einmal anzulaecheln. Das wars dann also mit unserem besondern Touristenstatus. Frohen Herzens uebrtraten wir die Grenze und ab nach Tiflis. Endlich wieder Europa!

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23Jun/103

INDONESIA – teils frustrierend, doch so wunderbar!

Lange ist mein letzter Beitrag her - lange habe ich mich vor diesem hier gedrueckt.

Nach einem Zwischenstopp in Malaysia (dazu in einem anderen Artikel mehr) sollte es gemeinsam mit Birte, die mich aus Deutschland besuchte, nach Indonesien gehen.

Der Monat in Indonesien war  reich an beeindruckenden Momenten, doch auch an Frustration.

Fluch und Segen mit Indonesen

Warum Frustration? Gerade rueckblickend bin ich mir sehr sicher, dass diese zu 90% mit der Dummheit zu tun hat, auf Basis eines laeppischen 30 Tage Visums weit herum kommen zu wollen.

Wer sich Indonesien auf der Karte anschaut (und bitte genau hinschauen! Es sind dann doch mehr Inseln als man zuerst denkt!) erkennt, ueber wie viele tausende von Kilometern sich dieser Beinahe-Kontinent vom Sued-Ost-Asiatischen Hauptland bis an die Kuesten Australiens zieht, durch einige Zeit- und Klimazonen hindurch.

Man addiere die Tatsachen, dass der Entwicklungsstand dieses an Bevoelkerung 4. groessten Landes der Welt noch unter dem der meisten andere asiatischen Laender liegt und dass die Natur dort wilder als eventuell irgendwo anders auf der Welt ist (man schaue sich sie Katastrophen der letzten Jahre an: Vulkanerruptionen, Tsunamis, Erdbeben, Tropenstuerme) - und nehme als Resultat der Rechnung eine unglaublich langsame Reisegeschwindigkeit. Da man dazu noch viel haeufiger als man moechte irgendwo festsitzt, weil das zustaendige Boot gerade gesunken ist (und ohne Boote geht's nicht, weil Archipelgo!) laesst sich klug kombinieren, das 30 Tage NICHTS sind.

Und so war es auch.

In den folgenden Berichten will ich die frustrierenden Momente jedoch weitestgehend aussparen, dafuer viel mehr von der atemberaubenden Landschaft und den unheimlich freundlichen Einwohnern dieser Welt am Aequator erzaehlen. Marcus' Beispiel folgend und meine Finger schonend will ich mich dabei auf einige besonders nette Ausschnitte beschraenken.

"Der naechste Dampfer nach Jakarta? In fuenf Tagen!"

Pulau Bintan, Insel zu Sumatra gehoerend und Start unserer Indonesien-Reise.

Diese nette Insel, von Malaysia's Kuestenstadt Johor Bahru per Boot zu erreichen, sollte nur ein Transitpunkt werden, um indonesiens Hauptstadt Jakarta auf Java zu erreichen. Doch bei der Frage nach dem naechsten Boot bekamen wir oben genannte Antwort!

Naja, denkt man, gibt Schlimmeres, als auf einer Insel festzusitzen. Das ist allerdings richtig. Contra (fuer unsere ganze Zeit in Indonesien gueltig): Das campieren in der Wildnis sollte schwierig werden - denn entgegen aller eingeholter Infos reisten wir inmitten der Monsoon-Saison! Anscheinend dank des Klimawandels! Von vielen Indonesen hoerten wir, dass sich das Klima in den letzten 10 Jahren gravierend geaendert hat und immer unberechenbarer wird - einen Anstieg der Naturkatastrophen eingeschlossen.

Bedeutete fuer uns: Relativ regelmaessig ging, meist nachmittags, fuer 1 bis X Stunden die Welt unter. Jedes noch so gute Zelt waere bei einigen dieser Guesse in die metallischen Knie gegangen - oder waere schlicht im schnell entstehenden Schlamm versunken.

Gluecklicherweise kamen wir sehr guenstig in einem extrem shibbigen, aber freundlichen Homestay am Hafen unter.

Um die Insel zu erkunden wollten wir ein Moped mieten. Auf der Suche danach trafen wir Onny und seine Frau. Mopeds zur Miete gaebe es nicht...aber nehmt doch einfach meins! Ich tanke noch voll, dann koennt ihr los! Aber kommt abends zurueck, schliesslich wollt ihr doch sicher mit uns zu Abend essen.

Willkommen in Indonesien! Diese Gastfreundschaft sollte fuer den Rest der 30 Tage praktisch ueberall bestehen bleiben. So erkundeten wir die recht grosse Insel per Motorrad, hatten ein super Abendessen, bei dem man mir mal endlich erklaerte, wie man fachgerecht mit den Fingern ist, ohne danach wie Sau auszusehen 😉

Die folgenden Tage waren reich an interessanten Begegnungen. Highlights: Der indonesische Jimmy Hendrix (inkl. Afro!). Ein Seemann, der eigenen Aussagen nach schon mit Barack Obama auf Bali Karaoke gesungen hat und sich nicht zu schade war, uns beim Erwerb der Dampfer Tickets zu helfen. Wie es sich fuer 'nen Seeman gehoert war der Gute nur am fluchen - seine Lieblibgsphrase: "That's fucking bloody bullshit!" Ein Typ zum liebhaben 😀

Birte & Jimmy Hendrix

Birte & Jimmy Hendrix

Wurde aber NOCH besser! Beim schlendern durch die Stadt gingen wir an einem kleinen Klamottenshop vorbei, wo ich aus dem Augenwinkel eine RIESIGE Hakenkreuzflagge sah! Ich sah genauer hin: Darueber der Slogan "BLITZKRIEG", an der Tuer eine regulaere Deutschlandflagge und neben einem Bild der Beatles ein gewaltiges Portrait von Adolf Hitler ganz persoenlich! "What the hell?!" - dachte ich, betrat den Laden und wollte mir diese Nazis mal ansehen. Dann haette ich mich fast totgelacht! Entgegen kamen mir zwei schlacksige Sixties-Beatles Verschnitte, inlusive Pilzfrisur, leicht getoenter Brille und begruessten uns leicht verkifft grinsend:"Hey man! What's up?"

Die indonesischen Beatle - Nazis

Die indonesischen Beatle - Nazis

Den Rest des Abends hatten wir ein delikates Essen zusammen (Tintenfisch, Muscheln, Seeschnecken...) und unterhielten uns ueber Nationalsozialismus allgemein (ja, sie wissen dass Hitler ein Arsch war - finden ihn aber irgendwie ganz cool, weil halt boese) und ueber die maximale Feldgeschwindigkeit des deutschen Tiger I Panzers (ja, sie HABEN eine ganze Menge ueber diese Themen gelesen!)

Hafensiedlung auf Stelzen (Tanjung Pinang)

Hafensiedlung auf Stelzen (Tanjung Pinang)

Den letzten Abend auf der Insel schliefen wir unter Kokospalmen am Meer und verbrachten den Abend bis spaet in die Dunkelheit hinein im seichten Wasser liegen. Zelt war VIEL zu heiss - und draussen waren die Moskitos VIEL zu aggressiv! Am naechsten Tag trampten wir (meist "wurden wir getrampt", man fragte uns einfach ob wir mit wollen :-D) zum Hafen und verbrachten die folgenden zwei Naechte an Bord des riesigen Pelni-Dampfers Richtung Jakarta.

Abendessen am Meer

Abendessen am Meer

Mittlerweile bin ich Laundry-Profi ;-)

Mittlerweile bin ich Laundry-Profi 😉

VULKANE! Gunung Bromo und das Tengerr-Vulkan Massiv

Im Nachtzug voller Marktschreier, Karaokeboxen und halb Jakarta erreichten wir irgendwann ohne eine Sekunde richtig geschlafen zu haben (zeitweise hatte ich Koerperkontakt mit 5 Personen zugleich auf meinem Sitz!) Surabaya und dann Probolinggo, am Fusse des Vulkanhochlands in Ost-Java.

Als wir dann auf mehr als 2000 Hoehenmetern im winzigen Dorf Cemo Lavang direkt am Rande des Tengerr-Kraters ankamen, war ploetzlich eine Jacke nuetzlich! Hier war ploetzlich alles anders! Pferde mit vermummten Reitern, Wolken ziehen zwischen den Holzhuetten entlang, auf Feldern werden Kohl und Karotten angebaut. Wirkte wie eine Alpenlandschaft auf asiatisch - okay...der im Hintergrund rauchende Schlot des Gunung Bromo passte nicht in diese Idylle, machte mit seinen gewaltigen Nachbarvulkanen aber die ganze Fasznination dieser Gegend aus. Von den Klippen Cemo Lavangs bis zum Krater des Bromo zog sich eine gewaltige Steppe aus Asche, Sand und Bodengewaechsen entlang, die den unwirklichen Eindruck dieser Gegend noch intensivierte.

Bergdorf Cemo Lavang

Bergdorf Cemo Lavang

Pferde sind hier das uebliche Transportmittel

Pferde sind hier das uebliche Transportmittel

Unser Plan: In der kommenden Nacht die umliegenden Berge besteigen um das ganze Vulkanmassiv im klaren Licht der aufgehenden Sonne zu geniessen. Sollte Wege geben, klang nicht all zu schwer. Sollte jedoch anders kommen...

23 Mai, 2.30h morgens:

Uaargh! Sooo frueh! Sooo kalt! Sollen wir das ganze abblasen? Nein! Fuer den Aufstieg sind wir hier angereist! Ordentlich warm anziehen, Wasser einpacken und die Taschenlampe keinenfalls vergessen - dann raus in die Dunkelheit. Und dunkel war es...im schwachen Licht der LEDs ging es auf schmaler und steiler werdenden Wegen der steilen Bergwand entgegen. Circa drei Stunden bis zum Sonnenaufgang - sollte machbar sein.

Ca. 3.30h:

Scheisse! Wo ist der Weg? Was machen all diese Buesche hier ueberall? Links: 300m Abgrund. Rechts: Ein Dickicht aus nassen Gebuesch und Gestruepp - die Klamotten sind schon voellig durchweicht. Weiter! Es MUSS einen Weg geben!

ca 3:45h:

Doch ich sah keinen. Leicht resigniert versuchten wir eine Stelle zu finden, um die Vulkane von hier unten sehen zu koennen - als wir sich bewegende Lichter sahen. Und Stimmen hoerten! Es waren die netten Spanier, mit denen wir schon Kaffee getrunken hatten! Ihr Plan war derselbe, also suchten wir gemeinsam nach dem Weg, der irgendwo sein musste. Und tatsaechlich! Hinter einem dicken Busch ging etwas weiter, was...naja...sicher nicht mehr als Weg bezeichnet werden konnte, aber zumindest nach oben fuehrte. Ich ging voraus, frass haufenweise kleiner Spinnen und wir alle waren am keuchen und klitschnass.

ca. 4:45h: Nach vielen, vielen immer beschwerlicher werdenden Hoehenmetern sassen wir erneut fest. Ein Umherleuchten mit den Lampen versicherte uns, dieses mal hatten wir den Weg wirklich verloren. Oh man - bald sollte die Sonne aufgehen! Wir wollten uns nicht geschlagen geben, so kurz vorm Gipfel und fingen an uns krabbelnd durch Matsch und Gras an der steilen Wand weiter nach oben zu bewegen, uns gegenseitig weiterziehend.

ca. 5:00h:

Rumms! Einer der Spanier faellt fast wieder hinunter, als ein Baum nachgibt, waehrend dessen kriegt Birte eine kleine Erdlawine ab, vom anderen Spanier losgetreten.

Ca. 5:10h:

YEAH! Freude und Erleichterung. Die Strapazen verschwinden am dunklen Horizont - der Gipfel! Zwei Deutsche, drei Spanier und eine Schweizerin sind wir....auf dem...falschen (!) Gipfel! In der ferne sehen wir das eigentliche Ziel, inklusive einiger Touris mit Gelaendewage und Unterstand. Haha! Bleibt ihr ruhig dort - wir haben unseren eigenen Gipfel. Die naechste Stunde ist purer Genuss. Ein unglaubliches, von keinem Foto der Welt zu erfassendes Panorama tut sich vor uns auf. Ich vergesse das frieren - spuere erste Sonnenstrahlen. Traumhaft.

Danach: Der Abstieg 🙂  Bei Tageslicht aber etwas einfacher zu meistern!

Spaeter am Nachmittag maschieren wir durch die Wueste aus Asche direkt zum Krater des Bromo. Beim Blick hinein leider keine Lava, aber beeindruckend allemal!

Nach Stunden durch die Nacht - der Gipfel!

Nach Stunden durch die Nacht - der Gipfel!

Die allererste Daemmerung

Die allererste Daemmerung

Erste Sonnenstrahlen

Erste Sonnenstrahlen

Und die rauchenden Vulkane in morgendlicher Pracht

Und die rauchenden Vulkane in morgendlicher Pracht

Der Lohn der Muehe :)

Der Lohn der Muehe 🙂

Die weite Steppe

Die weite Steppe

Nass aber gluecklich

Nass aber gluecklich

Der Aufstieg zum Krater des Bromo

Der Aufstieg zum Krater des Bromo

Fast geschafft!

Fast geschafft!

Der rauchende Schlot

Der rauchende Schlot

Leben und Sterben in der Tana Toraja

Sulawesi sollte der Teil Indonesiens werden, in dem wir die verbleibenden 16 Tage verbringen wollten. Wir trampten sehr problemlos innerhalb von zwei Tagen bis in das zentrale Hochland namens Tana Toraja, wo eine der interessantesten Bevoelkerungsgruppen, die Toraja, lebt. Ueber Jahrtausende voellig isloliert, haben sich hier ganz eigene Traditionen entwickelt, die auch heute noch weitestgehend Bestand haben.

Gute Laune beim Trampen im Krankenwagen :-D

Gute Laune beim Trampen im Krankenwagen 😀

Fruehstueck am Meer (Pare-pare, Sued Sulawesi)

Fruehstueck am Meer (Pare-pare, Sued Sulawesi)

Das Symbol der Toraja duerften einerseits die ueberall praesenten und als wertvollster Besitz geltenden Wasserbueffel sein und andererseits die extrem ungewohnlichen Behausungen, die wiederum mit Fantasie einen Bueffelkopf aehnlich sehen (schaut euch einfach die Bilder an).

Wirklich beruehmt ist die Gegend jedoch fuer die extravaganten Beerdigungsriten! Auf animistischen Glaubenszuegen aufbauend dauert eine Beerdigung viele Tage. Es werden je nach Status des Toten oft zahlreiche Wasserbueffel geschlachtet, was manche Familien fast in den Ruin treibt! In der Vorstellung der Menschen hier warten die Seelen der toten Bueffel auf die ihres Besitzers, um dieser auf dem Weg in die Unterwelt zu unterstuetzen. An der Feier selbst, die oft Monate nach dem Tot stattfindet (der Tote befindet sich in der Zeit weiterhin im Haus und wird wie ein normales Familienmitglied angesehen) nehmen oft tausende von Menschen teil,gibt es Musik, Tanz und Festmaehler und die Seele wird mit zahlreichen Begleitgaben auf ihrem Weg in die Welt der Toten geschickt.

Die Saerge letztendlich werden nicht vergraben, sonder oft in Totenhoehlen in den umliegenden Bergen gebracht, wo sie von hoelzernen und gekleideten Nachbildungen der Toten Personen in Lebensgroesse bewacht werden. An andere Stellen werden die Saerge an Klippen aufgehangen.

Klingt komisch - ist aber echt alles so!

Hallo Madame, wie geht's denn so in der Unterwelt?

Hallo Madame, wie geht's denn so in der Unterwelt?

In einer der Begraebnishoehlen

In einer der Begraebnishoehlen

Einige der Totenwaechter ueber dem Hoehleneingang

Einige der Totenwaechter ueber dem Hoehleneingang

Generell will ich die Toraja Region als eine der landschaftlich beeindruckensten, die ich bisher gesehen habe, bezeichnen. Von absoluter Idylle von schokoladenbraunen Fluessen, im Nebel versinkenden Waeldern und Reisfeldern, suessen Kirchen (viele Menschen hier sind christlich) umgeben von traditionellen Haeusern, bis hin zu atemberaubenden Bergpaessen und unwegsamen Gelaende selbst fuer erfahrene Wanderer - es duerfte schwer fallen, diese Gegend nicht zu moegen.

Aehem...davon abgesehen stehen die Toraja wie die Filipinos auf Cockfighting, weshalb alles voller Haehne war, hat meine Sympathie natuerlich noch ein bissel erhoeht 😉

Im folgenden will ich einfach Bilder sprechen lassen, entstanden auf Motorradfahrten, Hoehlenerkundungen und Bergwanderungen.

Die traditionellen Toraja Haeuser

Die traditionellen Toraja Haeuser

Reisterassen, Lebensgrundlage Indonesiens

Reisterassen, Lebensgrundlage Indonesiens

Schokobraune Flusslaeufe ueberall

Schokobraune Flusslaeufe ueberall

Frauenarbeit auf Bergpaessen

Frauenarbeit auf Bergpaessen

Hausparty ;-)

Hausparty 😉

Hunger? Ca 5 Kilo Papaya...fuer nen guten Euro!

Hunger? Ca 5 Kilo Papaya...fuer nen guten Euro!

Doerfchen

Doerfchen

Juhuu! Man liebt hier Haehne! Fachmaennische Inspektion.

Juhuu! Man liebt hier Haehne! Fachmaennische Inspektion.

Neue Freunde: Einer der ehrwuerdigen Wasserbueffel

Neue Freunde: Einer der ehrwuerdigen Wasserbueffel

Landidylle: Kinder beim Drachensteigen in den Reisfeldern

Landidylle: Kinder beim Drachensteigen in den Reisfeldern

Im Hochland der Toraja

Im Hochland der Toraja

Wandern bis die Sonne untergeht

Wandern bis die Sonne untergeht

Abwarten des Monsoons - alltaegliches Uebel

Abwarten des Monsoons - alltaegliches Uebel

Aufwachen und ploetzlich ueber den Wolken sein!

Aufwachen und ploetzlich ueber den Wolken sein!

Bergdoerfer im Morgendunst

Bergdoerfer im Morgendunst

Togean Islands

Nach so viel Berg ans Meer, so dachten wir uns. Innerhalb von drei Tagen trampten wir bis in die kleine Kuestenstadt Ampana, von wo aus das Archipelgo aus Korallenriffen, Kalkssteininseln und dichtem Jungle zu erreichen sein sollte. Problem: Kein Bankautomat der VISA akzeptiert, nicht mehr viel Geld und ein Boot erst am kommenden Morgen - dazu eine aufdringliche Touristen-Info-Lady die keinen Plan hat und...aber ich wollte die frustrierenden Teile ja weitestgehend aussparen.

Typisches Kuestendorf in Zentralsulawesi

Typisches Kuestendorf in Zentralsulawesi

Frustriert war jedoch die Stimmung, als wir am leicht abgelegenden Hafen (naja, mehr oder weniger ein Strand mit Anleger) ankommen und uns voellig geschafft auf den Boden legen. Mitleidig beobachten uns die Hafenbewohnern. Natuerlich gibt es Fragen und mein mittlerweile gar nicht so uebles Indonesisch reichte aus, um unsere miese Lage zu erklaeren. Wir bekommen erstmal Kaffee und Fruehstueck. Agus, ein netter Typ und junger Vater von zwei Kindern laedt uns fuer die Nacht zu sich nach hause ein - dankbar beziehen wir ein kleines Zimmer in der kleinen Holzhuette am kleinen Haefchen. An diesem Abend zerfetzt es Birte gesundheitlich so richtig, so dass sie den Grossteil der Nacht mit Uebergeben verbringt. Die naechsten Tage koennen nur besser werden...

Am Morgen sind wir dann auf dem kleinen Schiffchen in Richtung Bomba, auf der Insel Pulau Batu Daka. Ploetzlich ein vertrautes Laecheln - Agus! Er grinst uns vom Steuerrad des Bootes aus an und versucht uns auf indonesisch zu erklaeren, dass er mit uns zum Haus seines Bruder gehen will, wo wir so lange wie wir wollen bleiben koennen! Oh man - am voherigen Abend habe ich noch aus Spass im gebrochenen Indonesisch gesagt: "Hey, willst du morgen mit auf die Insel kommen?" Das hat er wohl ernst genommen!

Das Haus des Bruders befindet sich jedoch nicht etwa an der Kueste...sondern einige Huegel und Kilometer davon entfernt im dschungeligen Inselinneren. Der Marsch ueber schlammigste Wege ist vor allem fuer die noch immer stark angeschlagene Birte bei der drueckenden Hitze ein Kraftakt. Gentleman Agus schnappt sich zumindest ihren Rucksack, trotzdem faellt sie im Hause des Bruders tot ins Bett.

Tja, da wollten wir Strand uns sind mitten im Dschungel gelandet, in einem Dorf, wie es wahrscheinlich auch 100 Jahre zuvor schon so ausgesehen hat. Ein Acker als Fussballplatz, eine kleine Moschee (muslimischer Teil Sulawesis) und viiieeeellleee hoch interessierte Kids, denen ich auf Englisch vorlesen soll, sie mein indonesisch weiter verbessern und ich mich mit Englischtraining revangiere. Highlight jedoch: Die Reise nach Jerusalem, ein Spiel was anscheinend hier neu war 🙂

Englischstunde mit Spassfaktor :-)

Englischstunde mit Spassfaktor 🙂

Am kommenden Tag geht es Birte etwas besser und am fruehen morgen ziehen wir mit Agus und seinem Kumpel Michael Jackson (...weil er staendig & schlecht singt) zur Kueste. Der Weg dorthin ist....nicht ganz einfach. innerhalb von einigen Minuten haben sich Birtes Flip-Flops in ihre Einzelteile zerlegt und der klebrige Schlamm macht meine Schuhe Kilo schwer. Barfuss in Birtes Fall geht es dann ganz ordentliche Abhaenge zum unglaublich klaren Meer hinunter. Wir besteigen zu viert einen Einbaum mit Rasenmaehermotoer, der nicht mehr so richtig fit wirkt und fahren mit dem extrem wackeligen Ding einige kilometer aufs Meer hinaus. Dann: Land in Sicht! Land? nein, das ist kein Land - aber Huetten mitten im Meer! Verrueckt! Auf einem mit Korallen bewachsenen Unterwasserberg haben die Fischer der Inseln einige extrem simple Bambushuetten errichtet, um sich bei Regen zu retten und eventuell auf dem Meer uebernachten zu koennen. Waere der Anblick ueberwasser nicht schon fantastisch genug, war das Szenario unterwasser atemberaubend. Umschwommen wurden die Huetten von Millionen bunter Fische und ein wundervolles Riff zog sich bis zum Rande eines mehrer hundert Meter tiefen Unterwasserabhangs hin.

Wir schnorchelten, waehrend Argus und Michael Jackson fischten. Wir grillten die Fische in der Huette und hatte sogar Reis zum Kochen dabei, so dass ein grossartiges Essen mit fantastisch frischen Fisch entstand!

Ahoi! Im Einbaum weit hinaus!

Ahoi! Im Einbaum weit hinaus!

Dorf in Sicht :-D

Dorf in Sicht 😀

Angelegt...dort laesst's sich leben!

Angelegt...dort laesst's sich leben!

Unser Kumpel Agus mit dem Mittagessen

Unser Kumpel Agus mit dem Mittagessen

Nachbarhuette - Architektur mitten im Riff

Nachbarhuette - Architektur mitten im Riff

Agus musste denken, dass wir Dessert wollen! So fuhren wir zurueck zur Insel und pflueckten einige frische Kokosnuesse, die Michael Jackson fachgerecht per Machete oeffnete.

An beeindruckenden Steilwaenden entlang zur Kokosbucht

An beeindruckenden Steilwaenden entlang zur Kokosbucht

Einsame Straende ueberall

Einsame Straende ueberall

Michael Jackson oeffnet die frischen Kokosnuesse...mhhhh!

Michael Jackson oeffnet die frischen Kokosnuesse...mhhhh!

Abendessen gab es wieder im Haus - Fisch natuerlich 😉

Nach dem Tag tat eine Dusche not - nur wo war die denn bloss? Einige hundert Meter vom Dorf entfert im Dschungel! An einer Quelle war das halbe Dorf versammelt und reinigte Kleidung, sich selbst und natuerlich die Kinder! Die Leute staunten nicht schlecht, als Agus mit zwei "Weissen" ankam!

Birte musste erstmal Lernen wie man sich mit Hilfe eines Sarongs duscht und waescht ohne sich zu entbloessen - was dem ganzen Dorf eine GANZE Menge Freude bereitete!

Dorfdusche im Dschungel

Dorfdusche im Dschungel

Duschen auf indonesisch - Birte im Sarong :-D

Duschen auf indonesisch - Birte im Sarong 😀

Doch dann war es Zeit fuer Abschied - zumindest ein paar Tage wollten wir noch einen Strand finden. So ging es per Boot nach Pulau Kadidiri - einer, wie es hiess, der schoensten Inseln hier.

Schoen war sie auch - jedoch eine ganz gute Touri-Falle. So war dort nichts mit indonesischen Dorf-Flair, sondern viel mehr mit westlichen Taucher-Flair. Naja, fuer Birte war es eine nette Sache dort etwas auszuspannen und zu schnorcheln, ich vermisste Indonesien zu sehr um den Ort richtig geniessen zu koennen - denn Indonesien war das nicht mehr so richtig.

Abschied von Indonesien am Strand Kadidiris

Abschied von Indonesien am Strand Kadidiris

Abschluss unserer Zeit bildete das Highlight einer 34 stuendigen Busfahrt ueber besch***ene Wege in einem ueberladenen Bus bis zurueck in die Stadt Makassar. Ich lag praktisch die ganze Zeit auf ein paar Reissaecken am Boden des Busses und beobachtete Sterne...dann Wolken...dann wieder Sterne.

Nach einer Nacht in Makassar hiess es "selamat tinggal Indonesia!". Bis zum naechsten Mal - dann bin ich schlauer und mache alles etwas besser 🙂

Es spricht jedoch fuer sich, dass Indonesien trotz der Tatsache, das evtl. bisher anstrengendste Land gewesen zu sein, mit Sicherheit auch eines der beeindruckensten und faszinierendsten gewesen ist. Falls ihr dorthin wollt, besorgt euch verdammt nochmal ein 60 oder mehr Tage Visum!

Zurueck nach Kuala Lumpur - fuer Birte zurueck nach Deutschland...fuer mich: Dazu demnaechst mehr!

Euer Benni

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13Jun/102

wieder runter nach Peshawar – Kalash valleys und Ex-Taliban

Noch immer in Pakistan aber immer noch nicht langweillig. Wenn es mir ein Land neben dem Iran wirklich angetan hat, dann ist es definitiv Pakistan. Wild, rustikal, langsam und hektisch gleichzeitig und fabelhafte Menschen.

Ueber den Shandur-Pass

Ich knuepfe einfach mal an unseren letzten Ausgangsort Gilgit an. Nachdem wir den Marsch Steinlawinen gemeistert hatten, setzten wir uns in Bewegung nach Chitral ueber den Schandur-Pass. 4000m oder so hoch, keine Ahnung, ich hoere da schon lange nicht mehr zu, hier ist alles riesig. War auf jeden Fall wieder einmal ein Hoellentrip.Wir goennten uns einen Bus ("Bus"!!!), da wir nicht angetan waren beim trampen in den eisigen Bergen festzuhaenegn, ausserdem hats geregnet. War ne gute Entscheidung. Wir schon erwaehnt, gibts hier im Norden kaum privaten Verkehr und so haben wir irgendwann nach ein par Stunden mitten im Nix einen Blondschopf die Strasse langmaschieren sehen. Unser alter Reisegefaherte Matthias, der ist zwei tage vor uns losgetrampt und fast mehr gelatscht als gefahren. Es gab zwar keinen Sitzplatz aber kein Palztproblem. Ausguts und ich rueckten etwas und weitergings. Das Ding ist, das der Bus unterwegs ungefaehr jede Menschenseele eingesammelt hat und aus allen Naehten platzte, zwischenzeitlich wurde es im Gang so eng, dass ein Typ mit mit seinem Hintern fuer eine halbe Stunde auf meienr Schulter und rechten Gesichtshaelfte sass. Und es gab immer Probleme mit den Schulkindern in den Doerfern, die gerade irgendwohin wollen, den Heimweg sparen oder so, die springen von allen Seiten auf den unglaublich langsamen Bus und klettern aufs Dach, waehrend ein Bustyp versucht sie mit dem Stock von der Leiter zu pruegeln. Am Ende gewannen immer die Kinder, zumindest ein paar.


Auf der Jagd und der Taliban-Clown

Wie auch immer wir also nach Chitral. Eine wundervolle rustikale Stadt oder eher Staedtchen. Inzwischen sind wir so nahe an der afghanischen Grenze, dass wir uns in der Polizeistation anmelden muessen und die uns einen Security andrehen wollen. Fuer umsonst natuerlich aber wer hat schon Lust den ganzen Tag mit so einem Gewehr-Heini rumzulaufen. Wir verweigern erfolgreich. Wie gesagt, wir sind nun sehr Nahe an Afghanistan und auch gar nicht so weit von Swat-Valley, wo der heillige Krieg tobt. Wie sollte es anders sein, hier ereignete sich unser erster Kontakt zu den Taliban. eigentlich wars nur einer...und eigentlich wars auch gar nicht spannend oder gefaehrlich, denn er war eher so ein Ex-Taliban.

Von vorne: Wie ueberall, schliesst man hier mit den Einheimischen schnell Freundschaft, so fanden wir uns am ersten Abend bei Yusep im Haus wieder, der uns ganz aufgeregt, wie ein kleines Kind fragte, ob er uns nach dem Essen seine Gewehre zeigen duerfe. Klar!

Yusep war leidenschaftlicher Jaeger undwie es hier zum guten Ton gehoert, gabs ein paar Gewehre im Haus. Wir verabredeten uns zur Vogeljagd am naechsten Morgen. Erfolglos hockten wir im Feld und starrten in die Baume, ernsthaft zweifelnd ob unser Kumpel wirklich etwas von der Jagd versteht, bei dem Krach, den er die ganze Zeit machte. Wir geben auf und suchen seinen Onkel, der wohl auch gerade ein paar Tiere in der Umgebung schiessen will und treffen ihn beim " Sportplatz" ausserhalb ( links ein Bach, rechts Geroell, ueberdeutliches Gefaelle, in der Mitte eine halbe meter hohe bzw. tiefe Stufe und faustgrosse Steine auf der Piste-der legendaere Sportplatz der Stadt, hatte sogar einen Namen). Auf jeden Fall kam es so, dass wir dann mit dem Onkel, ein paar Holzfaellern und nem Haufen anderen Typen, die wahrscheinlich einfach nur da waren ein wenig rumhingen und irgendwann auf die Idee kamen, die Auslaender mal schiessen zu lassen. Das war natuerlich ein Angebot. Mit so einer alten Schrottflinte zu ballern, das hat was. Ich war natuerlich total nervoes und unfaehig. Die Maenner und Kinder haben sich halb weggeschmissen, wie ungeschickt ich das Gewehr angelegt habe. Schiessen ist einer der ersten Lektionen, die man als Junge lernt. Ob ich das Gewehr gut festhalten muss, Rueckstoss usw.... Noe, ist nicht so wild. Im Endeffekt existeirt nun ein Video, wie ich auf dem Hintern sitze und und mir beim Schuss die Fuesse hochgehen und ich fast auf den Ruecken plumpse. Egal, ich habe eine Wasserflasche auf ueber 50 meter Entfernung in den Felsen getroffen! veilleicht sogar 53 meter! August hat auch getroffen, war aber nur Zufall, glaube ich zumindest.

Jedenfalls spielten wir danach Fussball (ziemlich lustig, Maenner mit stattlichen Baerten im gesetzten Alter und den lustigen Kutten hier einem Ball hinterherflitzen zu sehen!). Der Star der andern Manschaft war so ne Art Dorftrottel, den alle die ganze Zeit aufgezogen haben. Super Typ udn total durchgeknallt. Am Ende konnten die Jungs ihn noch ueberzeugen, uns seine Akrobatikkuenste vorzufuehren. Es war genau in diesem Moment, als er gerade auf den Haenden den Hang runterspazierte, als mir mein Jusep erklaerte, dass der Typ Taliban war. Djihaad in Afghanistan gegen die Russen. Dann hats den Vater erwischt und er ist nach Pakistan geflohen und ist jetzt glueklich im idyllischen Chitral.

So sind wir also dem ersten Taliban begegnet. Weniger erschreckend, gefaehrlich oderso, eher lustig.

Kallash-Valleys

Von Chitral aus ging es in die beruehmten Kalash-Valleys. von hier aus kann man nach Afghanistan spucken, daher darf man im Prinzip nicht ohne Polizist auf die Strasse gehen geschweige denn ein Dorf verlassen. Das besondere hier sind die Menschen, ein Volk von ca. 3000 menschen in zwei taelern, die man bis heute nicht wirklich zuordnen kann. Sind weder Paschtunen noch Hazaaras, generell gar keine Moslems. Die haben die letzten Tausend Jahre ihr eigenes Ding gemacht. Am beliebtesten ist die Erklaeung, dass Alexander der grosse hier damals ein paar Soldaten zurueckgelasen hat, die dann diese total untypische Kultur ins Leben gerufen haben. Sind auf jeden fall ne Menge Leute mit blauen Augen und blonden haaren dagewesen und auch 2-3 mit roten haaren, die wie betrunkene iren aussahen. Trinken ist heir uebrigens erlaubt! 1,5 liter selbstgemachter Wein fuer 5 Euros. denn kann man locker mit 3 Litern Wasser mixen, so stark ist das Zeug. Alkohol ist in iran, Afganistan und pakistan natuerlich verboten aber das ist hier soetwas wie das kleine Gallier-Dorf mit Asterix und Obelix. Auch die Frauen sind nicht verschleiert, sondern tragen lustige bunte Klamotten, die eher an Suedamerika erinnern. Das war auch das erte mal, das wir auf der Strasse Konakt zu Frauen hatten. wir wollten gerade ein paar Maulbeeren pfluecken, als eine Frau mit 2 Toechtern vorbeikam und die Kinder dann den Baum hochgeschickt hat, um au den Aestn rumzuspringen, waehrend wir unsere Tuecher ausgebreitet haben. Danach gings dann in ihre Bude fuer ein kleines Privatkonzert, dem rasend schnell 20 weitere Frauen und Maedchen beiwohnten. von maennern keie Spur. Faruen alleine im haus mit Fremden....eigentlich unmoeglich. Hier gabs echt eine menge zu entdecken und die Landschaft war atemberaubend aber das lustigste war abends Wein und Musiksession mit den Dorfstars auf ihren komischen Saiteninstrumenten.

Nach ein paar Tagen wanderten wir dann ins naechste Dorf. Offiziel reisten wir ab, damit man uns keine Securitys mitgab aber irgendwie haben wir es dann geschafft die Richtung ins naechste Tal unbemerkt einzuschlagen. 10 Std ueber einen Bergpass, Distanz vielleicht 8km. wir brauchten zweit tage. von einem weg war nach kurzer Zeit nicht mehr zu sprechen. Die Einheimischen zeiten nur noch auf einen Berg und sagten "da lang!" das ging dann fuer Stunden in einem 70 Grad Winkel querfeldein und manchemal auf Hirtenpfaden. Natuerlich stuerzten wir alle einige male und ich habs das dritte mal geschafft unerer chinesischen Qualitaetsgitarre, dem "spanischen Matador" den Hals zu brechen. Aber hier gibts so einen lustigen Superkleber, der regelt das.

Unterwegs fings nactuerlich irgendwann zu regnen an und wir wurden in ein haus eingeladen, der einzige Raum ohen Frauen und somit unser Schlafraum war allerdings von einem Erdrutsch halb demoliert, da lag also eine halbe Lawine im Raum aber als das Feuer dann brannte und der Hirtenkaese mit dem frischen Brot und Milchtee kam, wars ein Paradies. Spaeter brachten wir den jungs bei Loeffel zu schnitzen. Das nennt man Entwicklungsarbeit!

Am naechten Tag ging die Tortur weiter und als wir auf dem Berg waren, mussten wir feststellen, dass die das Prinzip eines "mountain-pass" hier deutlich missverstanden haben. wir sind nicht zwischen den Bergen sondern genau ueber den Gipfel gelatscht, hoeher ging kaum noch. Am spaeten Nachmittag errei hten wir dann das naechste Tal und es ging weiter mit Musik und Wein.


Feng-Shui

Was ich bis jetzt noch gar nicht erwaehnt habe ist, dass wir seit ca. 2 Wochen zu viert sind. Wir werden von eine Koreaner verfolgt, der so ziemlich gar kein englisch spricht. Der ist total froh, dass wir ihn immer mitnehemen, alleine kommt der gar nicht zurecht. Das letzte mal, als wir ihn in Peshawar einen tag alleine gelasen haben, aht er es auf eigene Faust versucht und sich verlaufen. Abends kam er dann wieder ins Hostel, nachdem er ueber zwei Stunden mit nem Taxi durch die Stadt geeizt ist um uns zu suchen, DIE Fahrt war teuer! Der Taxifahrer hat sich einen halben Wochenlohn auszahlen lassen. Das ist das naechste Ding, der laesst sich immer bescheissen, wir muesen immer auf ihn aufpassen und ales fuer ihn regeln. Neulich gabs ein Problem mit seiner Visa-Card, auf dem konto sei kein Geld mehr, wurde angezeigt. da hat er dann entschuldigend gelacht, "Uiiii" gesagt und ist sich neue Schuhe kaufen gegangen. Das macht alles keinen Sinn was der treibt, ausserdem schlaeft er ungefaehr 18 Std. am Tag. ist auf jeden Fall saulustig mit ihm, wir haben uns schon so an ihn gewoehnt, das ist wie mit einem Hund, wenn wir essen gehen, geht er essen, wenn wir irgendwohin fahren, kommt er mit usw. und natuerlich sind wir ratlos, wo wir ihn jetzt abliefern sollen. August fliegt nach Isanbul, Mattias und ich muessen die Tage runter nach Quetta, Iran wartet. Das ist nun wie einen Stubenhund in der Wildnis auszusetzen, wir fuehlen uns da echt nicht gut bei, der Typ ist alles andere als ueberlebensfaehig. Wie der es ueberhaupt nach Pakistan geschaft hat ist ein Raetsel. Auf jeden Fall wissen wir immer noch nicht seinen Namen aber er hoehrt auf alles was asiatisch klingt: King Kong, City Wok, Pikachu, Hongkong, Feng-Shui. Ist natuerlich nicht boese gemeint aber den Spass goenne wir uns, wenn wir schon den Babysitter spielen muessen.

Ich sehe gerade, das der Beitrag schon totale Ueberlaenge hat, daher mache ich hier mal Schluss, also schoene Gruesse aus Islamabad.

Heute Nacht hat uns ein Kumpel eingeladen mit Bier vom Schwarzmarkt die WM Eroeffnung zu schauen. was fuer ein Glueck!

Ueber den Shandurpass im Hindukusch
Ueber den Shandurpass im Hindukusch
Und weiter mit dem Jeep

Und weiter mit dem Jeep

...

...

Telefonzelle im Nirgendwo

Telefonzelle im Nirgendwo

Mein Cricket-team in Chitral

Mein Cricket-team in Chitral

Und unser Nachwuchs-Star!

Und unser Nachwuchs-Star!

Zielschiessen in den Bergen

Zielschiessen in den Bergen

...und das Ziel danach - der Wassertest

...und das Ziel danach - der Wassertest

Zu Gast bei den Kalash-Frauen

Zu Gast bei den Kalash-Frauen

Unsere Bleibe im bergpass, die Schaeferhuette mit integriertem Erdrutsch

Unsere Bleibe im bergpass, die Schaeferhuette mit integriertem Erdrutsch

Musik und so, man beachte die Bullen im Hintergrund.

Musik und so, man beachte die Bullen im Hintergrund.

Die verrueckten Schumacher in Peshawar

Die verrueckten Schumacher in Peshawar

festessen bei Pizza Hut mit unserem alten freund moddasar

festessen bei Pizza Hut mit unserem alten freund moddasar

Mit Ermaessigung fuer Soldaten

Mit Ermaessigung fuer Soldaten

Bei der Post. pakete werden hier eingenaeht!

Bei der Post. pakete werden hier eingenaeht!

Etwas zum spielen

Etwas zum spielen

Marketing in Pakistan


Coca cola spot- Mountain Dew Limo...Verrueckt!

Coca cola spot- Mountain Dew Limo...Verrueckt!

Pepsi - Seven Up...auch nicht besser

Pepsi - Seven Up...auch nicht besser

Chrunchu???

Chrunchu???

Vielleicht dann lieber doch erst in Deutschland

Zahnarzt - Vielleicht dann lieber doch erst in Deutschland

Cola-Wasser

Cola-Wasser

und natuerlich Pepsi. Gibt auch noch Nestle

und natuerlich Pepsi. Gibt auch noch Nestle

Nike-Nikf

Nike-Nikf

D&G - D&C

D&G - D&C

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26Mai/102

Mit dem Boot ueber den Highway-Ueberschwemmung in Pakistan

Ahoi! Nach langer Zeit mal wieder eine kleine Berichterstattung.

Das Reisen in Pakistan ist wirklich der Knaller, gefaellt mir wunderbar. Es geschieht eigentlich dauernd etwas, so dass die Langweile nach fast zwei Monaten noch immer nicht angekommen ist. Allerdings moechte ich nicht jede kleine Geschichte hier zu Papier bringen, sondern nur zwei kleine Annekdoten, die sich in letzter Zeit ereignet haben.

 

Der Stausee

Im Januar gab es in Nord-Pakistan eine riesige Steinlawine zwischen Karimabad und Soost. Das Ergebnis ist noch heute zu sehen. Inzwischen hat sich ein 18km langer Stausee gebildet, der bis zu 100m tie fist und genau auf dem Highway liegt. Fuer uns ein bisschen schwer vorzustellen aber dieser Highway (eigentlich ne schlechte Strasse) ist die einzige Verbindung nach China und zu den noerdlichen Hunza-Regionen. Aussen herrum sind einfach nur Berge und zwar ne ganze Menge. Seit 4 Monaten ist also die Strasse blockiert und der Handel eingeschlafen. Die Menschen dort haben sich inzwischen Boote organisiert und versuchen soch jetzt als Seeleute. Von einem Bergvolk darf man allerdings nicht erwarten, dass da einige Kaeptn Iglos in den Reihen jahrelang auf ihre grosse Chance gewartet haben. Die Schiffer waren so unglaublich unfaehig, dass wir uns das Lachen mehrmals verkneifen mussten. Die beiden Hoehepunkte waren, als wir starten wollten und wegen Uebergwicht am Ufer feststeckten. Die Jungs vom Nachbarschaiff knoteten ein Seil an unser Heck und fuhren mit Vollspeed los, um uns loszumachen. Das ist ungefaehr so, als wuerde man das Gaspedal durchtreten, wenn man ein Auto abschleppen will. Das Seil riss natuerlich mit lautem Knall, wir ruckten etwas und das andere Boot war mit einem Satz soweit draussen, dass es entscheid, es lohnt nicht umzukehren und uns einfach alleine liess.

Spaeter dann das grossartige Anlegemanoever. “Watch out!!!” Und mit kaum gedrosseltem Tempo mit der Schnauze einfach ins Ufer gebrettert. Der Schiffsbug verriet, dass es nicht das erste mal war. Die Fahrt allerdings war beeindruckend! Wir auf dem tuerkisen Wasser, gleiten langsam zwischen  den Bergen hindurch, vor und hinter uns die weissen Kuppeln des gigantischen Karakoum Gebirges. Zwei Doerfer mussten auch dran glauben, aus dem Wasser ragten die Baumspitzen, die Haueser am Berghang teils verschwunden, teils halb abgebaut oder demoliert. Der Hafen nur sehr provisorisch, eigentlich gar nicht vorhanden aber jede Mnege aufgeregter Leute, die noch nie Boot gefahren sind und sich zu Tode fuerchteten. Das ganze hatte nicht nur etwas von einer Katastrophensituation, es war auch eine.

Unser kleine Katastrophe bagann aber erst danach, als wir feststellten, das es jenseits des Sees keine Baken gab, wie wir es uns erhofft hatten. Wir hatten noch ein paar Not-Dollars, die wir bei einem Teppichhaendler zu einem frechen Kurs tauschen mussten, um die Unterkunft zu bezaheln. Alex aus Australien, dem wir das Geleit an die chinesiche Grenze geben wollten, musste seinen Fotoapperat verpfaenden um des Bus zu bezahlen. Mit viel Muehe und Not schafften wir es zurueck…

 

 

Ueber Stock und Stein

Unser zweites kleines Abenteuer war eine Wanderung nach Skardu, wieder eine Naturkatastrophe…

Drei Tage Regen hatten die ein oder andere Steinlawine ausgeloest, so dass man uns in Gilgit erzaehlte, die Strasse nach Skardu waere etwas blockiert. Eine Steinlwaine auf der Strasse, das hatten wir schon. Auf der anderen Seite warteten Buse und weiter gings. Frohen Mutes trampten wir also los. Unterwegs wurden wir noch mal von ein paar Polizisten gewarnt, das es evtl. nicht moegleich waere zu fahren, da die Strasse immer noch blockiert sein koennte. Nach einer Weile dann der finale Tramp. Ein Baufahrzeug mit 4 Tonnen Oel auf der Ladeflaeche fuer die bulldozer. Unterwegs sammelten wir noch 10 andere Leute ein, die ebenfalls zu Fuss unterwegs waren und erreichten dann auch die erste Lawine. Spaten und Eisenstangen zur Hand und nach einer halben Stunde war die Strasse frei. Das wars also, so dachten wir optimistisch. Wir wieder auf den Laster und nur mit Muehe und Glueck wurde niemand von den Tonnen zerdrueckt, wenn das fahrzeug in die Kurve ging, dafuer waren wir alle von oben bis unten eingesaut mit schwarzem Schleim! Nach ein paar Kilometern, dann eine groessere Lawine. Hier gings nicht mehr weiter. Zum naechsten Dorf waren es 17km zu laufen, da gaebe es dann Unterkunft, Wasser und Essen. Der Marsch ging los, nach einer Weile kristallisierte sich unsere Reisegruppe herraus, wir nannten uns die 7 Gefaehrten in Anlehnung an Herr der Ringe. Zwei Anwaelte aus Karachi, ein Polizist aus Skardu, ein Lehrer aus Gilgit, ein Geschaeftsmann aus Islamabad und zwei Auslaender. Aus allen teilen der Erde zusammengewuerfelt, traten wir dieses Abentuer an. Auf der Strasse sammelten sich die Lawinen. Unterwegs teilten wir Wasser und Proviant, warteten auf den aleteren Anwalt in seinem schwarzen Sacko, der total ueberfordert war mit der koeperlichen Anstrengung und der Lehrer warf Ballast ab, in dem er einen Haufen Unterlagen den Hang hinunterschleuderte. In der Dunkelheit erreichten wir dass Dorf, das einzige Restaurant machte den Umsatz seines Lebens, mehr als 100 Maenner waren inzwischen auf Wanderschaft uns verpflegten sich hier. Natuerlich gab es nur Brot uns Linsen, das ist hier ueblich, als aber das Wasser ausging wurde es etwas ugemuetlich. Wir gehoerten zu den gluecklichen, die sich eine ueberteuerte Flasche fanta leisten konnte. Wir schleifen in einem Saal auf dem Boden, eingequetscht von durchgeschwitzten Wanderern, am naechsten Morgen klebte uns der Mund vom naechtlich Durstloeschen mit der Fanta.

Als unsere Reisegefaehrten abends fragten, ob wir am naechsten Morgen wieder zusammen laufen wollen, haben wir bejaht. Als wir dann um 4:30 uhr geweckt wurden, drehten wir uns nur genervt um. Um 7:00 Uhr standen wir schliesslich auf und waren so ziemlich die letzten Gaeste. Der kommende Tag war noch haerter. 27km in der Sonne durch den Hymalaya. Unsere Fuesse geschwollen und der Magen leer. Unterwegs traffen wir eingeschlossen LKW-Kolonnen, die ihre Ladung (Melonen, Bohnen…) verzehrten und schon seit Tagen auf Hilfe warteten. An diesem Tage zaehlten wir ueber 70 Steinlawinen, zusammen mit den 20 vom Vortag also 90(!!!) Stellen an denen Geroell, Findline und ein Brei aus Erde und Stein den Weg  demoliert haben. Unser Meinung nach koennte man besser eine neue Strasse basteln.

Den naechsten  Tag verbrachten wir damit, wie erhofft, von Lawine zu Lawine mit Bussen und Baufahrzeugen zu fahren. Auf dem Dach der Minivans genossen wir die Landschaft und freueten uns des Lebens, bis der Minivan schliesslcih fast den Abhang in den reissenden Fluss runtergestuerzt waere. Nach drei Tagen ereichten wir endlich Skardu.

Die Leute vor Ort erzaehlten uns, das gaebe es jedes Jahr, in 3 tagen sei die Strasse sicher wieder okay. Wir lachetn und rechneten mit 3 Wochen, der Drei-Tage Rueckweg war unumganeglich. Fazit; Wir falsch, die richtig. Trotzdem dauerten die 150km ueber 7 Stunden!

 

Soweit so gut. Treffe mich gleich mit Jordan aus Kanada, der hat mal versucht sich vor einigen Jahren am Olympischen Feuer einen Joint anzuzuenden. Bei youtube unter “Jesus gets arrested” zu sehen. Lustiger Typ!

 

Augusts und meine neuste Publikation uebrigens unter: http://www.fluter.de/de/89/erfahrungen/8508/?tpl=162

 

Alles Gute!

PS: hab nen Virus auf der Kamera, mit Bildern wirds ersteinmal nix!

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13Mai/101

Filipino Fazit – So viel mehr als „nur“ Paradies!

Nach ziemlich exakt 59 Tagen auf diesen 7107 Inseln im Pazifischen Ozean fuehle ich mich im Stande und auch dazu berufen, eine Resume zu ziehen. Berufen deshalb, weil die Philippinen sehr sicher eines der unterbewertesten Laender fuer Individualreisende auf der Welt sein muessten.

Wie sonst ist zu erklaeren, dass der dichte Strom von Asien-Backpackern sich nicht nur kaum, sondern praktisch gar nicht dorthin verirrt? Liegt es an den existierenden Stereotypen, die Philippinen seien ein typisches "Urlaubsland"? Oder, ausser Strand und Palmen gaebe es dort nicht viel zu sehen?

Was auch immer es ist - die Massen in Thailand sind selbst Schuld, dass sie sich dort an die Kuesten quetschen oder die Bergwege zertrampeln - die sollen mal schoen da bleiben, so dass bei meiner Rueckehr auf das Archipelgo (wann auch immer...) noch alles so ist wie jetzt noch 🙂

Spontane Gedankenliste von Dingen, die die Philippinen zu einen grossartigen Reiseland machen:

  • Dieser und der folgende Punkt duerfen um die Pole-Position kaempfen. Wobei ich diesen an Nummer 1 setzen wuerde. Die Menschen und ihre Lebensphilosophie. Zwei Statistiken: Die Philippinen gehoeren nach Untersuchungen der UN zu den aermsten Laendern der Welt und sind das Sorgenkind Asiens, da sie nach Staerke in den 70ern auf einem deutlichen Abwaertstrend liegen. Nummer 2: Untersuchungen zufolge leben in den Philippinen die wohl insgesamt gluecklichsten und lebensfreudigsten Menschen der Welt. Wie passt das denn zusammen?! - fragt sich mancher. Frag die Filipinos! In einem Buch wurden die Filipinos mit ihrem Nationalsymbol, dem Jeepney verglichen. Diese Wagen sind in den wundervollsten Farben lackiert, mit religioesen und weltlichen Symbolen an jeder erdenklichen Ecke geschmueckt, verschallen Gute-Laune-Musik aus ihren Musikanlagen...und taeuschen durch all dies darueber hinweg, dass sie nicht viel mehr als ein roehrender, rauchender Haufen notduerftig zusammengeschweister Militaerschrott sind. So wie die Jeepneys, begenen Filipinos ihren oft nur sehr beschraenkten Lebensaussichten mit einem Laecheln.Bahala Na! Es kommt, wie es kommt! Mit dieser Lebensgefuehl begegnet der Filipino selbst den schwersten Pruefungen und Schicksalsschlaegen und kontert mit einem Laecheln. Wir koennen SO viel lernen von dieser Grundeinstellung, die wir taeglich bis zu unserem Ruhestand (mit 70 oder so...) unter Kopfschmerzen im Buero haengen, nahe am Burnout vor der Klasse stehen oder Naechte fuer die naechste Gehaltserhoehung ackern. Der durchschnittliche Filipino hat seine Freunde und Familie, die er liebt,vielleicht 2 Euro am Tag, eine Pulle Tandauy Rum, die hilft wenn es hart auf hart kommt und Karaoke plus seinen Rooster, damit es nicht langweilig wird. Fremden wird mit wahnsinniger Gastfreundschaft,  Zurufen und Laecheln begegnet, als wuerden Lippen demnaechst abgeschafft werden.
  • Die Natur. Teilweise bombastisch, bilderbuchhaft und atemberaubend - aber gegen die Filipinos dann doch nur Nummer 2 🙂 Trotzdem: Die Philippinen bieten mit Sicherheit viel von dem, was klassicherweise als Paradies bezeichnet werden kann. Aber es sind halt nicht nur Straende, die faszinieren. Die Unterwasserwelt vor den Straenden ist spektakulaer und oft direkt vom Strand aus zu erkunden. Dschungelabenteuer gibt es vor allem auf den groesseren Inseln, wie sie auch auf dem Festland Asiens nicht besser sein koennten. Und wer berge mag - zumindest die 3000m werden erreicht. Dazu kommt, dass viele der hoechsten Gipfel Vulkane - oft aktiv - sind, was die Angelegenheit kaum langweiliger macht. Kurz: Vielseitigkeit, wo man Eintoenigkeit erwarten koennte.
  • Die Reisekasse wird die Philippinen lieben! Ich weiss nicht, warum sie oft als teuer dargestellt werden. Klar, wer 5 Sterne mag, lebt teuer. Aber generell ist das Preisniveau fast schon zum Lachen! Beispiele: Ein Fruehstueck mit sagen wir 5 Stuecken Gebaeck (meist gibts locker 20-30 Sorten zur Auswahl) PLUS ein Kaffee = ca. 50 Cents (Euro). Eine normale Mahlzeit aus Reise und Fleischkram oder so und eine Coke = ca. 60 Cent. Eine Stunde im Internetcafe = ca. 20 - 25 Cent. Ein Haarschnitt inkl. kurzer Nackenmassage und Pafuemierung = ca. 50 Cent. Busfahrt von ca. 4 Stunden = ca. 1,50 Euro. Uebernachtbootsfahrt inkl. Bett von ca. 12 Stunden = geht bei ca. 6 Euro los. Ein simples T-Shirt oder eine Surf-Shorts = je ca. 1 Euro oder weniger. Koennte so weiter machen, doch die Message duerfte da sein 😉
  • Tourismus, bzw. der kaum vorhandene. Es scheint, als wuerden sich die paar westlichen Touris und Honeymooner auf ca. 5-6 Orte im ganzen Land beschraenken. Abgesehen von einigen alten Auswanderern, die sich niedergelassen haben oder alten Saecken die sich ne huebsche Filipina anlachen wollen, trifft man wirklich kaum mal einen Touri! Eher noch Filipino Touris aus den Staedten, aber auch die halten sich fast ausschliesslich an Resorts und Co. man hat vieles wirklich fuer sich allein - oder teilt es halt mit den dort lebenden Filipinos - die entsprechend Interessiert an jedem Reisenden sind, der sich in ihre Gegend wagt!
  • DIE SPRACHE. Muesste von der Prioritaet sauweit oben stehen! Oft erwaehnt ist es fuer jemanden der es nicht erlebt hat kaum nachzuvollziehen, wie es ist, wenn in einem tropischen Entwicklungsland wie den Philippinen wirklich fast jeder ein grossartiges Englisch spricht....und was das fuer einen Reisenden bedeutet. Sprache kann einfach eine Barriere sein, die soziale Interaktion auf ein spaerliches Minimum reduziert. Wenn man jedoch mit Fischerjungen ueber die Auswirkungen von Massenfischfang, auf dem Markt ueber die politische Situation im angespannten Mindanao und mit jungen Studenten ueber Nihilismustheorien sprechen kann UND dir dann noch der Vorschueler von 5 Jahren erklaert, dass seine Familie zwar arm ist, aber er grosse Traeume hat, die er mir dann genauer beschreibt - DAS ist eine Situation, durch die man (gerade als allein) Reisender ein Teil von etwas wird.
  • Frauen 🙂 Ja ja, es muss erwaehnt werden - und einige duerfte es vielleicht ja interessieren. Vergesst Thailand und Co. was die tropischen Schoenheiten angeht (nicht traurig sein Tobi 😛 ) lache lieber und besuche die Philippinen! Man ist staendig nah dran verheiratet zu werden, bekommt Geld dafuer geknutscht zu werden, wird in einem Restaurant von jeder der 10 huebschen Bedienungen verfuehrerisch angelaechelt und kann dazu auch noch mit den Damen reden! Also: Du willst deine einge Braut haben, eine spannende Mixtur aus asiatischen und latino Einfluessen? Dann besuche verdammt nochmal NICHT die Philippinen, weil ich diese Leute (ca. 60 Jahre alt, kaeseweiss, Kullerbauch und Stieraugen) zum kotzen fand! p.s. 😉

Es gaebe noch mehr Punkte - doch ich will mir lieber noch Zeit fuer einige Schattenseiten nehmen. Objektivitaet muss sein!

  • Staedte. Sind die Philippinen das Land mit einer der schoensten Landschaften der Welt - so koennten sie auch das mit den shibbigsten Staedten sein. Laut, schmutzig, versmogt und gedraengt. Nur wenige Staedte waren wirklich auszuhalten! p.s.: Die kleinen Oertchen und Doerfer sind viel, viel schoener!
  • Das Umherreisen. Trampen = fast unmoeglich oder sinnlos (Aber auch nicht wirklich zu vermissen. Die sozialen Kontakte gibt es eh immer und ueberall im ueberfluss). Doch so billig die Busse und Jeepneys auch sind - so anstrengend koennen sie auch sein. Laut, voellig ueberfuellt, laaaaaaaangsam, staendig fuer alles und jeden stoppend werden schon 40 Kilometer zu einer Weltreise! Dazu kommt, dass man Anschlussverbindungen fast nie bekommt, weil sich fast alles (gerade Boote) nur am Morgen bewegt.
  • Das Wetter. Wahrscheinlich nicht ein exklusiv filipinisches Problem. Doch gerade die letzten 2-3 Wochen waren wirklich grenzwertig. Gute 40 Grad Celcius bei brennender Sonne macht viele Dinge einfach schier unmoeglich. Zum Glueck gibt es Haengematte und Palmenschatten!

Das Resultat bleibt klar. Die Philippinen sind ein bombastisches Reiseland und - so sehr sie mich auch genervt haben - kann ich die ganzen alten Aussiedler ein wenig verstehen, die ihren Lebensabend nicht in ihrer tristen Gesellschaft verbringen wollen sondern Zuflucht unter laechelnden Menschen und Mangobaeumen suchen.

Ein Gruss zum Abschluss - dieses Mal an all meine Freunde, die ich auf den Philippinen gelassen habe 🙂

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12Mai/102

Ein Monat allein auf Inseln

...und von Einsamkeit keine Spur!

Hallo ihr Lieben!

Nach recht langer Zeit melde ich mich mal wieder mit einer Retroperspektive auf einen Monat, den ich alleine auf den Philippinen verbrachte.

Es war ein Monat, der zwar letztendlich nicht von brisanten Abenteuern gepreagt war und doch einer der schoensten meiner bisherigen Reise war. Ein Monat, der die bisher in den Philippinen erfahrene Gastfreundschaft und Freundlichkeit zu neuen Superlativen brachte. Und letztlich ein Monat, der aufgrund zwischenmenschlicher Momente, anstatt bombastischer Straende oder beeindruckender Berge in schoener Erinnerung bleiben wird.

Hingitangam - Mikrokosmos philippinischen Dorflebens

Von der Hafenstadt Naval aus gelang es mir endlich eine Insel per Public Boat zu erreichen, die praktisch vollkommen von jeglichen Auswuechsen, die als Tourismus gelten koennten (abgesehen von einigen Tagesbesuchern aus Manila) verschont geblieben ist.

Nach meiner Ankunft am schoenen Strand des einzigen wirklichen Barangays (Dorfes) der Insel wurde ich auf der Suche nach etwas Reis direkt zum Barangay-Captain (sowas wie ein Buergermeister) gefuehrt. Dieser alte Mann von guten 70 Jahren sprach brilliantes Englisch und kann als weise und gebildet eingestuft werden, obwohl er seine kleine Insel nur einige Male im Leben verlassen hat. Hochinteressiert an allen moeglichen Dingen fuehrten wir lange Gespraeche, waehrend seine dicke aber voellig liebenswuerdige Frau uns Essen zubereitete. Nach einigen Erklaerungen konnte ich ihn ueberzeugen, irgendwo an einem Strand anstatt in seinem Hause zu naechtigen - musste aber zumindest zum Abendessen vorbei kommen. Ehrensache!

Ich fand meinen einsamen Schlafplatz am Rande eines Palmenwaldes und jeder weitere Besuch im Dorf fuehrte zu zahlreichen weiteren Bekanntschaften, Einladungen zu Uebernachtungen, Essen und Trinkereien, die ich kaum alle ausschlagen konnte. Letztlich ging es soweit, dass mich meine Rum-Gefaehrten am Abend unbedingt den ganzen Weg bis zu meinem Zelt begleiten wollten und einer der ca.40 jaehrigen Maenner sogar hineinkroch, um zu sehen ob ich auch einigermassen komfortabel schlafen konnte!

Nachdem ich die Insel bei gluehender Hitze zu Fuss erkundet, zahlreiche Angebote fuer Hochzeiten mit einigen der Inselschoenheiten ausgeschlagen und den eventuell miesesten jemals in den Philippinen produzierten Action-Film aus den 70ern auf Tagalog (!) zusammen mit den Barangay-Captain angeschaut hatte, wohnte ich zufaellig einen besonderen Ereignis bei. Einer der Jugendlichen auf der Insel hat anscheinend einen juengeren verpruegelt und ich sass Kokoswein trinkend mit einigen der Alten direkt in einer provisorischen, vom Barangay Captain gefuehrten Gerichtsverhandlung, die saeuberlich von der Dorfsekretaerin protokolliert wurde. Ich konnte nicht viel verstehen, aber die Show schien Wirkung zu zeigen, wie man am voellig eingeschuechterten Gesicht des Halbstarken erkennen konnte.

Nachdem mir dann einige der junges Maedels aus Manila bis zu 60 Pesos fuer das Recht mir auf die Wange kuessen zu duerfen geben wollten, wurde es mir zu bunt und ich sagte dem Captain "Au revoir!" 😉

Ankunft auf Hingitangam

Ankunft auf Hingitangam

Begruessung vom Barangay Captain

Begruessung vom Barangay Captain

Am Rande des Palmenwaldes

Am Rande des Palmenwaldes

Kleine Doerfchen an langen Kuesten

Kleine Doerfchen an langen Kuesten

Einsamkeit!

Einsamkeit!

Zweisamkeit :-)

Zweisamkeit 🙂

Guten Morgen Welt - Eindruecke aus Haengematten

Guten Morgen Welt - Eindruecke aus Haengematten

Heimliches Foto: Im Gerichtssaal! Sekretaerin, Angeklagter, Captain

Heimliches Foto: Im Gerichtssaal! Sekretaerin, Angeklagter, Captain

Harte Arbeit: Reisekasse aufstocken :-D

Harte Arbeit: Reisekasse aufstocken 😀

Home - for a while...

Anstatt die weiten Dschungel- und Bergregionen Mindanaos zu durchqueren entschied ich mich auf dem langen Seeweg zur Insel Panay zu schippern. Dort gab es weder die Abenteuer Mindanaos noch die umwerfende Natur Palawans - letztere war von dort aus aber zu erreichen, was auch in meinen Plaenen war. Doch Plaene werden so oft vom Leben unterbrochen, wie es dann auch geschah.

Auf grosser Fahrt - der Hafen von Cebu

Auf grosser Fahrt - der Hafen von Cebu

Per Couchsurfing kam ich zufaellig in Kontakt mit Kristine, aus der kleinen Provinzstadt Barotac Viejo auf Panay. Nach einigen sehr interessanten Gedankenaustauschen per Email erschien es mir lohnend, ihr einen Besuch abzustatten. Meine Vermutung erwies sich als absolut zutreffend!

"Tin" ist 25 Jahre alt und lebt zusammen mit ihren fuenf juengeren Geschwistern in einem kleinen Haus nahe des kleinen Marktes, wo die Eltern ein kleines Lokal betreiben. Sie arbeitete trotz eines abgeschlossenen Studiums in Politikwissenschaft wegen des guten Geldes online, fuer britische und australische Auftraggeber, fuer die sie Verwaltungsarbeit betreibt und Artikel schreibt, noetig, da ihre Familie das Geld braucht. Fuer mich aber viel interessanter war die Jugendarbeit, die sie in ihrer kleinen Stadt organisiert und an der ich natuerlich gern teilnahm. Und ihr ausgesprochenes poetisches Talent - selten haben mich Zeilen einer "Amateur"poetin so beeindruckt.

So lebte ich fuer fast eine Woche ein einfaches Lebens, was aus tollen Gespraechen mit Tin und vielen netten Freunden, Verwandten und Leuten in der Stadt bestand, aus einem grossen Familienereignis, der Beerdigung eines Onkels, der sich in den Tod getrunken hat und aus Besuchen des nahen Strandes, der groesseren Stadt in der Naehe, Iloilo und Mama's und Papa's delikater Eatery, die mich mit reichlich Tintenfisch versorgte 🙂

Amuesantes Highlight war meine innige Freundschaft mit dem Dorftrunkenbold Raven, der absolut entzueckt war, dass ich mit ihm Rum trank und dann Arm in Arm, "Que Sera, Sera - whatever will be, will be!" singend durch die naechtlichen Strassen zog 😀

Jugendarbeit - Cool & the Gang

Jugendarbeit - Cool & the Gang

Vorlesestunde!

Vorlesestunde!

Wir malen unsere Wuensche

Wir malen unsere Wuensche

Volle Konzentration

Volle Konzentration

Bei unserer Gastfamilie - Tagay Superstar!

Bei unserer Gastfamilie - Tagay Superstar!

Mit Tin und Freunden am Strand

Mit Tin und Freunden am Strand

Zechen mit Dorftrunkenbold Raven :-D

Zechen mit Dorftrunkenbold Raven 😀

Um der Family nach der Beerdigung mal wieder etwas mehr Raum zu geben, verzog ich mich fuer ein paar Tage in die noerdliche Bucht von Concepcion, wo ich die spektakulaere Insel Pan de Azuca (gekroent von einem nahezu senkrechten, 1000m hohen Gipfel) besuchte und in Concepcion als "Hobby-Mentor" fuer dort momentan im Praktikum im oertlichen Krankenhaus arbeitende Studenten aus Iloilo fungierte - die unheimlich weltinteressiert waren und mich ueber alles moegliche ausfragten. Letztlich versank ich mit den in meinen Augen hochbegabten Paul in Diskussionen ueber die Urknalltheorie, die Existenz einer hoeheren Macht und der Geschichte Deutschlands und der Philippinen - neben 1000 weiteren Themen.

Der Pan de Azucar im Hintergrund

Der Pan de Azuca im Hintergrund

Fuenf Uhr am Morgen, unter Fischern auf See

Fuenf Uhr am Morgen, unter Fischern auf See

Ciao Zuckerberg

Ciao Zuckerberg

Zurueck in Barotac Viejo ging es am Wochenende mit Kristine und einigen ihrer Freunde aus Manila auf die benachbarte Inselprovinz Guimaras, wo es die suessesten Mangos der Welt gibt, auf einen Kurztrip auf eine Kette felsiger, vorgelagter Inseln. Fazit: Die Mangos dort SIND die besten, die ich je gegessen habe! Das Verbot, fremde Mangos auf die Insel einzufuehren macht wirklich Sinn!

Mit Tin und ihren Freunden in Iloilo

Mit Tin und ihren Freunden in Iloilo

Abendstimmung am Fluss-Boulevard

Abendstimmung am Fluss-Boulevard

Lager auf Guimaras

Lager auf Guimaras

Abendessen an der Steilkueste

Abendessen an der Steilkueste

Dunkler Abschied

Zurueck in der fuer Filipino - Massstaebe ganz netten Universitaetsstadt Iloilo erlebte ich ein Erdbeben live, auch noch auf dem Dach eines Hauses. Wackelige Sache, ging aber gut. Nur eventuell war das ein Zeichen fuer drohendes Unheil...

Ich plante die kommenden Tage bei Art zu bleiben, den ich auf dem Nachtschiff nach Iloilo kennengelernt und mit dem ich dort die ganze Nacht geredet hatte. Art (40 jahre) doziert an der Universitaet Iloilo, wo er unter anderem Lehrer ausbildet, primaer im Bereich Kunst.  So hatten wir allein deshalb schon genug zu bereden. Dazu kam, dass in ihm die Seele eines Reisenden steckt, der nur nie die Moeglichkeit hatte - so fuehrten wir lange Gespraeche ueber Laender, Kulturen, Unterschiede, Probleme, Politik bis hin zu ganz persoenlichen Sachen. Trotz des Altersunterschieds hatte ich in Art nach Kristine einen weiteren, guten Freund gefunden.

Doch einen potentiell sehr interessanter Aufenthalt bei Art in Santa Barbara, wo er an einigen sozialen Projekten arbeitet, verwehrte mir ein heimtueckischer filipino-Virus, der mich so richtig hinwegraffte - so dass der Nachmittag mit Art im St.Pauls Hospital, Iloilo endete. Die folgenden Tage waren sicher nicht die schoensten. Neben der physischen Erholung hiess es vor allem Abschied nehmen...von meinen Freunden, von den Philippinen als Ganzes....und auch von meinem treuen, grossartigen Hahn Tagay, der sich zu einem der besten denkbaren Reisepartner entwickelt hat. Waehrend der langen Stunden in Bett durch den Virus beispielsweise legte er sich fast schon mitfuehlend neben mich, streckte seinen gefiederten Hals aus und liess sich kraulen oder munterte mich durch witziges Gegacker absolut erfolgreich auf!

Als Lichtstrahl im Dunkeln laesst sich sehen, dass ich Tagay in die bestmoeglichen Haende, von Kristine und ihrer Familie geben konnte - alles nur, da ich ihn nicht mit nach Malaysia nehmen konnte! Verdammt sei Cebu Pacific!

In Erinnerung an den coolsten Hahn der Welt!

In Erinnerung an den coolsten Hahn der Welt!

Good Bye, dear Tagay...

Good Bye, dear Tagay...

Noch leicht angeschlagen ging es also ueber Manila weiter....nach Kuala Lumour / Malaysia, von wo aus ich diese Zeilen schreibe. Hier warte ich auf deutschen Besuch namens Birte, mit dem zusammen es nach Indonesien gehen soll.

Viele, viele Gruesse aus der Stadt der Kontraste und gelebter, friedlicher Multikulturalitaet, Kuala Lumpur,

Benni

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11Mai/100

Berge-Spezial

Ahoi! Bevor ich mich nun wieder Richtung Sueden mache nutze ich noch ein letztes mal diese Internet-Oase hier und lade ein paar Bilder hoch. Berge aus dem Hindukusch, Hymalaya und Karakoum!

Alles Gute aus dem Land der Superlative!

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7Mai/104

Die habe ich vergessen

Unser persoenlicher Hutmacher

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Mobile Kleidersammlung

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kleiner Snack am Strassenrand

kleiner Snack am Strassenrand

Strassenalltag in Peshawar

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Hauptsache fritiert!

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Unsere Freunde, die uns unbedingt als Taliban verkleiden wollten

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Reisecommunity: Hostelbesitzer Malik, Reisegefaehrte August, Meine Wenigkeit, Phillipe aus Frankreich und Australien-Alex

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Sufi-Nacht mit Delirium-Musik im Untergrung

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Froehliches Zusammenkommen nach erfolgreichem Busticketkauf

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veröffentlicht unter: Allgemein 4 Kommentare
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